2017 konnte die Deutsche Kinemathek von ihrem Sohn Christoph H. Kunheim einige Stücke aus dem Nachlass erwerben. Die kleine Sammlung umfasst Korrespondenz und Verträge aus ihrer Zeit beim Tonfilm bis Mitte der 1930er-Jahre, diverse Fotos aus Filmen und von öffentlichen Auftritten, Glückwunschschreiben deutscher Politiker zu ihren Geburtstagen sowie Pressematerial.
Eine Besonderheit stellt ein Porträtkopf dar, der ihr viel gepriesenes und unverwechselbares ‚griechisches‘ Profil zeigt. Er stammt von dem jüdischen Bildhauer Jussuf Abbo, der in den 1920er- und frühen 1930er-Jahren in Berlin lebte und in jüngster Zeit als einer der herausragenden Bildhauer der Weimarer Republik wiederentdeckt worden ist.
Ein weiteres ‚Highlight‘ sind einige Manuskriptseiten des Couturiers Harald Mahrenholz, in den 1920er-Jahren Betreiber eines Berliner Modesalons, auf denen er schillernd seine erste Begegnung mit „der Helm“ schildert – amüsant illustriert von einer Skizze. Sein Bruder, der renommierte Porträt- und Modefotograf Rolf Mahrenholz, fotografierte Helm in den frühen 1930er-Jahren, auch dieses Bild findet sich im Bestand. Das Foto eines Gemäldes von Brigitte Helm, das der Maler Felix Loesch 1930 im Auftrag der Ufa angefertigt hatte, wird flankiert von einem Dankesschreiben des Produktionsleiters der Ufa, Ernst Hugo Correll, an den Künstler. Ein weiteres schönes Stück ist eine Mappe mit Glückwunschschreiben berühmter Kollegen aus Helms aktiver Filmzeit zu ihrem 60. Geburtstag. Hier finden sich sehr persönliche, teils handgeschriebene Adressen von Schauspielern wie Francis Lederer, Gustav Fröhlich, Hubert von Meyerinck oder Rudolf Forster.
Obwohl es sich nur um einen kleinen Bestand handelt, bildet er doch recht gut die kurze, intensive Karriere dieser außergewöhnlichen deutschen Schauspielerin ab, die es verdient, über ihre Mitwirkung an ›Metropolis‹ hinaus wiederentdeckt zu werden. (Text: Nils Warnecke)
EnthältFotografie, Kleinobjekt, Schriftgut
Umfangcirca 0.2 Regalmeter
ZitierweiseBrigitte Helm Archiv, Deutsche Kinemathek