Porträt von Regina Ziegler

Nachruf auf Regina Ziegler

Wir trauern

Am 1. November 2026 ist Regina Ziegler unerwartet in Berlin gestorben. Über mehr als fünf Jahrzehnte hinweg gestaltete die Produzentin maßgeblich das deutsche Kino und Fernsehen mit. Im Alter von 29 Jahren gründete die 1944 in Quedlinburg geborene SFB-Mitarbeiterin die Ziegler-Film GmbH. Sie wollte so ein Filmprojekt ihres Ehemannes Wolf Gremm ermöglichen, das zuvor vom ZDF abgelehnt worden war. 

›Ich dachte, ich wäre tot‹ (BRD 1973) gewann den Bundesfilmpreis, bald arbeitete die Autodidaktin mit Autorenfilmern wie Ulrich Schamoni, Rosa von Praunheim und Rainer Werner Fassbinder. Ihre Erich-Kästner-Verfilmung ›Fabian‹ war 1980 für den Oscar nominiert. Das Museum of Modern Art in New York widmete ihr eine Retrospektive, mit dem ZDF-Dokudrama ›Die Wölfe‹ gewann sie 2009 den International Emmy Award. 

Noch Anfang Oktober präsentierte die 82-Jährige in Berlin ihren jüngsten Kinofilm. Sie wolle, so die Grande Dame, 100 Jahre alt werden und noch ganz viel produzieren. Die Literaturverfilmung ›Heimsuchung‹ von Volker Schlöndorff ist nun doch der Schlussstein einer Ausnahmekarriere geworden. Zahlreiche Objekte und Schriftstücke, die von Regina Zieglers reichem Schaffen zeugen, durchziehen die Sammlungen der Kinemathek. Zuletzt zeigten wir eine Jacke aus dem Film ›Kamikaze 89‹ in unserer Ausstellung »Inventing Queer Cinema«.