Things to Come. Science · Fiction · Film

Pressereaktionen

ZEIT online, dpa, 29. Juni 2016
Aliens und RoboCops: Schau über Science-Fiction-Film
Von Elke Vogel

Überlebensgroß erhebt sich der furchteinflößende Außerirdische mit der seltsam wächsernen Haut vor den Ausstellungsbesuchern. Der Alien aus Roland Emmerichs Film INDEPENDENCE DAY  gehört zu den mehr als 300 teils spektakulären Stücken, die das Berliner Museum für Film und Fernsehen in der Schau „Things to Come. Science - Fiction – Film“ versammelt hat. (…) Oft nehmen Filme Technologien vorweg – die Wischtechnik aus Steven Spielbergs Minority Report (2002) etwa oder der Tabletcomputer, der schon in Stanley Kubricks 2001: Odyssee im Weltraum (1968) auftaucht. Der echte, in Berlin entwickelte, selbstlernende Roboter Myon steht in der Ausstellung neben seinen Film-Kollegen: einem „RoboCop“, der Kampfmaschine Cylon Centurion aus Battlestar Galactica und dem rund 150 Kilogramm schweren, freundlichen Tars aus Interstellar. (…)

 

Der Tagesspiegel, 30. Juni 2016
Hinterm Mond geht’s weiter
Von Jörg Wunder

(…) In den auf drei Stockwerke verteilten Themeninseln hat das Kuratorentrio Kristina Jaspers, Nils Warnecke und Gerlinde Waz ein Konvolut an Objekten zusammengetragen, das über eine reine Illustration des Sujets weit hinausreicht. Zahlreiche Leihgeber vom Hollywoodstudio bis zum Privatsammler haben Schätze aus ihren Archiven freigegeben.  (…) Zudem sind viele aus Filmen bekannte Motive in künstlerischen Vorstudien zu sehen, etwa die quallenartigen Alien-Entwürfe des Comiczeichners Mœbius für The Abyss (1989) oder eine hinreißende Fantasieplanetenlandschaft für Barbarella (1968).  (...)

 

Berliner Zeitung, 30. Juni 2016
Aufbewahrte Visionen
Von Claus Löser

(…) Das auf drei Etagen präsentierte Spektakel zeigt Objekte, Dokumente und jede Menge Filmausschnitte. Es geht den Machern weniger um die Darstellung eines populären Filmgenres, sondern vielmehr um die Frage, wie viel Gegenwart und Wahrheit in den fiktiven Kino-Sujets steckt. Klimaerwärmung, Überbevölkerung, globale Fluchtbewegungen oder zunehmende Entfremdung durch die Technisierung des Alltags sind ureigene Science-Fiction-Themen, die längst bei uns angekommen sind. Nicht zu vergessen dabei die uralte Frage, ob die menschliche Spezies tatsächlich die einzige „vernunftbegabte“ Daseinsform des Universums verkörpert. Wären Alien oder selbst Roboter vielleicht nicht die besseren Menschen? Auf solche Fragen zielen auch die Rahmenveranstaltungen der Ausstellung. (…)

 

Berliner Morgenpost, 30. Juni 2016
Roboter, Raumanzug und Alienlabor
Von Thomas Abeltshauser

(…) Die hervorragend kuratierten Räume über drei Etagen hinweg haben es wahrlich in sich. Unterteilt in die Bereiche „Das Weltall“, „Die Gesellschaft der Zukunft“ und „Das Fremde“ werden thematisch nicht nur die drei Hauptaspekte des Genres abgedeckt, sondern exemplarisch immer wieder auch auf ihr Verhältnis zur Realität abgeklopft. Was ist Wissenschaft, was ist Fiktion? Dazu sammelten die Kuratoren weltweit vor allem Modelle, Kostüme und Entwürfe, die so bislang nie zusammen zu sehen waren. Spektakulär sind aber nicht nur die präsentierten Objekte, sondern auch die Architektur der Ausstellung, die dem Thema eine je eigene Lebenswelt bietet. (…)
(...) Unter die Haut geht das Alienlabor, in dem sich der Besucher auf einen Untersuchungstisch legen und auf einem über ihm schwebenden Bildschirm beim Sezieren von Außerirdischen zuschauen kann. (…)  

 

Frankfurter Rundschau, 30. Juni 2016
Der bittersüße Klang der Zukunft
Von Christian Schlüter

Science-Fiction-Filme stehen ja in dem Ruf, uns etwas über die Zukunft zu erzählen: Sie zeigen, wie es einmal sein wird oder sein soll, sie eröffnen neue Möglichkeitshorizonte, sie künden von unseren Hoffnungen und Befürchtungen in Hinblick auf das Kommende – mithin gilt das Genre als zuverlässiger, feinnerviger Seismograf unserer Gemütszustände im Hier und Jetzt. (…) In diesem Zusammenhang führt „Things to Come“ auch die Rolle der Wissenschaftler vor. Bereits Fritz Lang ließ sich für seinen Film Frau im Mond (1929) von den Raketenpionieren Hermann Oberth und Rudolf Nebel beraten. Und seriöse Wissenschaftssendungen wie Hoimar von Ditfurths Querschnitt (ab 1971) oder die normale Berichterstattung über unsere Mond-, Mars- und sonstigen Weltraummissionen können und sollen Begeisterung wecken: als angewandte Science-Fiction. (…)

 

taz, die Tageszeitung, 1. Juli 2016
Die Furcht vor dem Fremden
Von Christine Stöckel

(…) In der Kinemathek liegen schneeweiße Kapseln für den Hyperschlaf bei Minusgraden wie in Ridley Scotts Alien. Auch Kryonik genannt, wird er heute bereits für Herz- oder Hirnoperationen genutzt. Denn oft inspirierten sich Sci-Fi-Filme und Wissenschaft gegenseitig. (…) Technisch immer perfekter inszeniert, beschreiben Sci-Fi-Filme ureigene, realer werdende Wunsch-, aber auch Angstvorstellungen von der Zukunft: durchtechnisierte Städte, sauber, minimalistisch, logisch. In Anlehnung an Oblivion sehen nicht nur die Ausstellungsräume selbst so aus, mit Überwachungskameras und an die Wände gebeamten Sci-Fi-Ausschnitten zeigen sie eindringlich, wie das Thema Privatsphäre in totalitären Regimen mancher Filme ausgereizt wird. (…)

 

Süddeutsche Zeitung, 3. August 2016
Reise zum Mond
Von Anke Sterneborg

(…) Im ersten Raum wird die Reise in den Weltraum angetreten, wobei Entwurfszeichnungen, Raumschiffmodelle, Requisiten, Kostüme und Filmprojektionen mit der Ausstellungsarchitektur verzahnt sind. (…) Im zweiten Stock geht es um die Gesellschaften der Zukunft, auch hier wird der Zuschauer mal zum Underdog in den schmutzig düsteren Ghettos der Armen, und mal zum privilegierten Bewohner gleißend weißer futuristischer Architekturen. Die Ausstellung konzentriert sich zwar auf die jüngere Filmgeschichte als Spiegel unserer heutigen Ängste und Hoffnungen, verfolgt aber auch die historischen Entwicklungslinien. (…) Schließlich ermöglicht der dritte Komplex eine Begegnung mit den Außerirdischen, die das Kino sich ausgedacht hat, und bei deren Gestaltung der Fantasie mangels realer Referenzen keinerlei Grenzen gesetzt sind. (…)

 

epd film, 08/2016
Haben wir noch Zukunft?
Von Gerhard Midding

(…) Die Rückkopplung zwischen Vision und der Gegenwart, die die Ausstellung nachvollzieht, prägt auch das Thema „Gesellschaft der Zukunft“, das klug in der Stadt der Zukunft dingfest gemacht wird. Sie ist fast ausnahmslos vertikal ausgerichtet und trägt damit auch sozialen Hierarchien Rechnung. Nachrichtenmeldungen aus der filmischen Zukunft lassen sich mühelos mit aktuellen Krisenbildern überblenden. (…) Die Berliner Schau legt ihren wesentlichen Fokus auf den lebhaften Boom, den die anglo-amerikanische Spielart des Genres seit dem Millenniumswechsel feiert. Sie kann nicht nur mit den eigenen Beständen und Leihgaben aus anderen Kinematheken prunken, sondern gerade auch mit Exponaten, die von Hollywoodstudios zur Verfügung gestellt wurden. (…)

 

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 5. August 2016
Im Reich der Wünsche
Von Andreas Kilb

(…) die Ausstellung selbst wirkt wie ein Transporter, der uns in ferne Welten trägt, Kino- und Fernsehwelten der Kindheit, der Jugend und der Erwachsenenjahre. Alles ist da, von den unbeholfenen Außerirdischen und Monsterrobotern der Frühzeit bis zu den Wurmlöchern und ausgefeilten Dystopien der Gegenwart, und die Architektur der auf drei Stockwerke verteilten Ausstellungssektionen trägt noch dazu bei, den Eindruck des Unwirklichen oder besser Überwirklichen zu verstärken. Es ist, als hätten sich die Räume des Filmhauses am Potsdamer Platz selbst in Segmente eines Raumschiffs verwandelt, das uns in seine labyrinthische Tiefe zieht. Überall öffnen sich Bullaugen oder geschlitzte Leinwände, hinter denen Filmausschnitte laufen oder Vitrinen mit Requisiten stehen, auf Monitoren rasen Objekte vorbei, die man ein paar Meter weiter als Modelle oder gezeichnete Entwürfe bestaunen kann. (…)

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