© Cinematek
La Grande Barrière de corail
Kinemathek – Studiokino
1967 begab sich ein belgisches Team mit dem Marineschiff De Moor auf eine bahnbrechende fünfmonatige Expedition zum Great Barrier Reef, das damals ein noch größtenteils unerforschtes Naturwunder war. Zur Besatzung gehörten Wissenschaftler*innen, Seeleute und der Filmemacher Pierre Levie. Angeführt vom Kapitän Arsène Robyns navigierten sie tückische, nicht kartografierte Gewässer. Das von der Expedition aufgenommene Filmmaterial, eingefangen vom Filmemacher Pierre Dubuisson und dem Taucher Ron Taylor (der später durch den Film ›Der weiße Hai‹ von 1975 berühmt wurde), enthüllte die lebhafte, fremdartige Meeresflora und -fauna des Korallenriffs. Der daraus entstandene Dokumentarfilm hat einen beinahe meditativen Charakter. Er erfüllt sowohl wissenschaftliche als auch filmtechnische und -ästhetische Zwecke, vergleichbar mit Jacques-Yves Cousteaus ›Le Monde du silence‹ von 1956. Der Film wurde bei den Filmfestspielen von Venedig uraufgeführt und von der Kritik als »einzigartiges Spektakel und beispielloses wissenschaftliches Dokument« einer ganz eigenen Welt gelobt. Diese ist seitdem schwer von Umweltverschmutzung und dem Klimawandel betroffen und läuft Gefahr, für immer verloren zu gehen.
BE 1969, Regie: Pierre Dubuisson, Pierre Levie, Michel de Mévius, 92 min, englische Version
Einführung: Bruno Mestdagh (Cinematek)
| Tickets | 7 € / ermäßigt 5 € |
| Wann | Fr 23.10.26, 16:00 |
| Wo |
Kinemathek – Studiokino |
Details zur Veranstaltung
Details zur Veranstaltung und Gäste
Filmdaten
R: Pierre Dubuisson, Pierre Levie, Michel de Mévius
K: Marcel Thonnon, Michel de Mévius
S: Gérard Corbiau
M: Patrick Ledoux
Als sie selbst: Valerie Tayler
Sprecher*innen: Lorette Charlier, Marcel Berteau
P: Université de Liège, Ministère de l’Éducation nationale
Prod: Pierre Levie
UA: 1969
Originalformat: 35 mm, Farbe
Vorführkopie: 2K DCP, 92 min, Cinematek – Cinémathèque royale de Belgique
Infos zur Restaurierung
Das 35-mm-CRI-Internegativ wurde von der Cinematek, dem königlichen Filmarchiv Belgiens, mit Unterstützung der Fédération Wallonie-Bruxelles in 2K-Auflösung gescannt und digital restauriert. Die Restaurierung wurde in Zusammenarbeit mit der Produzentin Françoise Levie von Memento Production und der Université de Liège durchgeführt. Sie unterstreicht die Doppelrolle des Films als Meilenstein der Wissenschaft sowie als Aufruf zum Schutz von fragilen Ökosystemen.
Bruno Mestdagh
arbeitet seit 1987 am königlichen Filmarchiv Belgiens, Cinematek. Derzeit ist er dort für die digitale Filmsammlung verantwortlich und leitet die Koordinierung und Auswahl von Filmelementen für Restaurierung und Digitalisierung. Er ist in verschiedene europäische Filmprojekte involviert, die darauf abzielen, den Zugang zu digitalisierten historischen Filmen aus Archiven in ganz Europa zu ermöglichen. Zusätzlich kuratiert Mestdagh Filmprogramme mit Klassikern und Stummfilmen in seiner Heimatstadt Brügge.
Weitere Informationen zum Festival
Über Film Restored
2026 widmet sich das Filmerbe-Festival der Deutschen Kinemathek den Risiken im Kino. Es blickt auf Wagnisse bei der Produktion und Verbreitung von Filmen, auf Gefahren im Archiv und bei Restaurierungen sowie auf Filme über Menschen, für die alles auf dem Spiel steht – Risikoebenen, die oft zusammen auftreten und sich gegenseitig bedingen.
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