Ein schwarzer Mann mit Afro sitzt mit dem Rücken zur Kamera. Er schaut auf auf ein Zeltlager.

›Tent City‹
© Miñuca & Fernando Villaverde

Against All Odds. Latin American Experiences of Exile and Diaspora

Film Restored
Talk
Fr 23.10.26, 10:00

Si̇nema Transtopia

Mit: José Quental (Cinemateca do Museu de Arte Moderna do Rio de Janeiro), José Luis Aparicio Ferrera (Filmemacher) und Alejandra Larrea Galarza (Filmemacherin und Archivarin)
 

In dieser Veranstaltung werden drei Filmbeispiele aus und über die lateinamerikanische Diaspora beleuchtet. Es werden die prekären Bedingungen ihres Entstehens und ihres Erhalts thematisiert. Infolge von Repressalien in Brasilien drehte Júlio Bressane seinen Avantgardefilm ›Amor Louco‹ (BR/UK 1971) im Londoner Exil. Im Zuge der Rückkehr in sein Heimatland konnte er nur eine einzige 16-mm-Vorführkopie bewahren. Miñuca und Fernando Villaverde drehten ›Tent City‹ (CU/USA 1981) in einem provisorischen kubanischen Flüchtlingslager unter einer Schnellstraße in Miami. Er wird als eine Form von ›staatenlosem Kino‹ untersucht, das außerhalb institutioneller Bezugsrahmen entsteht. Mónica Vásquez’ Film ›Tiempo de Mujeres‹ (ECU 1987) dokumentiert die Organisationsstrategien von Frauen in einem ecuadorianischen Dorf, nachdem der Großteil der Männer auf der Suche nach besseren Arbeitsbedingungen in die USA gegangen war. Als die Regisseurin nach Deutschland emigrierte, war der Film selbst von Fragmentierung und Entwurzelung betroffen.

Anhand von Ausschnitten aus diesen drei Filmen wird beleuchtet, auf welche Weise die Filme zunächst nur unter großen Schwierigkeiten entstanden, um dann wiederum von physischer und historischer Auslöschung bedroht zu werden.

In englischer Sprache
Tickets 10 €
Wann Fr 23.10.26, 10:00
Wo
Ab Oktober online und an der Kinokasse erhältlich

Details zur Veranstaltung

Details zur Veranstaltung

José Luis Aparicio Ferrera 

ist ein kubanischer Filmemacher, Kurator und Forscher. Seine kuratorische Arbeit war in verschiedenen Kinematheken und auf Festivals zu sehen, unter anderem bei der »documenta 15« in Kassel, im Berkeley Art Museum and Pacific Film Archive (BAMPFA), im e-flux Screening Room in Brooklyn, im Museu d’Art Contemporani de Barcelona (MACBA) und im Centre de Cultura Contemporània de Barcelona (CCCB), in Madrid im Círculo de Bellas Artes, der Casa de América und der Cineteca, beim Filmfestival Punto de Vista in Pamplona, in der Filmoteca de Catalunya in Barcelona und in der Cinemateca Brasileira in São Paulo. Zudem ist Ferrera Mitherausgeber des unabhängigen Filmmagazins ›Fantasma Material‹.

Alejandra Larrea Galarza

ist eine ecuadorianische Filmemacherin, Archivarin und Forscherin. Sie besitzt einen Bachelorabschluss in Audiovisueller Regie vom Instituto Superior de Arte (ISA) in Havanna sowie einen Magisterabschluss in Bildwissenschaft von der Universidad Andina Simón Bolívar in Quito. Sie absolvierte zudem eine Ausbildung in audiovisueller Konservierung, Erhaltung und Restaurierung an der Elías Querejeta Zine Eskola (EQZE) in Donostia/San Sebastián. Mit ihrer Arbeit bewegt sich Larrea Galarza an der Schnittstelle von Kino, Archiven und Forschung, wobei sie einen Schwerpunkt auf das audiovisuelle Gedächtnis, die Genealogien weiblichen Filmemachens sowie die Erhaltung und Wiederveröffentlichung audiovisueller Archive legt. Zurzeit entwickelt sie ein Projekt zum Werk der ecuadorianischen Filmemacherin Mónica Vásquez.

José Quental

ist Koordinator der Cinemateca do Museu de Arte Moderna in Rio de Janeiro. Er besitzt einen Bachelorabschluss in Geschichte und einen Masterabschluss in Filmwissenschaft, beide von der Universidade Federal Fluminense (UFF) in Brasilien. Er ist Kurator der Sektion Filmerhaltung des Filmfestivals Mostra de Cinema de Ouro Preto sowie Koordinator der Arbeitsgruppe Erhaltung des Fórum de Tiradentes (2024–2026). Zuvor war er von 2020 bis 2023 als technischer Koordinator der Vereinigung Coordinadora Latinoamericana de Archivos de Imágenes en Movimiento (CLAIM) sowie 2016/17 als Lehrbeauftragter am Fachbereich Film der Université Paris 8 tätig. Von 2011 bis 2015 war Quental Mitglied im brasilianischen Nationalkomitee des Programms »Memory of the World«, Teil des UNESCO-Weltdokumentenerbes.

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Über Film Restored

2026 widmet sich das Filmerbe-Festival der Deutschen Kinemathek den Risiken im Kino. Es blickt auf Wagnisse bei der Produktion und Verbreitung von Filmen, auf Gefahren im Archiv und bei Restaurierungen sowie auf Filme über Menschen, für die alles auf dem Spiel steht – Risikoebenen, die oft zusammen auftreten und sich gegenseitig bedingen.

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