Quelle: Salzgeber
Oranzhevye zhilety + Vorfilm
Kinemathek – Halle
Nach einem Besuch im Westen stellen Ella Milova und Irina Pismennaja fest, dass die Ideen vom Feminismus in Ost und West stark auseinandergehen. Die belarussischen Filmemacherinnen engagieren den Regisseur Yury Khashevatsky für Dreharbeiten zu einem Filmbrief, der u. a. an ihre Bremer Kollegin Helke Sander gerichtet ist. In ihm berichten sie von Alltagsnöten in einer Diktatur und Mangelwirtschaft. Über Frauenarbeit und Gleichberechtigung, aber auch über Liebe sprechen sie mit Arbeiterinnen und Parteifunktionärinnen, mit Strafgefangenen und mit Frauen in Tadschikistan, die ihre Tätigkeit als Sklavinnenarbeit beschreiben. So manche Äußerung hätte kurz zuvor noch einen Straftatbestand dargestellt. Bis nach Sibirien geht es, um zu dokumentieren, wer in diesem Land in orangefarbenen Westen die Schwerarbeit verrichtet. Die Quintessenz: »Weißt du, je länger wir flogen, fuhren, filmten, desto mehr war ich davon überzeugt, dass du recht hattest: Diese Welt haben die Männer für sich selbst geschaffen.« Gedreht in den letzten beiden Jahren der Sowjetunion, belegt ihr Film Ausbeutung und Unterdrückung, Militarismus, Gewalt und Korruption als eine konstante patriarchale Doktrin.
Oranzhevye zhilety, BY/D 1993, Regie: Yury Khashevatsky, Russisch, Deutsch, OmdU
Vorfilm: Dirty Girls, USA 1996, Regie: Michael Lucid, 18 min
| Tickets | 15 €, ermäßigt 10 € |
| Wann | So 22.2.26, 14:30 |
| Wo |
Über die Retrospektive
Lost in the 90s
Die diesjährige Retrospektive der Berlinale widmet sich einem der einflussreichsten Jahrzehnte der jüngeren Filmgeschichte. Auch in der historischen Halle im E-Werk, dem neuen Standort der Kinemathek, finden Filmvorführungen und Gesprächsrunden statt.