Tobby, BRD 1961, Regie: Hansjürgen Pohland, Foto: Will McBride/Deutsche Kinemathek
Das andere Kino – On Tour
Die Retrospektive der Internationalen Filmfestspiele Berlin feierte 2024 mit »Das andere Kino« unangepasste Protagonist*innen, eigenwillige Filmsprachen und unkonventionelle Produktionen der deutschen Filmgeschichte jenseits des Kanons. Ein Großteil der 23 Titel kam dabei aus den Beständen der Deutschen Kinemathek. Aufgrund des großen Erfolges bieten wir eine Auswahl von fünfzehn Filmen zu Sonderkonditionen ab zwei Titeln oder als Paket im Filmverleih bis Ende Januar 2025 an.
Kontakt: disposition [at] deutsche-kinemathek.de (disposition[at]deutsche-kinemathek[dot]de), 030-300 903 32
Sonderkonditionen gelten für die Buchung ab zwei Titeln: 100 EUR pro Vorführung für Langfilm, 40 EUR für Kurzfilm plus Transportkosten für den Hin- und Rückweg
Quelle Synopsen: Internationale Filmfestspiele Berlin, Jörg Schöning
Liste der Filme
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Banale Tage
Banale Tage, Deutschland 1991, Regie: Peter Welz, Foto: Michael Schaufert/DEFA-Stiftung
Zwei Ostberliner Jugendliche rebellieren in den 1970er-Jahren gegen die allgegenwärtige Bevormundung. Für ihre Abrechnung mit dem Alltags- und Kulturleben in der DDR erprobte die Filmgroteske aus dem Umfeld der Berliner Volksbühne eine neue Filmsprache.
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Dark Spring
Dark Spring, BRD 1970, Regie: Ingemo Engström, Quelle: Deutsche Kinemathek
Im Verlauf eines fiktiven Roadmovies sprechen altersgleiche Frauen aus dem Bekanntenkreis der Regisseurin über Paarbeziehungen und Liebesutopien. Die Abschlussarbeit an der Münchner Filmhochschule war eine frühe Bestandsaufnahme feministischer Positionen.
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Der kleine Godard. An das Kuratorium Junger Deutscher Film
Der kleine Godard. An das Kuratorium Junger Deutscher Film, BRD 1978, Regie: Hellmuth Costard, Quelle: Deutsche Kinemathek
Der mit einem ausgetüftelten Super-8-System gedrehte experimentelle Dokumentarfilm zeigt, unter welchen Prämissen Filme etwa von R. W. Fassbinder oder Hark Bohm in Deutschland entstehen – und im Fall des Avantgardefilmers Jean-Luc Godard eben nicht.
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Die Deutschen und ihre Männer
Die Deutschen und ihre Männer, BRD 1989, Regie: Helke Sander
Foto: Deutsche KinemathekAuf der Suche nach einem geeigneten Mann befragt »Lieschen Müller« in der Bundeshauptstadt Bonn Politiker und Passanten nach ihrem männlichen Selbstverständnis. Auch Männergewalt umfasst der peinigende Fragenkatalog dieses satirischen Dokumentarfilms.
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Die endlose Nacht
Die endlose Nacht, BRD 1963, Regie: Will Tremper, Quelle: Deutsche Kinemathek
Der Westberliner Flughafen Tempelhof, 1962: Wegen Nebels ist der Flugverkehr eingestellt. Ein gutes Dutzend gestrandeter Passagiere ist gezwungen, die Nacht am Boden zu verbringen. In locker verbundenen Episoden zeichnet der Film ein facettenreiches Bild aus Begegnungen und Gesprächen.
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Fegefeuer
Fegefeuer, BRD 1971, Regie: Haro Senft, Quelle: Deutsche Kinemathek
Nachdem er Zeuge einer Entführung geworden ist, beteiligt sich ein junger Münchner an der Befreiung des Entführten. Seine Parteinahme lässt ihn schuldig werden, wofür er sich im Verhör rechtfertigen soll. Ein Psychothriller mit politischem Hintergrund.
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Herzsprung
Herzsprung, Deutschland 1992, Regie: Helke Misselwitz, Foto: Helga Paris/DEFA-Stiftung
Nach der Wiedervereinigung wird eine junge Frau in Brandenburg Opfer der ökonomischen Krise und Ziel fremdenfeindlicher Aggression. Eine verdichtete Darstellung des sozialen Umbruchs in Ostdeutschland – aktuell, authentisch und poetisch zugleich.
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Ich
Ich, BRD 1988, Regie: Bettina Flitner, Quelle: Deutsche Kinemathek
Nachdem sie mit ›Die Einstellung‹, einem billig produzierten Außenseiterfilm, einen weltweiten Erfolg landen konnte, gibt eine Nachwuchsregisseurin Auskünfte zur Entstehungsgeschichte ihres Filmdebüts. Amüsante Persiflage auf den Geniekult um gefeierte Filmregisseure wie Jean-Luc Godard, Wim Wenders oder Jim Jarmusch.
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Jesus – Der Film
Jesus – Der Film, BRD 1986, Regie: Michael Brynntrup, Quelle: Deutsche Kinemathek
Der »Monumentalfilm über den Lebens- und Leidensweg unseres Herrn Jesus Christus« entstand als Gruppenproduktion im Super-8-Format. Eine freigeistige Bibeladaption aus der Queer-, Punk- und Avantgarde-Szene, provokant und in expressionistischer Tradition.
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Kismet Kismet
Kismet Kismet, BRD 1987, Regie: Ismet Elçi, Quelle: Deutsche Kinemathek
Ein junger Türke setzt beim Versuch, Filmregisseur zu werden, seine Existenz aufs Spiel, während sein bester Freund in Prostitution und Kriminalität abrutscht. Eine Berliner Low-Budget-Produktion, angesiedelt zwischen Anatolien und Underground.
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Leuchtkraft der Ziege – Eine Naturerscheinung
Leuchtkraft der Ziege – Eine Naturerscheinung, DDR 1988, Regie: Jochen Krausser, Foto: Christian Lehmann/DEFA-Stiftung
Ein jugendlicher Freizeitfilmer reist mit seiner Schmalfilmkamera ins ländliche Thüringen, um dort Bilder von den Dreharbeiten einer Amateurfilmgruppe zu ihrem jüngsten Dorfkrimi auf Schmalfilm zu bannen. Ironisch und subversiv spielt Krausser mit den Konventionen des Kinos und der bildenden Künste.
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Macumba
Macumba, BRD 1982, Regie: Elfi Mikesch, Quelle: Deutsche Kinemathek
In einem Abrisshaus stößt ein Amateurdetektiv auf lethargische Menschen, die ihm fremd und feindlich erscheinen. In (alb-)traumähnlichen Situationen lösen sich Sinnzusammenhänge auf. Magie greift um sich in einem expressionistischen Experimentalfilm.
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Nicht nichts ohne Dich
Nicht nichts ohne Dich, BRD 1985, Regie: Pia Frankenberg, Quelle: Deutsche Kinemathek
Alltagsabenteuer einer Filmemacherin zwischen sozialem Engagement und amourösen Fallstricken. Pia Frankenberg gelingt eine geistreiche Alternative zu den populären Beziehungskomödien der 1980er-Jahre, deren Lebensgefühl ihr Debütfilm ironisch reflektiert.
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Tobby
Tobby, BRD 1961, Regie: Hansjürgen Pohland, Foto: Will McBride/Deutsche Kinemathek
Der Westberliner Jazzsänger und Bongospieler Tobby Fichelscher erhält das verlockende und lukrative Angebot, ein halbes Jahr auf Auslandstournee zu gehen. Doch Tobby zögert. Denn es ist nicht »seine« Musik, die er dort spielen soll. In den Zwiespalt zwischen Kunst und Karriere gestellt, lässt er sich durch die Stadt treiben und trifft schließlich eine Entscheidung.
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Unsichtbare Tage oder Die Legende von den weißen Krokodilen
Unsichtbare Tage oder Die Legende von den weißen Krokodilen, Deutschland 1990, Regie: Eva Hiller
In ihrem Essayfilm illustriert Eva Hiller die nächtliche Infrastruktur einer Großstadt am Beispiel von Frankfurt am Main und Berlin. So wie angeblich ausgewilderte Reptilien die Kanalisation von New York bevölkern, entfaltet sich auch in der deutschen urbanen Dunkelheit ein reges Leben.