Ein kleines Kind liegt auf dem Boden und schläft, neben ihm auf dem Tisch liegen drei Fische.

Zhizn Ivanny

Stadtbilder
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Film
Di 20.10.26, 19:00

Kinemathek – Studiokino

Die kettenrauchende Powerfrau Ivanna lebt mit ihren fünf Kindern in einer mit Tierfellen bespannten Hütte. Wenn das kleine Nomadenvolk der Nenzen weiterzieht, werden vorne die Rentiere eingespannt. Ivanna führt noch immer das mühsame Leben ihrer Eltern und träumt von einem eigenen Haus in der Stadt. Dort lebt jedoch ihr alkoholkranker Ehemann. ›Life of Ivanna‹ zeichnet ein beeindruckendes Porträt und kommt komplett ohne Voice-over-Kommentare aus. Der Film wurde auf internationalen Festivals wie CPH:DOX in Kopenhagen und Hot Docs in Toronto gezeigt und gewann den Hauptpreis beim Zürich International Film Festival. 
 
Im Gespräch mit Heleen Gerritsen spricht Renato Borrayo Serrano über die Dreharbeiten und Rezeption seines Langfilmdebüts, die politische Lage und die Position ethnischer Minderheiten im heutigen Russland, Exil, die fehlende Filmgeschichte Guatemalas – und natürlich über seine eigene »nomadische« Lebensgeschichte. 

Zu Gast: Renato Borrayo Serrano (Regisseur, Kameramann, Filmdozent) im Gespräch mit Heleen Gerritsen (Deutsche Kinemathek)
In englischer Sprache
EST, FIN, NOR, RUS,  2021, Regie: Renato Borrayo Serrano, DCP, Russisch/Nenzisch (OMeU), 79 min 
Tickets 7 € / ermäßigt 5 €
Wann Di 20.10.26, 19:00
Wo

Kinemathek – Studiokino

Über den Regisseur

Renato Borrayo Serrano wurde 1983 in Guatemala geboren, einem Land ohne Filmschule oder Filmarchive. Getrieben vom Wunsch, Filme zu machen, lernte Renato Russisch und immatrikulierte sich am VGIK, der traditionsreichen Moskauer Filmhochschule. Dort schloss er 2017 sein Regiestudium ab. Noch während seines Studiums heiratete er eine Russin und wurde Vater. Über einen Zeitraum von vier Jahren drehte er seinen ersten abendfüllenden Dokumentarfilm ›Life of Ivanna‹ auf der nördlichen Yamal-Halbinsel, wobei er auch selbst die Kamera machte. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine sowie politische Repressionen erschwerten das Leben und Arbeiten in Russland zunehmend, sodass Renato und seine Frau sich im Jahr 2022 entschieden, auszuwandern. Seitdem leben sie in Berlin, wo Renato auch als Dozent an der Un/Filmed School für Dokumentarfilmemacher*innen aus dem russischsprachigen Raum tätig ist und weiterhin Filme macht, die sich in unterschiedlichen geografischen Kontexten mit den Themen Migration und Menschenrechte beschäftigen. 

Über Stadtbilder

Über »Stadtbilder«

Etwa 40 Prozent der in Berlin lebenden Menschen haben eine Migrationsgeschichte. Für diese spielt sich das Weltgeschehen nicht irgendwo in weiter Ferne ab, sondern betrifft direkt den eigenen Freundeskreis und die eigene Verwandtschaft. Welche Filme möchte diese Stadt sehen – und welche Themen möchte sie besprechen? Die Kurator*innen Rabih El-Khoury und Heleen Gerritsen diskutieren gemeinsam mit Filmschaffenden und Gästen verschiedene Perspektiven auf das Kino und das Leben in der Hauptstadt.