Gerd Oswald

Regisseur, Regieassistent, Drehbuchautor, Produzent, Schauspieler

* in Berlin

in Los Angeles

Gerd Oswald wirkte in Film und Theater als Kinderdarsteller und assistierte dem Vater, Regisseur Richard Oswald, bereits als 13-jähriger. 1933 aus Deutschland vertrieben, emigrierte er 1938 mit den Eltern – seine Mutter war die Schauspielerin Käte Waldeck – in die USA, wo er eine Laufbahn als Regieassistent, Regisseur und Produzent einschlug.

WikipediaGemeinsame NormdateiFilmportal

Über den Bestand

Der Bestand zu Gerd Oswald besteht aus einem privaten Fotoalbum der Nachkriegszeit, welches er der Kinemathek 1980 gemeinsam mit dem Nachlass seines Vaters übergab. Das mit der Hand beschriftete Objekt dokumentiert seine transatlantische Reise nach Deutschland und Frankreich 1947. Im Mittelpunkt stehen der Besuch der Dreharbeiten zu Billy Wilders ›A Foreign Affair‹ (USA 1948) in Berlin und das Zeugnis der städtischen Zerstörungen in Deutschland durch den Zweiten Weltkrieg. Ähnlich wie der Film zeigen Oswalds Fotografien erhabene Trümmerlandschaften aus der Sicht des Remigranten, ohne dabei eine ausgesprochen dokumentarische Perspektive einzunehmen. So sind Fotos der zerstörten Kinos rund um den Breitscheidplatz, darunter der Sitz der ehemaligen Richard-Oswald-Lichtspiele in der Kantstraße 163, mit lakonischen Kommentaren versehen wie „vorübergehend geschlossen - für 1000 Jahre“. Die Aufnahmen umfassen weitere Orte mit biografischen Familienbezügen, aber auch die Neue Reichskanzlei als ikonisches Zentrum der Macht der Nationalsozialisten. Oswalds eigenes Filmœuvre, etwa der Western ›The Brass Legend‹ (USA 1956) oder der bundesdeutsche Halbstarkenfilm ›Am Tag als der Regen kam‹ (1959), ist in dem Album nicht repräsentiert. (Text: Julia Riedel)
Enthält
Drehbuch (Schriftstück), Fotografie, Schriftgut
Umfang
circa 0.2 Regalmeter
Signatur
198053
ZitierweiseGerd-Oswald-Archiv, Deutsche Kinemathek