Ein schwarz weiß Bild aus den 80ern. Ein Mann und eine Frau stehen auf einem Steg vor einem See. Der Mann holt eine Zigarette raus.

© Bulgarian National Film Archive 

Понеделник сутрин (Ponedelnik sutrin)

Film Restored
Talk
Film
Fr 23.10.26, 18:00

Kinemathek – Halle

Die auf unwiderstehliche Weise rebellische Toni wird aus der Hauptstadt Sofia verwiesen und ins kleine Ruse geschickt, wo sie Yordan begegnet. Seine aufrichtige Art überzeugt sie davon, sich seiner sozialistischen Arbeiterbrigade anzuschließen. Während Toni versucht, sich der neuen Umgebung anzupassen, treten Spannungen innerhalb der Gruppe auf und machen Heuchelei und moralisches Fehlverhalten offenbar. Da Tonis jugendliche Unbekümmertheit und ihre Missachtung gesellschaftlicher Normen sie in direkten Konflikt mit dem von Sozialismus erwarteten Kollektivismus bringen, muss sie sich entscheiden: entweder für Konformität und emotionale Bindung oder für die unsichere Suche nach einem selbstbestimmten Leben. Die Erzählperspektive des Films erwies sich als eine gefährliche Wahl, insbesondere im Zusammenspiel mit seinen ästhetischen Risiken und dem unkonventionellen Stil: ›Ponedelnik sutrin‹ wurde kurz nach der Fertigstellung verboten und seine Veröffentlichung über zwei Jahrzehnte lang, bis 1988, verhindert.

BG 1966, Regie: Irina Aktasheva, Hristo Piskov, 100 min, OmeU
Einführung: Yoanna Nasfadi (Bulgarska Nacionalna Filmoteka)
Tickets 10 € / ermäßigt 7 €
Wann Fr 23.10.26, 18:00
Wo
Ab Oktober online erhältlich

Details zur Veranstaltung

Details zur Veranstaltung und Gäste

Filmdaten

R: Irina Aktasheva, Hristo Piskov
B: Nikola Tiholov
K: Dimo Kolarov
S: Veselina (Lina) Gesheva
M: Milcho Leviev
D: Pepa Nikolova, Asen Angelov Kisimov, Petar Slabakov, Rousy Chanev, Stefan Danailov, Kiril Gospodinov
P: Boyana Film
Prod: Hristo Karaneshev
UA: Oktober1988

Originalformat: 35 mm, s/w
Vorführkopie: 4K DCP, 100 min, Bulgarska Nacionalna Filmoteka / Bulgarian National Film Archive

Infos zur Restaurierung

Der Film wurde 2025 anhand des Kameranegativs in 4K restauriert, wobei fehlende und beschädigte Abschnitte mithilfe eines Duplikatnegativs rekonstruiert wurden. Die Restaurierung erforderte eine sorgfältige Zusammenführung heterogener Ausgangsmaterialien, bei der Unterschiede in Körnung, Kontrast und Bildstabilität in Einklang gebracht werden mussten. Der Prozess zielte darauf ab, die dynamische Bildsprache des Films zu erhalten und zugleich sein ursprüngliches Tonspektrum sowie die kinematografischen Details wiederherzustellen.

Yoanna Nasfadi

ist eine Filmarchivarin und Spezialistin für Filmerhaltung und -restaurierung. Sie konzentriert sich in ihrer Arbeit auf Digitalisierung, Restaurierung und die langfristige Erhaltung von Archiv- und Amateurfilmen. Derzeit arbeitet sie am staatlichen Digitalisierungsprogramm der Bulgarska Nacionalna Filmoteka. Dort trägt sie in der Restaurierung, Digitalisierung und Qualitätskontrolle zur Erhaltung und digitalen Zugänglichmachung des bulgarischen Filmerbes bei. Zuvor arbeitete sie als Archivarin beim Deutschen Rundfunkarchiv (DRA) und sammelte Erfahrungen in den Bereichen analoge Filmrestaurierung, Archivdokumentation, Metadatenverwaltung und Filmprogrammierung in Einrichtungen für audiovisuelles Kulturerbe. Neben ihrer beruflichen Tätigkeit arbeitet sie an der bulgarischen Akademie der Wissenschaften an ihrer Promotion im Fach Film, bei der sie ihren Forschungsschwerpunkt auf Filmrestaurierung und Archivpraxis legt. Zudem war Nasfadi Teilnehmerin der Film Restoration Summer School 2026 der Fédération Internationale des Archives du Film (FIAF).

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Über Film Restored

2026 widmet sich das Filmerbe-Festival der Deutschen Kinemathek den Risiken im Kino. Es blickt auf Wagnisse bei der Produktion und Verbreitung von Filmen, auf Gefahren im Archiv und bei Restaurierungen sowie auf Filme über Menschen, für die alles auf dem Spiel steht – Risikoebenen, die oft zusammen auftreten und sich gegenseitig bedingen.

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