Veranstaltungen

Deutsche Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen
Veranstaltungsraum 4. Etage
Eintritt frei

 

Samstag, 9. 2.2013, 18 Uhr
RETROSPEKTIVE
THE WEIMAR TOUCH
The
Curatorial Board on the Film Programme

Die Retrospektive „The Weimar Touch" widmet sich den Einflüssen des Weimarer Kinos auf das internationale Filmschaffen nach 1933. Im Fokus stehen Kontinuitäten, Wechselwirkungen und Wandlungen insbesondere in den Filmen von zumeist deutschsprachigen Emigranten bis in die fünfziger Jahre.
Das Weimarer Kino zwischen 1918 und 1933 war eines der Vielfalt. Es hatte Formen und Genres geschaffen, die international Beachtung fanden. Nach der Machtübernahme des NS-Regimes brachten die Filmschaffenden dieses Erbe in die ihnen fremden Kinematografien der Exilländer ein – in Ungarn, in Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, in Portugal oder in den USA.
Die Mitglieder der Auswahlkommission stellen das Filmprogramm vor. Podiumsdiskussion mit Rainer Rother (Leiter der Retrospektive und Künstlerischer Direktor der Deutschen Kinemathek), Rajendra Roy (Chief Curator of Film am MoMA), Laurence Kardish (ehemaliger Senior Curator of Film am MoMA), Connie Betz (Deutsche Kinemathek, Programmkoordinatorin Retrospektive), Hans-Michael Bock (Cinegraph, Hamburg).

In englischer Sprache
 

Montag, 11.2.2013, 15 Uhr
MARTIN SCORSESE
GoodFellas: Petzold und Will über Film, Musik und Martin Scorsese

In den Filmen von Christian Petzold erhält die Filmmusik oftmals eine eigene narrative Qualität. Für ETWAS BESSERES ALS DEN TOD, seinen Beitrag zum TV-Dreiteiler DREILEBEN (Deutschland 2011) und für BARBARA (Deutschland 2012) komponierte Stefan Will Scores, in denen die Übergänge zwischen zitierten und neu komponierten Stücken fließend sind. „Music as Source and Score – as in my life" hat Martin Scorsese während der Dreharbeiten zu MEAN STREETS (HEXENKESSEL, USA 1973) auf einen Zettel gekritzelt. Für viele seiner Filme bediente er sich in seiner Schallplattensammlung. Zudem arbeitete er mit bedeutenden Komponisten wie Bernard Herrmann, Philipp Glass oder Howard Shore zusammen.
Der Regisseur Christian Petzold und der Komponist Stefan Will sprechen mit Horst Peter Koll über den Einsatz von Filmmusik in ihren gemeinsamen Filmen sowie über ausgewählte Beispiele von Martin Scorsese.
In Kooperation mit Film-Dienst

In deutscher Sprache
 

Montag, 11.2.2013, 18 Uhr
RETROSPEKTIVE
Als die Silhouetten laufen lernten: Lotte Reinigers Trickfilmkunst

Nicht Walt Disney – wie gerne behauptet –, sondern der deutschen Filmkünstlerin Lotte Reiniger (1899–1981) ist der erste abendfüllende Animationsfilm der Filmgeschichte zu verdanken. Reinigers Silhouettenfilm DIE ABENTEUER DES PRINZEN ACHMED (Deutschland 1926), eine neue Spielart des Kunstfilms zwischen Jugendstilästhetik, Expressionismus und Zaubermärchen, fand viele Bewunderer, unter ihnen Jean Renoir und Bertolt Brecht. Die Pionierin des künstlerischen Trickfilms hinterließ ein Werk von mehr als 40 Filmen, Scherenschnitten, Zeichnungen, Fotos und zahlreichen Dokumenten zu ihrem Schaffen.
Der Dokumentarfilm LOTTE REINIGER – TANZ DER SCHATTEN (Deutschland 2012) stellt die Filme Lotte Reinigers in einen historischen Zusammenhang: Ihre Scherenschnittkunst und ihr Umgang mit Licht und Schatten haben nicht nur den Trickfilm des Weimarer Kinos geprägt, sondern sind bis heute Inspirationsquelle für Animationsfilmer weltweit. Susanne Marschall präsentiert die Dokumentation, die in Zusammenarbeit mit Studenten der Universität Tübingen entstanden ist.

In deutscher Sprache
 

Mittwoch, 13.2.2013, 18 Uhr
HOMMAGE
Homage to Claude Lanzmann
Ulrich Gregor in conversation with Claude Lanzmann

Der französische Regisseur Claude Lanzmann ist einer der großen Dokumentaristen des Völkermordes an den Juden. Zugleich ist der 87-Jährige, wie er in seiner hochgelobten Autobiografie beschrieben hat, selbst ein Zeitzeuge des 20. Jahrhunderts: Er war kommunistischer Résistance-Kämpfer gegen die Nazis, Journalist, Gefährte Jean-Paul Sartres und Simone de Beauvoirs, ist bis heute Herausgeber der berühmtesten Philosophiezeitschrift Frankreichs, Les Temps Modernes, und ein streitbarer Kopf. Sein neuneinhalbstündiger Dokumentarfilm SHOAH (1985) ist als epochales Meisterwerk der Erinnerungskultur in die Filmgeschichte eingegangen.
Die 63. Internationalen Filmfestspiele Berlin widmen dem französischen Regisseur und Produzenten Claude Lanzmann eine Hommage und verleihen ihm den Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk.

In französischer Sprache mit englischer Übersetzung
 

Donnerstag, 14.2.2013, 18 Uhr
BLICKE IN DIE ARCHIVE
Gerhard Lamprecht:
Regisseur, Sammler, Filmhistoriker, Begründer der Deutschen Kinemathek

Früh vom Kinovirus befallen, sammelte er schon als Kind Filme und alles Gerät und Papier, das zum Film dazugehört. Bald projizierte er Filme in Kinos und konstruierte neue Kameramechanismen. Von den 1910er bis in die späten 1950er-Jahre war Gerhard Lamprecht (1897–1974) als Autor und vielbeschäftigter Regisseur aktiv. Danach wurde aus seiner Privatsammlung die Deutsche Kinemathek, eine öffentliche Institution, die nun 50 Jahre alt wird. Zum Geburtstag der Kinemathek werden Leben und Werk Lamprechts in einer dreibändigen Publikation vorgestellt und zwei seiner wichtigsten Filme auf DVD publiziert.
Mit Beiträgen von Rainer Rother (Künstlerischer Direktor der Deutschen Kinemathek und Leiter der Retrospektive), Martin Koerber (Leiter der Abteilung Archiv und Recherche der Deutschen Kinemathek), Rolf Aurich und Eva Orbanz (Mitherausgeber und Autoren der Edition Gerhard Lamprecht).

In deutscher Sprache
 

Freitag, 15.2.2013, 18 Uhr
BLICKE IN DIE ARCHIVE
Filmerbe Studentenfilm?
Das Archiv der dffb in der Deutschen Kinemathek

In den etwa 3 .000 Produktionen der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb) spiegeln sich nahezu 50 Jahre Zeit- und Filmgeschichte: die Studentenbewegung um 1968, die erste „Berliner Schule" der 1970er-Jahre mit Dokumentar- und Arbeiterfilmen, Filme von Frauen, Experimental- und Spielfilme und schließlich die zweite „Berliner Schule", die weltweit als Wiedergeburt eines neuen deutschen Kinos von sich reden machte.
Durch die Stiftung Deutsche Klassenlotterie ermöglicht, wurden Film- und Tonmaterial überprüft und konservatorisch behandelt, ausgewählte Filme hochwertig digitalisiert und Produktionsunterlagen erschlossen und archiviert. Der Erhalt des dffb-Archivs ist nun gesichert und eine Auswahl von Filmen steht der Öffentlichkeit in neuer Qualität zur Verfügung. Das Projekt und seine Filme werden zum Abschluss von Jan Schütte (Direktor der dffb) und Martin Koerber (Leiter der Abteilung Archiv und Recherche der Deutschen Kinemathek) präsentiert und von den Projektmitarbeitern erläutert.

In deutscher Sprache

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