© DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, Frankfurt am Main
Sensation im Wintergarten
Kinemathek – Halle
Graf Paul Mensdorf lief als Kind von zu Hause weg und schloss sich einem Wanderzirkus an. Viele Jahre später kehrt er in seine Heimatstadt Berlin zurück, nun als der weltberühmte Trapezkünstler Frattani. Das Risiko begleitet ihn bei seinem Akt auf Schritt und Tritt und seine wagemutige Varieténummer verspricht Spannung – für das Publikum auf der Leinwand wie auch im Kinosaal. Während seiner Abwesenheit hat Pauls verschlagener, hinterlistiger Stiefvater, Baron von Mallock, dessen wohlhabende Mutter ausgenutzt, um seinen kostspieligen Lebensstil zu finanzieren. Diesen sieht der Baron jetzt durch Pauls Rückkehr in Gefahr. Und er ist zum Äußersten bereit, um zu verhindern, dass Paul das bekommt, was ihm rechtmäßig zusteht.
D 1929, Regie: Gennaro Righelli, 102 min, OF (stumm, mit Live-Musikbegleitung) meU
Einführung: Thomas Worschech (Deutsches Filminstitut & Filmmuseum)
Musik: Günter A. Buchwald (Klavier) und Frank Bockius (Schlagzeug und Percussion)
| Tickets | 10 € / ermäßigt 7 € |
| Wann | So 25.10.26, 18:00 |
| Wo |
Details zur Veranstaltung
Details zur Veranstaltung und Gäste
Filmdaten
R: Gennaro Righelli
B: Hans Jacoby, Georg C. Klaren
K: Mutz Greenbaum
D: Paul Richter, Claire Rommer, Erna Morena, Gaston Jacquet, Wladimir Sokoloff, Adolphe Engers
P: Lothar Stark GmbH
Prod: Lothar Stark
UA: September 1929
Originalformat: 35 mm, s/w
Vorführkopie: 4K DCP, 102 min, DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum
Infos zur Restaurierung
Die Restaurierung des Films erwies sich selbst als ein »Risky Business«, da das Fehlen der gesamten dritten Filmrolle einen Balanceakt zwischen minimalem Eingreifen und Nachvollziehbarkeit der Geschichte erforderte. Die 4K-Restaurierung wurde 2025 vom DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum anhand einer unvollständigen 35-mm-Zellulosenitratkopie mit schwedischen Zwischentiteln und einem Duplikatnegativ aus dem Jahr 1994 durchgeführt. Die deutschen Zwischentitel wurden anhand der Zensurkarte rekonstruiert. Erklärende Zwischentitel wurden hinzugefügt, um die Lücken in der Erzählung zu schließen. Die Digitalisierung wurde gefördert durch das Förderprogramm Filmerbe (FFE).
Frank Bockius
ist ein vielseitiger Schlagzeuger und Perkussionist. Den Großteil seiner musikalischen Laufbahn der letzten dreißig Jahre hat er der Stummfilmbegleitung gewidmet. Er tritt regelmäßig bei bedeutenden Festivals und in großen Veranstaltungsorten rund um die Welt auf und spielt Tonspuren für Stummfilme ein. Über die Jahre hat Bockius eine enge musikalische Partnerschaft mit Günter A. Buchwald entwickelt.
Günter A. Buchwald
ist Pianist, Violinist, Dirigent und Komponist. Er gilt als Wegbereiter des Wiederauflebens von Stummfilmmusik und als einer der sachkundigsten Musiker auf diesem Gebiet. Seit 1978 begleitet er Stummfilme mit einem mittlerweile mehr als 3600 Stücke umfassenden Repertoire. Seit 1984 tritt er regelmäßig bei Filmfestspielen in Berlin, Bonn, München und Zürich auf sowie (als Musikdirektor) beim Slapstick Festival in Bristol, bei den Giornate del Cinema Muto in Pordenone und seit 2013 auch beim San Francisco Silent Film Festival. Er dirigiert häufig Symphonie- und Kammerorchester und komponiert Musik für Stummfilme. Buchwald wurde unter anderem ausgezeichnet mit dem Reinhold-Schneider-Preis der Stadt Freiburg (2012), dem Ad-hoc-Preis des Beethovenfests Bonn (2021), dem Deutschen Stummfilmpreis (2021) sowie dem Baden-Württembergischen Ehrenfilmpreis (2022).
Thomas Worschech
studierte Volkswirtschaftslehre und war als freier Mitarbeiter an verschiedenen Museen tätig. Seit 1999 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter sowie Leiter des Filmarchivs und der filmtechnischen Sammlung des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum in Frankfurt am Main. Dort umfasst sein Aufgabenbereich Filmrestaurierungen sowie DVD-Produktion, Mitarbeit bei und Konzeption von filmhistorischen Ausstellungen und Filmreihen, Katalogredaktion und Veröffentlichungen zum deutschen Film. Seit 2013 ist er zudem für die Digitalisierungsprojekte des DFF verantwortlich.
Weitere Informationen zum Festival
Über Film Restored
2026 widmet sich das Filmerbe-Festival der Deutschen Kinemathek den Risiken im Kino. Es blickt auf Wagnisse bei der Produktion und Verbreitung von Filmen, auf Gefahren im Archiv und bei Restaurierungen sowie auf Filme über Menschen, für die alles auf dem Spiel steht – Risikoebenen, die oft zusammen auftreten und sich gegenseitig bedingen.
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