Falk Harnack

Weitere Namen: Harnack, Falk Erich Walter (Geburtsname)

Filmregisseur, Theaterregisseur, Drehbuchautor, Schauspieler, künstlerischer Direktor der DEFA

* in Stuttgart

in Berlin

Der eng in den antinazistischen Widerstandskreis der „Weißen Rose“ verwickelte, vom „Volksgerichtshof“ jedoch nicht zum Tode verurteilte Falk Harnack war vor dem Zweiten Weltkrieg als Theaterkünstler tätig. Nach politischen Querelen um sein DEFA-Filmdebüt ›Das Beil von Wandsbek‹ (1951) setzte er seine Regietätigkeit im bundesdeutschen Kino sowie später beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen fort.

Gemeinsame NormdateiFilmportalWikipedia

Über den Bestand

Besonders die im Nationalsozialismus gemachten Erfahrungen hat Harnack in sein Werk einfließen lassen. Produktionen wie ›Der 20. Juli‹ (1955), ›Unruhige Nacht‹ (1958, nach Albrecht Goes), ›Jeder stirbt für sich allein‹ (1962, nach Hans Fallada) oder ›Der Verfolger‹ (1974, nach Günther Weisenborn) bekunden, dass er sie als demokratische Verpflichtung begriff. Das Material in der Kinemathek wurde Anfang 1989 durch ihn persönlich übergeben. Es enthält vorrangig Unterlagen zu seinen Kino- und Fernseharbeiten, während in korrespondierenden Beständen anderer Einrichtungen biografische und theaterhistorische Dokumente bzw. Archivalien zu Harnacks Verbindungen in den Widerstand dominieren. In der Kinemathek finden sich u.a. Roh- und Regiedrehbücher, Dialog- und Montagelisten, Bühnenmanuskripte; dazu Korrespondenz, auch solche mit Sendern (u.a. Änderungsforderungen des ZDF an ›Peenemünde‹, 1970), Recherchematerialien (Vernehmungsprotokoll Nürnberger Prozesse für ›Der 20. Juli‹, literarische Vorlagen), Besetzungsvorschläge und -listen, Drehpläne, Atelierskizzen, Vor- und Abspannlisten, Fotos, Tonträger, Pressematerialien zu zahlreichen Titeln, Briefzuschriften und andere Reaktionen auf Kinofilme und Fernsehausstrahlungen (Kritiken, Quotenmessung, Zuschauerbefragungen), Unterlagen zu Wiederausstrahlungen von Filmen sowie zu nicht realisierten Projekten, Textbücher für Hörspiele. (Text: Rolf Aurich)
Enthält
Drehbuch (Schriftstück), Druckgrafik, Fotografie, Handzeichnung, Literatur, Schriftgut, Tonträger
Umfang
circa 2.0 Regalmeter
Signatur
198818
ZitierweiseFalk-Harnack-Archiv, Deutsche Kinemathek