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Vaterland
Si̇nema Transtopia
Alle Bemühungen von Kadir, sich im Deutschland der Wendezeit ein Leben aufzubauen, werden vereitelt oder enden in Enttäuschung. Kurz nach dem Mauerfall am 9. November 1989 wird er in der DDR aus einem Zwangsaufenthalt in der Psychiatrie entlassen. Seine Mitmenschen begegnen ihm mit Ablehnung, seine Frau will sich scheiden und ihm den Umgang mit dem gemeinsamen Sohn verbieten lassen. In seiner Verzweiflung erscheint ihm eine riskante Entscheidung als einziger Ausweg: Er entführt seinen Sohn und flieht mit ihm in Richtung Algerien. Kadir, der für Regisseur Uli M Schueppel »Opfer und Täter zugleich« ist, reist mehr entwurzelt denn zielgerichtet durch ein im Umbruch verlorenes Deutschland, eingefangen in fesselnder Bildpoesie. Diese Perspektive erwies sich zur Produktionszeit als großes Wagnis, das Schueppel vehement verteidigen musste.
D 1992, Regie: Uli M Schueppel, 89 min, OmeU
Gespräch mit Uli M Schueppel (Regisseur) und Masha Matzke (Deutsche Kinemathek)
| Tickets | 10 € |
| Wann | Do 22.10.26, 14:30 |
| Wo |
Details zur Veranstaltung
Details zur Veranstaltung und Gäste
Filmdaten
R: Uli M Schueppel
B: Uli M Schueppel
K: Ciro Cappellari
S: Inge Schneider
M: Alexander Hacke, Mick Harvey
D: Olivier Picot, Heidrun Bartholomäus, Miroslaw Baka, Alexander Hacke
P: Trans-Film, uMs-Produktion, für das ZDF
UA: Oktober 1992
Originalformat: Super 16 mm, s/w
Vorführkopie: 2K DCP, 89 min, Deutsche Kinemathek
Infos zur Restaurierung
2026 wurde der Film unter Leitung der Deutschen Kinemathek in 3K-Auflösung digitalisiert und bei Basis Berlin Postproduktion in 2K restauriert. Ausgangsmaterialien waren das Super-16-mm-Originalnegativ und der Sendeton des ZDF auf 16-mm-Magnetband. Die Digitalisierung wurde gefördert durch das Förderprogramm Filmerbe (FFE).
Masha Matzke
ist eine in Berlin lebende Filmrestauratorin, Forscherin und Kuratorin mit einem Fokus auf frühes und experimentelles Kino. Sie hat Abschlüsse in Filmwissenschaft von der Freien Universität Berlin und in Filmrestaurierung von der L. Jeffrey Selznick School of Film Preservation in Rochester. Matzke ist seit 2017 im Filmarchiv der Deutschen Kinemathek tätig, aktuell als Filmrestauratorin im Projekt Förderprogramm Filmerbe (FFE). Sie hat Filmreihen unter anderem an den Anthology Film Archives in New York, dem Harvard Film Archive, an der Cinémathèque québécoise in Montreal und im Kulturzentrum TIFF Lightbox in Toronto präsentiert. Matzke ist Herausgeberin der ersten Monografie über die Filmemacherin Dore O. und schreibt in ihrer freien Zeit über experimentelles Kino.
Uli M Schueppel
studierte Film an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB). Als Drehbuchautor, Regisseur und Produzent – und gelegentlich als Kameramann – hat er an fünfzehn Langfilmen mitgewirkt, darunter Spiel-, Essay- und Dokumentarfilme, sowie an zahlreichen Kurzfilmen, Musikvideos und Animationen. Projekte, an denen er beteiligt war, wurden unter anderem mit dem Sonderpreis der Jury beim World Film Festival in Montreal (1988), dem OCIC-Award (1993), dem New Berlin Film Award (2008) und dem Underground Spirit Award (2009) ausgezeichnet; 2014 gewann er den Preis für sein Lebenswerk beim internationalen Musikdokumentarfilmfestival in Kroatien. Seine Arbeiten waren unter anderem im Museum of Modern Art (MoMA) in New York, im Institute of Contemporary Arts (ICA) London, im Louvre in Paris, im Haus der Kunst in München und auf der documenta 14 in Kassel zu sehen. Schueppel hat verschiedene Festivalprogramme (co-)kuratiert, war Mitglied internationaler Jurys und gehört seit 2002 der Europäischen Filmakademie (EFA) an.
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Über Film Restored
2026 widmet sich das Filmerbe-Festival der Deutschen Kinemathek den Risiken im Kino. Es blickt auf Wagnisse bei der Produktion und Verbreitung von Filmen, auf Gefahren im Archiv und bei Restaurierungen sowie auf Filme über Menschen, für die alles auf dem Spiel steht – Risikoebenen, die oft zusammen auftreten und sich gegenseitig bedingen.
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