Maren Kroymann lachend in einer Talkshow

Maren Kroymann
Foto: Port au Prince Pictures/Archiv: SWR, Nachtcafé

»Was haben wir gelacht«

Allgemeine Informationen

Manfred-Stelzer-Preis
Screening und Verleihung am 20.11.26 

Mit dem Manfred-Stelzer-Nachwuchspreis für Filmkomödien feiern wir das Lachen – und stellen zugleich die Frage: Warum kommt uns manches, das wir vor Jahren witzig fanden, heute nur noch komisch vor?

Der Abend beginnt mit dem Screening des Dokumentarfilms ›Was haben wir gelacht‹ (D 2026), der Humor mit gesellschaftlichen Verhältnissen in Bezug setzt und fragt, warum im Fernsehen der 1990er und Nullerjahre Lachen auf Kosten von Frauen so allgegenwärtig war. Antworten geben im anschließenden Gespräch Maren Kroymann und die Filmemacherinnen Eva Müller und Isabel Schneider.

»Schräg« ist das Motto des Stelzer-Nachwuchspreises. Welcher der zehn nominierten Kurzfilme die Jury überzeugt hat, wird erst an diesem Abend verraten. Der Gewinnerfilm wird anschließend auf großer Leinwand gezeigt.

Durch den Abend führt die Filmjournalistin und Autorin Jenni Zylka.

Weiterführende Informationen

Was, wer, wann?

Was ist der Manfred-Stelzer-Nachwuchspreis?

Der Manfred-Stelzer-Nachwuchspreis für Filmkomödien möchte Talente mit Sinn für das Komische, das Absurde, Komödiantische finden und fördern. »Komisch sein« ist handwerklich schwierig: Unser Sinn für Humor wurzelt in (nationalen) Herkünften, Kulturen, gesellschaftlichen Gruppierungen, sozialen Klassen, in Alter, Geschlecht etc. 

Was wir lustig finden, ist höchst individuell, oft persönlich, gelegentlich genieren wir uns sogar für das, worüber wir lachen. Ein Konsens scheint also schwer herstellbar. Aber das ist uns wurscht. Wir wollen jetzt mal was Lustiges!

Der Preis wird in Erinnerung an den Regisseur und Drehbuchautor Manfred Stelzer (1944–2020) ab 2026 jährlich von der Deutschen Kinemathek und seiner Frau Beatrice E. Stammer ergeben. Gesucht wird die herausragende Komödie einer oder eines Nachwuchs-Filmschaffenden. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.

Wer kann mitmachen?

Der Wettbewerb richtet sich an Filmnachwuchs bis zum abgeschlossenen 35. Lebensjahr. Wir freuen uns auf Studierende, Absolvent*innen, Debütant*innen, freie Filmschaffende aus den deutschsprachigen Ländern (DACH). Die Einreichung ist formlos: Eingeladen sind fiktionale und nonfiktionale Formate aller Längen. Die Einreichfrist endet immer am 22. September, dem Geburtstag von Manfred Stelzer. 

Wir erwarten eure Einreichungen für das nächste Jahr also bis zum 22. September 2027 an stelzerpreis [at] deutsche-kinemathek.de (stelzerpreis[at]deutsche-kinemathek[dot]de).

Wann passiert was?

Für den 1. Manfred-Stelzer-Nachwuchspreis ist die Einreichfrist vorbei. Wir haben 61 Einreichungen erhalten und 10 Kurzfilme nominiert. Die dreiköpfige Jury aus den Filmemacher*innen Sonja Heiss und Axel Ranisch und der Künstlerischen Direktorin der Kinemathek, Heleen Gerritsen, wird den oder die Preisträgerin am 20. November bekannt geben. 

Die Preisverleihung ist öffentlich. Tickets gibt es ab Anfang November im Ticketshop. 

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Hintergrundinformationen

Ein Mann zeigt mit dem Finger und lacht.

Manfred Stelzer
© Thomas Kost

Der gebürtige Bayer Manfred Stelzer (1944–2020) studierte Anfang der 1970er-Jahre an der DFFB, später kehrte er als Dozent dorthin zurück. Sein Dokumentarfilmdebüt ›Allein machen sie dich ein‹ (1974) zeigt Jugendliche, die 1971 in Westberlin ein leerstehendes Krankenhausgebäude besetzen und als Georg-von-Rauch-Haus zum Wohn- und Freizeitheim umgestalten. Der Film entstand im Kollektiv mit Hilfe von Spenden und hatte auf der Berlinale Premiere. Für ›Geschichten aus zwölf und einem Jahr‹ (1986) drehte Stelzer 1986 noch einmal mit den 13 jugendlichen Besetzer*innen von damals und zeichnet ihre Lebenswege nach. Dieser Dokumentarfilm wird von der Kinemathek 2026 restauriert.

 

Stilprägend für Stelzers Regie- und Drehbuch-Arbeit wurde die anarchistisch-skurrile Gaunerkomödie ›Schwarzfahrer‹ (1982). In den Achtzigern entstanden bayerische Heimatfilmkomödien mit Irm Hermann, Elke Sommer, Monika Baumgartner, Hanns Zischler, Hans Brenner, Jörg Hube und Sigi Zimmerschied. Der 1990 auf einem stillgelegten Autobahnabschnitt gedrehte ›Superstau‹ führte zu einem Zerwürfnis mit den Produzenten. Danach arbeitete Manfred Stelzer ausschließlich für das Fernsehen: In den neunziger Jahren entwarf er für die Krimireihe ›Polizeiruf 110‹ das Schweriner Ermittlerduo Groth und Hinrichs (mit Kurt Böwe und Uwe Steimle). Ab Mitte der neunziger Jahre erlangte die RTL-Serie ›Balko‹ (mit Ludger Pistor und Jochen Horst) Kultstatus, 2005 entwickelte er für den WDR die Charaktere Thiel und Boerne (Axel Prahl und Jan Josef Liefers) im Münsteraner ›Tatort‹.

 

Eine vollständige Filmographie und alle wichtigen Lebensstationen gibt es hier.

Die Schauspielerin vor einer Fotowand beim Filmfestival Cologne mit dem Manfred-Stelzer-Preis in der Hand.

Maria Schrader
© Claudia Becher

Nach dem Tod von Manfred Stelzer rief seine Frau auf Initiative der Network Movie Film- und Fernsehproduktion gemeinsam mit dem Film Festival Cologne den Manfred-Stelzer-Preis ins Leben, um sein Werk zu würdigen und die deutsche Komödie gezielt in den Fokus des Festivals zu rücken. Über vier Ausgaben hinweg wurden herausragende Filme ausgezeichnet, die mit eigenständigem Humor, Haltung und erzählerischer Präzision an Stelzers unverwechselbare Handschrift anknüpften:

 

2023: ›Wann wird es endlich so, wie es nie war‹ (Regie: Sonja Heiss)

2022: ›Töchter‹ (Regie: Nana Neul)

2021: ›Ich bin Dein Mensch‹ (Regie: Maria Schrader)

2020: ›Der König von Köln‹ (Regie: Richard Huber)

 

Martina Richter, Leiterin des Film Festival Cologne: »Nach vier Jahren haben wir uns aufgrund von begrenzten Kapazitäten dazu entschieden, den Manfred-Stelzer-Preis im Rahmen des Film Festival Cologne nicht weiter fortzuführen. Diese Entscheidung fiel uns nicht leicht – insbesondere angesichts der hochkarätigen Preisträger*innen und der positiven Resonanz. Umso mehr freuen wir uns, dass der Preis nun unter dem Namen Manfred-Stelzer-Nachwuchspreis für Filmkomödien von der Deutschen Kinemathek weitergeführt wird.«