Collage von zwei Porträts: Inge Meysel und Maren Kroymann

Mein Leben war auch kein Spaß

Aus dem Fernseharchiv: Inge Meysel
Film
Di 7.4.26, 19:00

Kinemathek – Studiokino

BRD 1975, Regie: Heinrich Breloer, Horst Königstein

 

Maren Kroymann im Gespräch mit Klaudia Wick, Einführung: Jan Gympel

 

»Vielleicht liegt es am Tonfall«, so Maren Kroymann, »an der norddeutschen Klarheit und Präzision, und an diesem Flair einer selbstständigen, selbstbewussten Frau, dass es mir nicht schwerfällt, an meine Mutter zu denken und bei Inge Meysel zu landen, oder umgekehrt.« Zum Auftakt der fünfteiligen Filmreihe erinnert sich Maren Kroymann im Gespräch mit Klaudia Wick an die zwei öffentlichen Gesichter der Inge Meysel: Die Berliner Schauspielerin, die in den 1960er-Jahren als »Mutter der Nation« Fernsehberühmtheit erlangte, stand als Bürgerin für Emanzipation und Zivilcourage. »Niemand«, so Kroymann, »hatte dieses Sperrigkeitsformat.« 

Anschließend zeigen wir den Interviewfilm ›Mein Leben war auch kein Spaß‹ (NDR 1975) von Heinrich Breloer und Horst Königstein. Inge Meysel erzählt darin von ihrer Kindheit im Berliner Arbeiterviertel und ihrer Jugend als »anständige Bürgerstochter«. 1933 verhängten die Nationalsozialisten sofort ein Berufsverbot über die Jungschauspielerin – Inge Meysels Vater war Jude. Nach dem Krieg gehörte sie gemeinsam mit ihrem Mann John Olden zu den ersten Kreativen, die sich im neuen Medium Fernsehen ausprobierten, das damals sein Programm für eine Handvoll Zuschauer*innen live ausstrahlte. 

Tickets Eintritt frei
Wann Di 7.4.26, 19:00
Wo

Kinemathek – Studiokino

Aus dem Fernseharchiv

In den Archiven der deutschen Rundfunkanstalten schlummert ein kaum bekannter Schatz: Fernsehspielfilme teils prominenter Regisseur*innen und Drehbuchautor*innen, entstanden vor allem in den 1960er- und 70er-Jahren, als das Fernsehen noch ein Experimentierfeld für junges filmisches Erzählen war – und die damals ein Millionenpublikum erreichten. Monatlich präsentieren wir einen dieser Titel aus dem Bestand der Deutschen Kinemathek – anderweitig nicht verfügbar und oft seit Langem nicht mehr aufgeführt.