Ein Mann auf einem Fahrrad mit einem Flugzeug.

 ›Our Century‹ (Armenische SSR 1982, Regie: Artavazd Pelechian) © Public Television Company of Armenia

The Pelechian Project – Drei neu restaurierte Kurzfilme von Artavazd Pelechian

Looking Back to the Present
Talk
Film
Do 10.12.26, 19:00

Kinemathek – Halle

Lange Zeit kursierten Artavazd Pelechians Filme hauptsächlich illegal auf YouTube in schlechter Qualität. Der 1938 in Armenien geborene Pelechian gilt als Kultregisseur, der das klassische sowjetische Montage-Kino revolutionierte und eine völlig eigenständige, wortlose Filmsprache schuf. Seine Methode der Distanzmontage platziert zusammenhängende oder identische Motive weit voneinander entfernt im Film. Dazwischen werden andere Sequenzen eingefügt. Erst durch das Zusammenspiel über die Distanz hinweg und das Erinnerungsvermögen der Zuschauerinnen und Zuschauer entsteht im Kopf ein Gesamtzusammenhang. Pelechians Filme funktionieren als visuelle Essays, die universell verständlich sind. Der Regisseur kombiniert Archivaufnahmen oder dokumentarische Bilder mit klassischer Musik, wodurch die Szenen eine monumentale, beinahe sakrale Wucht erhalten.

Mit seiner Methode erntete Pelechian die Bewunderung von Jean-Luc Godard, Sergei Paradschanow und vielen anderen. Dennoch waren seine Filme bislang selten zu sehen. 2026 wurde The Pelechian Project in Cannes und Bologna präsentiert. Das Restaurierungsprojekt wurde vom Coproduction Office initiiert und gemeinsam mit der Cineteca di Bologna durchgeführt.
 

Gezeigt werden: 
›Seasons‹ (›Vremena Goda‹) , Armenische SSR 1975, 4K Restaurierung, 31min

Bildgewaltig schildern Pelechian und sein Kameramann Mikhail Vartanov den Kampf einer abgelegenen armenischen Bauern- und Hirtengemeinde gegen die Launen der Jahreszeiten. Die Dorfbewohner:innen trotzen Regen und Stürmen, feiern eine Hochzeit und rutschen mit Schafen auf dem Rücken einen verschneiten Hügel hinunter.

 ›Our Century‹ (›Mer Dare‹) , Armenische SSR, 1982, 4K Restaurierung, 51 min

Ein rasanter Montagefilm über den Traum vom Fliegen, die Eroberung des Weltraums und die menschliche Hybris im 20. Jahrhundert.

›Life‹ (›Zhizn‘‹) , Armenien, 1993, 4K Restaurierung, 7 min

Ein intimer, wortloser Kurzfilm über eine Geburt.

Zu Gast: Philippe Bober (Produzent und Initiator des Restaurierungsprojekts, Coproduction Office)
Moderation: Heleen Gerritsen (Künstlerische Direktorin, Deutsche Kinemathek)

 

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.

Tickets 10 € / ermäßigt 7 €
Wann Do 10.12.26, 19:00
Wo

Über »Looking Back to the Present«

Über »Looking Back to the Present«

Filmgeschichte meets Gegenwartskino! Auch in der zweiten Ausgabe unserer Filmreihe, »Looking Back to the Present«, die 2025 zum ersten Mal stattfand, kombinieren wir Filme aus den Beständen der Kinemathek mit neuen Werken aus der deutschen Filmlandschaft und mit internationalen
Neurestaurierungen.