Engaging with Risk. Strategic Adaptation as Method
Si̇nema Transtopia
Mit: Markus Ruff und Stefanie Schulte Strathaus (beide Arsenal Filminstitut)
Das Filmarchiv des Arsenals spiegelt das langjährige Engagement des Instituts für internationales Kino wider, nicht zuletzt in seiner Rolle als Organisator der Berlinale-Sektion Forum seit 1971. Für manche ist das Arsenal zu einem sicheren Hafen für das unabhängige Kino geworden. Das zieht eine gewisse Verantwortung nach sich: Wenn wir kulturelles Erbe im globalen Kontext als etwas Gemeinschaftliches erachten, dann ist es unsere Aufgabe, Archivprojekte gemeinsam aufzubauen.
Was aber, wenn sich die Machstrukturen in einem Partnerland verschieben? Was, wenn neue politische Umstände es erfordern, ein Archiv schnell außer Landes zu bringen? Was, wenn Kriege Projektpartner*innen zur Flucht zwingen und sie Filme zurücklassen müssen, ohne eine Möglichkeit, auf sie zugreifen zu können? Strategische Anpassung wird genau dann zur grundlegenden Methodik – und richtet den Blick auch nach innen: Wie werden Risiken in verschiedenen politischen und kulturellen Kontexten bewertet – und wie definieren wir Risiko? Wer trägt das Risiko? Was bedeutet Widerstandsfähigkeit in der Praxis? Was können wir aus der transnationalen Zusammenarbeit lernen?
Markus Ruff und Stefanie Schulte Strathaus stellen gemeinschaftliche Filmrestaurierungsprojekte aus Guinea-Bissau, Libanon, Sudan und Iran vor – allesamt Länder, deren politischen Verhältnisse sich, zum Teil wiederholt und drastisch, im Laufe des jeweiligen Projekts verschoben haben.
In englischer Sprache
| Tickets | 10 € |
| Wann | Fr 23.10.26, 11:00 |
| Wo |
Details zur Veranstaltung
Details zur Veranstaltung
Markus Ruff
studierte an der Universität der Künste Berlin (UdK) und der Universidad del Cine in Buenos Aires. Er ist seit 2011 für den Bereich Archivprojekte am Arsenal Filminstitut verantwortlich und leitet dort Digitalisierungs- und Restaurierungsprojekte. Dazu gehörten unter anderem »Living Archive – Archivarbeit als künstlerische und kuratorische Praxis der Gegenwart« (2011–2013); »Animated Archive« (2012), das sich der Digitalisierung des Bestands im nationalen Filminstitut von Guinea-Bissau widmete; »Studio Gad« (2013, 2016), in dessen Fokus die Digitalisierung und Konservierung der privaten Archivbestände des sudanesischen Filmemachers Gadalla Gubara stand; und »Archive außer sich« (2017–2021). Zudem engagiert sich Ruff in der Ausbildung auf dem Gebiet der Filmarchivierung und -konservierung.
Stefanie Schulte Strathaus
ist künstlerische Leiterin des Arsenal Filminstitut in Berlin. Von 2001 bis 2019 war sie Mitglied des Auswahlkomitees des Berlinale Forum, von 2006 bis 2020 Gründungsdirektorin von Forum Expanded. Sie kuratierte Ausstellungs- und Forschungsprojekte wie »Living Archive – Archivarbeit als zeitgenössische künstlerische und kuratorische Praxis« (2010–2013) und »Archive außer sich« (2017–2022). 2021 initiierte sie das seither zweijährig stattfindende Festival Archival Assembly. Schulte Strathaus ist Vorstandsmitglied der Fédération Internationale des Archives du Film (FIAF), des Masterstudiengangs »Film Culture« an der University of Jos in Nigeria sowie des Harun-Farocki-Instituts in Berlin. Sie ist (mit Vinzenz Hediger) Herausgeberin des Bands ›Accidental Archivism. Shaping Cinema’s Futures with Remnants of the Past‹ (2024).
Weitere Informationen zum Festival
Über Film Restored
2026 widmet sich das Filmerbe-Festival der Deutschen Kinemathek den Risiken im Kino. Es blickt auf Wagnisse bei der Produktion und Verbreitung von Filmen, auf Gefahren im Archiv und bei Restaurierungen sowie auf Filme über Menschen, für die alles auf dem Spiel steht – Risikoebenen, die oft zusammen auftreten und sich gegenseitig bedingen.
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Donnerstag 22.10.
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