Vorschau

REAL HUMANS, Schweden 2012–2014, SVT und Matador Film Produktion, Foto: Johan Paulin, UNHEIMLICHE BEGEGNUNG DER DRITTEN ART, USA 1977, Regie: Steven Spielberg, Copyright: picture alliance / KPA

Things to Come

Science · Fiction · Film

30.06.2016 bis 23.04.2017

Uns alle beschäftigt die Frage: Wie werden wir in Zukunft leben? Während man in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik versucht, mögliche Entwicklungen anhand von Statistiken, Modellen und Prognosetechniken vorherzusagen, boomt im Bereich des Films das Science-Fiction-Genre: In Spielfilmen wie DISTRICT 9 (SA|NZ|USA, Neill Blomkamp) oder INTERSTELLAR (USA|GB 2014, Christopher Nolan) und Fernsehserien wie ÄKTA MÄNNISKOR | REAL HUMANS – ECHTE MENSCHEN (S 2012–2014, Lars Lundström) oder EXTANT (USA 2014–2015) wird die nähere oder fernere Zukunft visualisiert, in bewegte Bilder und Geschichten übersetzt. Auf der Grundlage meist großzügiger Budgets beeindrucken sie ihr Publikum mit neuesten digitalen Techniken, spektakulären Sets, bombastischen Sound Designs und aufwändigen Special Effects. Aber auch in den Blockbustern geht es um grundlegende Fragen der menschlichen Existenz wie beispielsweise die Angst vor Naturkatastrophen und Ressourcenknappheit, vor Totalitarismus und Überwachung. Dabei sagen Science-Fiction-Filme immer auch etwas über die Gegenwart aus, in der sie entstehen, über aktuelle Ängste im Zusammenhang mit gesellschaftspolitischen Entwicklungen und das Verhältnis der Menschen gegenüber dem technologischen Fortschritt. Was fürchten wir, und was erhoffen wir uns? Und: Wo hat die Realität die in Filmen beschriebene Zukunft längst eingeholt?

Die Gestaltung der Ausstellung in der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen nimmt auf drei zentrale Szenarien von Science-Fiction-Filmen Bezug: Während „das Weltall“ als Ort der Entgrenzung von Raum und Zeit zu erleben ist, thematisiert die „Gesellschaft der Zukunft“ die Frage nach dem sozialen Miteinander unter den Bedingungen des technischen Fortschritts und gesellschaftspolitischer Entwicklungen. Die „Begegnung mit dem Fremden“ bzw. den Außerirdischen schließlich ermöglicht dem Menschen eine existenzielle Selbstbestimmung. Eine wichtige Rolle werden in der Ausstellung insbesondere Filmproduktionen aus den letzten rund zehn Jahren spielen, in denen die drängenden gesellschaftlichen Fragen der Gegenwart aufgegriffen werden, darunter I, ROBOT (USA|D 2004, Alex Proyas), CHILDREN OF MEN (USA|GB 2006, Alfonso Cuarón), THE ISLAND (USA 2005, Michael Bay) und OBLIVION (USA 2013, Joseph Kosinski). Starke Parabeln zur Zukunft des Menschen kommen jedoch nicht nur aus Hollywood, sondern auch aus europäischer, insbesondere britischer und russischer sowie aus japanischer Produktion.

Mit raumgreifenden Installationen, die überwältigende Bilder, fantasievolles Set Design und aufwendige Tricktechnik präsentieren, sowie bedeutenden internationalen Leihgaben bietet die Ausstellung einen ebenso unterhaltsamen wie reflexiven Zugang zu dem Genre.

Nach oben