Schwarz-weiß-Szenenfoto: Junge frauen sitzen auf einer Bank in der Natur, sie machen Tipp-Bewegungen mit den Händen, als würden sie Schreibmaschine schreiben. Um den Hals haben hängen Schilder auf denen das Wort Arbeitnehmer steht.

›Helfen können wir uns nur selbst‹, BRD 1974, Regie: Gardi Deppe
© Deutsche Kinemathek

Health and Happiness

60 Jahre DFFB
Talk
Film
Fr 13.11.26, 20:30

Kinemathek – Halle

Die Filme verbindet die Frage, welche Rolle Gemeinschaft innerhalb einer kapitalistisch-patriarchaler Ordnung einnimmt und wie Veränderung, Glück oder Gesundheit überhaupt möglich sind. Mit ›Helfen können wir uns nur selbst‹ (1974) begleitet Gardi Deppe junge Frauen in einer westdeutschen Kurklinik und inszeniert mit ihnen ein Rollenspiel, in dem sie ihren Ausbeutungserfahrungen Ausdruck verleihen. Durch die Gespräche mit den Ärzten wird deutlich, dass die Kur weniger auf Heilung als auf die Wiedereingliederung in Arbeitswelt und Familie abzielt. Für ›Die fünfblättrige Fliederblüte‹ (1993) besucht Yingli Ma ihre Heimatstadt Beijing und trifft vier Freund*innen aus ihrer Schulzeit. In Gesprächen über ihr Arbeits- und Privatleben zeichnet der Film ein Bild Chinas nach der Niederschlagung der Demokratiebewegung 1989 und vor der wirtschaftlichen Öffnung zum Westen hin: Die jungen Erwachsenen berichten vom steigenden Leistungsdruck, während die glücksbringende Blüte zum Zeichen der Hoffnung und ihrer Freundschaft wird.

Helfen können wir uns nur selbst

BRD 1974, Regie: Gardi Deppe, DCP, 48 min, deutsch OmeU

Die fünfblättrige Fliederblüte

D 1993, Regie: Yingli Ma, DCP, 30 min, deutsch und mandarin OmdU

Gast: Yingli Ma
Kuratiert von Fiona Berg, Sophie Holzberger und Arisa Purkpong
Tickets 10 € / ermäßigt 7 €
Wann Fr 13.11.26, 20:30
Wo

Reihentext

60 Jahre DFFB: Zum Jubiläum zeigen Sinema Transtopia, Deutsche Kinemathek und Arsenal von Ende Oktober bis Ende November neun kuratierte Programme aus Vergangenheit und Gegenwart der Akademie. Drei Schlaglichter – feminist, migrant, queer – rücken Perspektiven ins Licht, die bis heute um Sichtbarkeit kämpfen müssen: Frauen, die für Gleichberechtigung stritten, Studierende mit migrantischen und internationalen Biografien, und ein queeres Kino, das seinen Begriff neu verhandelt.