""

Lost in the 90s

Berlinale Retrospective

12.–22.2.26

General information

About the Retrospective

Lost in the 90s

The Retrospective the 76th Berlin International Film Festival puts the spotlight on one of the most influential decades in recent film history. The end of the Cold War and the opening up of borders triggered a creative surge in cinema in the 1990s – in Berlin and Eastern Europe, but also internationally. Filmmakers from both East and West literally explored new spaces. While the crisis-rattled film industry in Eastern Europe had to adapt to the brave new world of market capitalism, Berlin was gripped by a new sense of freedom. Filmmakers began to discover the other side of the East-West divide and to shoot their films there. Video and Music Television (MTV) conquered the market, the digital revolution – although still in its infancy – began its forward march, and stylistically, anything was possible in the film world.

Topics

The Retrospective will look at this epoch in three thematic sections, “Berlin”, “East Meets West”, and “The End of History”, in an attempt to capture the nineties zeitgeist. The first will focus on Berlin films of the 1990s, with films such as Michael Stocks' ‘Prinz in Hölleland’ (‘Prince in Hell’, 1993). The second leitmotif looks at interchange, with cinematic explorations from East and West. While the third focal point, with its title an ironic paraphrase of Francis Fukuyama’s outmoded theory on “The End of History” and the triumph of global market capitalism, encompasses works critical of the system, with the rise of the slacker and other subcultures. US-American cinema in particular produced intense cinematic portraits of Generation X, such as Richard Linklater's ‘Slacker’ (1990), John Singleton's ‘Boyz n the Hood’ (1991), and ‘Party Girl’ (1995, dir: Daisy von Scherler Mayer).

New artistic director

For the first time, the Berlinale Retrospective will be curated by the Kinemathek's new artistic director, Heleen Gerritsen, and her team. Heleen Gerritsen has been artistic director of the Deutsche Kinemathek since June 2025 and is responsible for the Berlinale sections Retrospective and Berlinale Classics. She studied Slavic studies, Eastern European history, and economics in Amsterdam, as well as Russian philology in Saint Petersburg. Her professional career has taken her to ARTE, SWR, and RBB, among others. From 2014 to 2016, she headed dokumentART, and from 2017 to 2025, goEast. Her work focuses on Central and Eastern European cinema, memory culture, and immersive formats. She is internationally active as a curator, author, and juror.

The films

The 2026 Retrospective will showcase 24 films; the full list including short descriptions can be found in the Berlinale program. The Kinemathek will also be hosting a series of discussions and networking events at the E-Werk venue. And for the first time, the Retrospective will be working with the Goethe-Institut. Beginning in March, 2026, five of the films from the Berlin segment of the program will be made available for screening in the 150 institutes around the world.

prev
next

Alle Filme

  • Allemagne année 90 neuf zéro,

    F 1991, Regie: Jean-Luc Godard

    Lemmy Caution, Westagent in der DDR, wird auf einer Reise durch das sich auflösende Land von Gespenstern der deutschen Vergangenheit heimgesucht. Eine vielschichtige Ton- und Bildcollage unter Verwendung zahlreicher deutscher Filmklassiker.

  • Bamboozled

    USA 2000, Regie: Spike Lee

    Ein Schwarzer Fernsehautor möchte unbedingt gefeuert werden, doch sein Konzept einer umgekehrten Minstrel-Show wird ein großer Publikumserfolg. Mit seiner Mediensatire klagt Spike Lee einen der US-amerikanischen Populärkultur immanenten Rassismus an.

  • Berlin, Bahnhof Friedrichstraße 1990

    D 1991, Regie: Konstanze Binder, Lilly Grote, Ulrike Herdin, Julia Kunert

    Die Weichen werden neu gestellt: Beobachtungen und Interviews mit Grenzbeamt*innen und Pendler*innen am Bahnhof Friedrichstraße im noch frischen Jahr 1990, als die Grenze zwischen Ost und West immer durchlässiger und dort bereits sukzessive abgebaut wird.

  • Boyz n the Hood

    USA 1991, Regie: John Singleton

    Ein Klassiker des New Black Cinema: In einem denkbar ungünstigen, von Drogen, Raubüberfällen und Schießereien geprägten Umfeld entwickelt ein Jugendlicher eine starke Persönlichkeit, was ihn davor bewahrt, selbst in die Kriminalität abzurutschen.

  • D’Est

    B/F/P 1993, Regie: Chantal Akerman

    Dokumentarfilm über eine Reise von West nach Ost, aus dem sommerlichen Deutschland ins winterlich verschneite Moskau. Ein Roadmovie der Stillleben: Ohne Erzählstimme erforscht die Kamera die Landschaften und die Gesichter der Menschen, die in ihnen leben.

  • La double vie de Véronique

    F/PL/N 1991, Regie: Krzysztof Kieślowski

    Ein ebenso sinnliches wie übersinnliches Drama: Weronika, eine junge Sängerin in Polen, fühlt sich einer Doppelgängerin in Frankreich eng verbunden. Sie entwickelt nach Weronikas Tod ebenso ein unerklärliches Gespür für diese mystische Beziehung.

  • Glocken aus der Tiefe. Glaube und Aberglaube in Rußland

    D/USA 1993, Regie: Werner Herzog

    Beobachtungen unter Gläubigen und religiösen Scharlatanen in Sibirien nach Auflösung der Sowjetunion. Ein faszinierter Werner Herzog trifft auf spirituelle Ergriffenheit und authentische Ekstatiker, doch auch fragwürdige Gesundbeter und Wunderheiler.

  • Gorilla Bathes at Noon

    D/YU 1993, Regie: Dušan Makavejev

    Nach dem Abzug der Roten Armee aus der DDR irrt ein zurückgelassener russischer Major durch Berlin, das er als absurdes Theater erlebt. Eine mit vielen dokumentarischen Aufnahmen und historischem Archivmaterial gespickte post-sozialistische Satire.

  • Im Glanze dieses Glückes

    D 1990, Regie: Johann Feindt, Jeanine Meerapfel, Helga Reidemeister, Dieter Schumann, Tamara Trampe

    Bürgerinnen und Bürger der DDR berichten über ihre Erfahrungen und Empfindungen angesichts der Zukunft ihres Landes als „Beitrittsgebiet“ nach der anstehenden Volkskammerwahl. Trauer, Frust, Empörung prägen den Blick zurück, Ungewissheiten den nach vorn.

  • Johanna d’Arc of Mongolia

    D 1989, Regie: Ulrike Ottinger

    Betörend inszeniert und gleichzeitig dokumentarisch: Von einer Nomaden-Prinzessin in die mongolische Steppe entführt, kommen vier allein reisende Frauen aus Westeuropa und den USA in engen Kontakt mit der Kultur des „gastfreundlichsten Volkes der Welt“.

  • Juice

    USA 1992, Regie: Ernest R. Dickerson

    Das Regiedebüt des Spike-Lee-Kameramanns Ernest R. Dickerson. Ein auch mit den Rap-Stars Tupac Shakur und Queen Latifah besetztes Drama um vier Schwarze Jungs in Harlem. Quincy möchte ein erfolgreicher DJ werden, sein Kumpel Bishop ein reicher Gangster.

  • Der Kontrolleur

    D 1995, Regie: Stefan Trampe

    Psychogramm eines ordnungsfanatischen Borderliners: Ein ehemaliger Grenzer der DDR kann sich mit deren Ende nicht abfinden. Weiterhin „Dienst“ tuend, beschwört der verwitwete Eigenbrötler am stillgelegten Grenzkontrollpunkt Drewitz eine Tragödie herauf.

  • Lola und Bilidikid

    D 1998, Regie: Kutluğ Ataman

    Lola ist Teil der „Gastarbeiterinnen“, einer Truppe türkischer Drag Queens mit triumphalen Auftritten. Der schwule kleine Bruder Murat hingegen steht noch am Anfang seiner Identitätssuche. Ein intensives Familiendrama aus dem „anatolischen“ Kreuzberg.

  • Lola rennt

    D 1998, Regie: Tom Tykwer

    Binnen 20 Minuten muss Lola 100.000 Mark besorgen, sonst killt ein Gangster ihren Freund. In drei Durchläufen entwirft der Film drei mögliche Lösungswege für ihr Problem. Ein Flash-Forward-Fotoroman, eine postmoderne Bricolage als filmischer Loop.

  • Oranzhevye Zilety

    BY/D 1993, Regie: Yury Khashevatsky

    Tabubrechender Filmbrief über Leben und Nöte der Frauen in der zerfallenden Sowjetunion, 1990/91 gedreht in Belarus, Tadschikistan, Ukraine und Sibirien. Interviews und Beobachtungen belegen Ausbeutung und Unterdrückung als konstante patriarchale Doktrin.

  • Party Girl

    USA 1995, Regie: Daisy von Scherler Mayer

    Nach ihrer Verhaftung wegen einer illegalen Party soll sich deren exaltierte Organisatorin in der New Yorker Stadtbibliothek bewähren. In der Indie-Version einer Screwball Comedy brilliert Parker Posey als die „Holly Golightly der Generation X“.

  • Prinz in Hölleland

    D 1993, Regie: Michael Stock

    Die Heroinsucht eines Kreuzberger Bauwagenbewohners ruiniert zunächst seine Zweierbeziehung und schließlich seine ganze prekäre Existenz. Eine plastische und manchmal drastische Schilderung des queeren Aussteigermilieus im rauen West-Berlin.

  • Raspad

    Ukrainische SSR / USA 1990, Regie: Mykhailo Belikov

    Nach der Reaktorkatastrophe von Tschornobyl bemüht sich ein Journalist darum, vom Unglücksort berichten zu dürfen. Ein ungewöhnlicher Katastrophenfilm, bei dem der Zerfall auf vielen Ebenen wütet und der von verblüffenden Realitätsbrüchen durchsetzt ist.

  • Slacker

    USA 1990, Regie: Richard Linklater

    Ein improvisierter Reigen unter rund hundert Mitwirkenden auf den Straßen von Austin, Texas. Die abstrusen Erlebnisse und absurden Dialoge dieser jugendlichen „Slacker“ machten das Kinodebüt von Richard Linklater zum filmischen Manifest der Generation X.

  • So schnell es geht nach Istanbul

    D 1991, Regie: Andreas Dresen

    Ein junger Türke aus Westberlin sucht im Osten der Stadt eine Freundin, um als Pendler und ihr Untermieter Geld für die Heimreise nach Istanbul zu sparen. Die mittellange Culture-Clash-Komödie ist Andreas Dresens Abschlussfilm an der HFF „Konrad Wolf“.

  • Sunny Point

    D 1995, Regie: Wolf Vogel

    Satire um einen Westberliner Werbefilmproduzenten mit DDR-Vergangenheit: Um die Pleite seiner Firma abzuwenden und noch einmal an westliche Starthilfe zu gelangen, „wiederholt“ er seine Flucht aus Ostberlin – ausgerechnet am Abend des 9. November 1989.

  • Tito po drugi put međju Srbima

    SRB/MNE 1994, Regie: Želimir Žilnik

    Als ein Schauspieler in der Maske des einstigen jugoslawischen Staatspräsidenten Tito durch Belgrad spaziert, löst dies bei Passanten unterschiedlichste Reaktionen aus. Ein Happening, das kontroverse Diskussionen in Gang bringt und filmisch dokumentiert.

  • Videogramme einer Revolution

    D 1992, Regie: Harun Farocki, Andrei Ujica

    Eine minutengenaue Chronologie der rumänischen Revolution im Dezember 1989 in Bukarest. Die Montage aus Live-Aufnahmen des staatlichen Fernsehens und Material zahlreicher Videoamateure führt zu einer neuen, medialen Geschichtsschreibung.