Eine nasse, schmutzige Frau liegt am Boden und schaut hoch.
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Das Filmerbe-Festival

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Festival Film Restored 2026: »Risky Business«

2026 widmet sich das Filmerbe-Festival der Deutschen Kinemathek den Risiken im Kino: den Wagnissen bei der Produktion und Verbreitung von Filmen, den Gefahren bei Restaurierungen sowie Filmen über Figuren, für die alles auf dem Spiel steht.

Weiterführende Informationen zu den Schwerpunkten

Themen

Risiko im Film

In einer Zeit großer Unsicherheit stellt sich die Frage, wie Risikobereitschaft im Film bewertet wird. Welche Wagnisse heroisiert oder belohnt das Kino, welche beklagt oder bestraft es? Die Filmgeschichte ist voll von risikofreudigen Figuren, die viel zu gewinnen oder zu verlieren haben, die hoch pokern und bei lebensentscheidenden Veränderungen kopfüber ins Ungewisse springen. Dazu gehören auch Geschichten von (jugendlichem) Leichtsinn, Mutproben, verlockenden Wetten sowie vom Nervenkitzel des Tabubruchs. Zum anderen setzen sich Filme mit schier ausweglosen Momenten auseinander, bei denen das Motto »Alles oder nichts« – trotz des Risikos – als einzige Option erscheint: Fluchten, Aufbrüche ins Exil und Entscheidungen, die über Leben und Tod bestimmen.

Risiken bei Produktion, Verbreitung und Rezeption

Die Filmgeschichte sähe heute anders aus, wenn nicht zahlreiche Filmemacher*innen große finanzielle oder künstlerische Risiken oder beides auf sich genommen hätten. Laut dem Filmwissenschaftler Vinzenz Hediger hat die Kinogeschichte »Risiko als eine ästhetische Tugend« honoriert, trotz oder gerade wegen des in vielerlei Hinsicht gleichförmigen Konsumangebots der Filmindustrie. Dies gilt insbesondere für Produktionen, die sich jenseits des Mainstreams an neue Themen und unkonventionelle Formen wagten: mit unmittelbarem Breitenerfolg, mit begrenzter oder erst später Anerkennung, oder degradiert zum »Flop.« Auch die Verbreitung und das Schauen von Filmen waren oft riskant, wenn etwa Zensurbestimmungen den Zugang erschwerten oder ihn gar unter Strafe stellten. Andere Filme machten jenseits offizieller Kanäle eine Karriere als »pirated versions«.

Risiken in der Filmrestaurierung

Das Festival widmet sich zudem den Risiken bei herausfordernden Restaurierungen: vom Umgang mit Unikaten und schwer angegriffenem Material bis hin zu den Chancen und Gefahren, die die Revolution der künstlichen Intelligenz mit sich bringt. In besonderem Maße lädt das Festival dazu ein, sowohl den erfolgreichen als auch fehlerhaften Ausgang von risikoreichen Restaurierungen konstruktiv zu diskutieren. Mit diesem Thema soll die anspruchsvolle Arbeit von Filmarchiven sichtbarer gemacht werden.

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Stichpunkte zu möglichen Themen

Zu diesem Thema bringt das Festival Filme, Fachwelt und alle, die Film lieben, zusammen.

 

Erwünscht sind u. a. Einreichungen (neue Filmrestaurierungen, Werkstattberichte, Workshops, Podiumsdiskussionen und wissenschaftliche Vorträge) zu:

 

  • Filmen, bei denen Protagonist*innen viel zu gewinnen oder zu verlieren haben
  • Filmen über risikofreudige Figuren, Einzelgänger*innen, Rebell*innen, Leichtfüße
  • Filmen über Wetten, Mutproben und »jugendlichen Leichtsinn«
  • Filmen über den Nervenkitzel des Tabubruchs und Verbotenen
  • Filmen, bei denen Menschen in die Situation gedrängt werden, ein großes Risiko einzugehen oder ins Ungewisse aufzubrechen: Flucht, Aufbruch ins Exil etc.
  • Filmen, bei denen Entscheidungen getroffen werden müssen, die über Leben und Tod entscheiden
  • Filmen, deren Produktion ein großes finanzielles Risiko bedeutete
  • Filmen, die ein großes künstlerisches Risiko eingingen, etwa solche jenseits des kommerziellen Mainstreams, mit kontroversen Themen oder alternativer Ästhetik
  • Filmen, deren Produktion ein großes politisches Risiko darstellte (gefilmt trotz Drehverbot o. Ä.)
  • Filmen, die wegen Zensur oder anderer Gründe eine besondere Vorführgeschichte haben, etwa nur schwer oder außer Landes aufgeführt werden konnten
  • Filmen, die auch oder insbesondere als »pirated versions« (re)zirkulierten, etwa während der frühen Tage des videofähigen Internets.
  • Filmen, die auf Basis von schwer beschädigtem Material oder von Unikaten restauriert wurden oder werden sollen und deren Bearbeitung besonders sensibel ist
  • Vorstößen im Bereich künstliche Intelligenz bei Restaurierungen und im Archiv – sowie potenziell erkannte Chancen und Risiken

Einreichung bis 31.3.26

  • Vorschlag Vortrag, Werkstattbericht, Podiumsrunde, andere Gesprächsformate

Für die Einreichung von Vorschlägen verwenden Sie bitte die Formulare.

 

Die Vorschläge können bis zum 31.3.2026 auf Englisch eingereicht werden.

 

Vorschläge müssen einen konkreten Bezug zum Festivalthema »Risky Business« herstellen. Jede Person oder Institution kann maximal drei Vorschläge einreichen.

 

Eine Entscheidung wird bis Anfang Juni getroffen, das Programm wird Anfang September veröffentlicht. Vortragenden wird ein Honorar gezahlt. Ein begrenztes Kontingent für Reisekosten steht ebenfalls zur Verfügung.

 

 

Kinopreis

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Kinopreis des Kinematheksverbundes

Im Rahmen des Festivals wird wieder der Kinopreis verliehen, mit dem der Kinematheksverbund jährlich kommunale Kinos und filmkulturelle Initiativen für ihre herausragenden Programme und ihr kontinuierliches Engagement für eine anspruchsvolle und vielfältige Kinokultur in Deutschland auszeichnet. 


Bewerbungen sind bis zum 31. Mai 2026 über die Website des Kinematheksverbundes möglich.