Auf heißen Spuren ... Meisterdetektive im Museum

Eine Ausstellung für Kinder von 4 bis 14 Jahren

9. März 2007 bis 31. Januar 2008

Kinder lieben Krimis, besonders solche, in denen die Detektive selbst Kinder sind. Ob als Serie oder Spielfilm, als Zeichentrick oder Rätselkrimi zum Mitraten – der Kinderkrimi ist aus dem deutschen Fernsehprogramm nicht mehr wegzudenken. Das Genre kombiniert im besten Fall spannende Unterhaltung mit pädagogischer Botschaft ohne erhobenen Zeigefinger.

Was fasziniert die Kinder an der Welt des Verbrechens, und warum wollen sie oft selbst Detektiv sein? Wie ermitteln Kinderdetektive? Was unterscheidet sie von den erwachsenen Ermittlern? Welche Vorbilder haben sie? Und schließlich: Wie greift das Fernsehen solche Detektivgeschichten für Kinder auf, und welche genrespezifischen Serien präsentiert das deutsche Fernsehprogramm?
Diese und weiterführende Fragen stehen im Zentrum der Ausstellung „Auf heißen Spuren … Meisterdetektive im Museum".

Bevor die Kinder in die Ausstellung gehen, können sie testen, welcher Detektivtyp sie selbst sind. So eingestimmt, werden sie mit dem ersten Kinderdetektiv der fiktionalen Welt konfrontiert: mit Emil Tischbein, der von Erich Kästner 1929 erfundenen Figur aus dem immer wieder neu verfilmten Roman Emil und die Detektive. Kästner begründete mit diesem Buch eine ganz neue Tradition von Krimis, in denen es Kinder sind, die die Verbrechen aufdecken und Täter überführen. Zu diesem grundlegenden Perspektivwechsel hinzu kommt ein weiteres zentrales Merkmal jeder Kinder-Detektivgeschichte: das gemeinsame Ermitteln, die Freundschaft steht ab jetzt im Mittelpunkt der Handlung.
Weitergeführt und differenziert haben diese Vorgaben die beiden erfolgreichsten Kinderbuchautorinnen aller Zeiten, Enid Blyton (Fünf Freunde) und Astrid Lindgren mit ihrem Meisterdetektiv Kalle Blomquist. Die Geschichten, beide in den vierziger Jahren des letzen Jahrhunderts entwickelt, plädieren nicht mehr für Gehorsam, sondern für Eigenständigkeit und Selbstvertrauen. Selbstbestimmt, mutig und klug widmen sich die Kinder der großen Aufgabe, für Gerechtigkeit und gegen das Verbrechen zu kämpfen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Auch deutsche Fernsehserien wie EIN FALL FÜR B.A.R.Z., DIE PFEFFERKÖRNER oder TKKG greifen auf diese Vorbilder zurück, ebenso die Detektivgeschichten für die ganz Kleinen wie EIN FALL FÜR FREUNDE oder DREI DSCHUNGELDETEKTIVE.

Unumstrittener Prototyp aller Detektivfiguren von Kalle Blomquist bis Detektiv Conan ist Sherlock Holmes – das gilt selbst für die wenigen in der DDR entstandenen Kinderkrimis.

In der Ausstellung begegnen die jungen Besucher den Detektivfiguren auf mehreren medialen Ebenen: in der Kompilation von Filmausschnitten, in Büchern, Hörspielen und teilweise in Spielen. Wurde früher die Bewerbung solch erfolgreicher Stoffe mit Karten- oder Würfelspielen unterstützt, so kommt heute das komplexe crossmediale Vermarktungssystem von beliebten "rolemodels" zum Einsatz: Computerspiele, Internet, Handy-Klingeltöne, Tattoos, Kleidung, Aufkleber, eigene Zeitschriften, Briefpapier usw. gehören heute zum gängigen Medienensemble. Exemplarisch wird auch dieses Phänomen dargestellt.
Aber nicht nur lesen, hören und schauen können die Kinder in dieser Ausstellung; sie können auch selbst als Detektive aktiv werden, auf Spurensuche gehen und Phantombilder erstellen: Im Ausstellungsraum selbst gilt es einen Diebstahl aufzuklären. Die Kinder können dabei mithelfen, den Täter zu ermitteln. Als Belohnung winkt ein professionell gestalteter Detektivausweis mit Foto und Name des Meisterdetektivs.

Während die jüngeren Besucher die Sonderausstellung erkunden, können die Erwachsenen in der Programmgalerie gegenüber ihre Lieblingssendungen aus 50 Jahren deutscher Fernsehgeschichte sehen. Im kleinen Ausstellungskino kann sich die ganze Familie gemeinsam einen Detektiv-Stummfilm ansehen und erleben, dass schwarzweiße Bilder ohne Ton die gleichen Geschichten erzählen können wie die Serien im Fernsehen.

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