© Harun Farocki GbR
Videogramme einer Revolution
Kinemathek – Halle
»Das Fernsehen ist mit uns! Wir haben gesiegt!« Eine Chronik des Umsturzes 1989 in Rumänien, montiert aus Live-Aufnahmen des staatlichen Fernsehens und Aufzeichnungen zahlreicher Videoamateure: 125 Stunden Material standen Harun Farocki und dem rumänischen Schriftsteller und Regisseur Andrei Ujica zur Verfügung, aus denen sie eine minutengenaue Chronologie der Tage vom 21. bis zum 25. Dezember kompilierten. Multiperspektivisch schildern diese Videogramme die sich überstürzenden Ereignisse zwischen der letzten öffentlichen Ansprache von Nicolae Ceauşescu in Bukarest und der Hinrichtung des Diktators und dessen Frau vier Tage später. Dabei verdichten sich die elektronischen Bilder zum historischen Drama, nimmt die audiovisuelle Geschichtsschreibung die Form eines klassischen Bühnengeschehens an: »Aufstand des Volkes, Sturz der Macht, Hinrichtung der Herrscher«. Die Regisseure, 1992: »Ziel war es, den vorhandenen Bildknäuel zu entwirren und Sequenzen so zu montieren, als könnte man sich, von einer Kamera in die nächste, fünf Tage lang auf ein und derselben Filmschleife fortbewegen.« Ihre ›Videogramme einer Revolution‹ wurden als Installation auch in Museen präsentiert, so 2023 im New Yorker MoMA.
D 1992, Regie: Harun Farocki, Andrei Ujica, 107 min
| Tickets | 15 €, ermäßigt 10 € |
| Wann | Mo 16.2.26, 21:30 |
| Wo |
Über die Retrospektive
Lost in the 90s
Die diesjährige Retrospektive der Berlinale widmet sich einem der einflussreichsten Jahrzehnte der jüngeren Filmgeschichte. In der historischen Halle im E-Werk, dem neuen Standort der Kinemathek, finden Filmvorführungen und Gesprächsrunden statt.