Veranstaltungen 2010

Selbstreflexion: Über den Wahrheitsgehalt der Bilder

BILDER DER WELT UND INSCHRIFT DES KRIEGES (BRD 1988, Regie: Harun Farocki)

30. Dezember 2010, 18 Uhr
Kinosaal im Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstraße 7 / Ecke Stresemannstraße 110, 10963 Berlin
 

Ein Essayfilm über Fotografie und die Verwertung der Bilder: Wie hängt die Produktion von Bildern mit wissenschaftlichen, industriellen und militärischen Interessen zusammen? Wie beeinflussen die Apparaturen der Beobachtung die Inhalte des Sehens? Wie also kann der Betrachter die Bilder jenseits ihres vermeintlichen Abbildungscharakters interpretieren? In einem Bogen von der Renaissance bis zu aktuellen virtuellen Bilderwelten umkreist der Film anhand einzelner Fotos von Auschwitz die Möglichkeit fotografischen Wissens. Anschließend Filmgespräch mit Harun Farocki.

Im Rahmen der Ausstellung „Weltwissen. 300 Jahre Wissenschaften in Berlin"  präsentiert sich die Deutsche Kinemathek an vier Abenden mit einer Auswahl von Filmen aus ihrem Bestand als eine Berliner Institution, in der geforscht und wissenschaftlich gearbeitet wird und die Wissenschaftlern aus der ganzen Welt offensteht.

 


Kinderfilmprogramm zur Ausstellung „Im Dschungel":

KWOM UND DER KÖNIG DER AFFEN (D/F/GB 2001, Regie: Jean-Françoise Laguionie)

26. Dezember 2010, 16 Uhr
Kino Arsenal
 

Eine Flutkatastrophe am Rande des Dschungels hat ein friedliches Affenvolk getrennt: Die Woonkos haben sich in die Wipfel der riesigen Urwaldbäume zurückgezogen, während die Laankos fortan in bodennahen Bereichen des Dschungels leben. Mit der Zeit wächst die Distanz zwischen den beiden Affenvölkern: Je weniger sie voneinander wissen, desto größer wird die Feindschaft zwischen ihnen. Eines Tages fällt der freche Affenjunge Kwom (gesprochen von Daniel Brühl) nach einem tollkühnen Sprung in die Tiefe, in die geheimnisvolle Welt der Laankos.
Über hundert Animationskünstler wirkten an dieser aufwändigen deutsch-französisch-britischen Produktion mit. Mit seinen kantigen Figuren und den pastellfarbenen Hintergründen wirkt der Film fast wie ein Gegenentwurf zu den bunten Disney-Werken. Eine ungewöhnliche Tierfabel über Vorurteile, Fremdheit und Toleranz.

 

Vorfilm
PFEILGIFTRÖSCHE (S 2006, Regie: Johan Hagelbäck)
Im Naturkundemuseum ist ein Pfeilgiftfrosch aus seinem Terrarium ausgebrochen. Die Museumsbesucher geraten in panische Angst, denn Pfeilgiftfrösche sind die giftigsten Tiere der Welt. Aber glücklicherweise befindet sich ein Held unter den Besuchern. (Zeichentrickfilm; engl. UT, dt. eingesprochen)
Empfohlen ab 8 Jahren

 


Filmprogramm

20 Jahre ö-Film

19. Dezember 2010, 11 Uhr
Kino Arsenal
 

ö-Film, das sind die Produzenten Katrin Schlösser und Frank Löprich. Aus dem Gleichklang ihrer Namen entstand 1990 der Name ihrer Firma. In 20 Jahren produzierten sie mehr als 60 Spiel- und Dokumentarfilme, die auch auf internationalen Festivals mit Nominierungen und Preisen bedacht wurden. Mit einem Filmprogramm im Kino Arsenal und vielen Gästen gratulierte die Deutsche Kinemathek ö-Film zum 20. Geburtstag.
Als ehemalige DEFA-Mitarbeiter engagierten sich Katrin Schlösser und Frank Löprich dafür, dass Künstler wie Jürgen Böttcher und Volker Koepp, Thomas Heise oder Andreas Kleinert nach der Wende weiterhin Filme realisieren konnten.2007 erhielt ö-Film den Programmpreis der DEFA-Stiftung für „politischen Mut und künstlerische Sensibilität, für Stehvermögen, Idealismus, Teamgeist, Neugierde und Vertrauen“. Seit einiger Zeit sind die ö-Filmproduktionen im Filmarchiv der Deutschen Kinemathek und in ihrem Verleih erhältlich.
 

Filmprogramm

11 Uhr: SAMMELSURIUM – EIN OSTELBISCHER KULTURFILM (D 1992, Regie: Volker Koepp, 104 Min.)
14 Uhr: WEGE IN DIE NACHT (D 1999, Regie: Andreas Kleinert, 98 Min.)
17 Uhr: BARLUSCHKE (D 1997, Regie: Thomas Heise, 90 Min.)
19.30 Uhr: MONTAG KOMMEN DIE FENSTER (D 2006, Regie: Ulrich Köhler, 88 Min.)
21.30 Uhr: KARGER (D 2007, Regie: Elke Hauck, 90 Min.)

 


Lesung:

Ich bin ein Mensch-Versuch

Vlado Kristl. Worte und Bilder
Mit Carola Regnier

2. Dezember 2010, 19 Uhr
Veranstaltungsraum (4. OG)

 

Wer war Vlado Kristl? Er war Maler und Zeichner, Schriftsteller und Filmemacher und in diesen verschiedenen Rollen immer auch: Performance-Künstler. Kunst, so Kristl, hat unbrauchbar zu sein. Nur als Zeugnis solcher Verweigerung kann sie Ausdruck einer Lebensform sein.
„Wenn Vulgäres, Primitives und bis zum Mörder hin, über ein Mittel verfügt wie im Film und Fernsehen, und sich verbreitet, dann muss man das Mittel ächten.“ (Vlado Kristl, 1987)

 


Stadt, Land, Luft: Frühe ethnographische, naturwissenschaftliche und aeronautische Filme

25. November 2010, 18 Uhr
Kinosaal im Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstraße 7 / Ecke Stresemannstraße 110, 10963 Berlin
 

Kaum waren die laufenden Bilder erfunden, wurde bereits die Kamera als Beobachtungsmedium eingesetzt. Filmend wurden entlegene Länder erforscht, Tiere und Pflanzen beobachtet und in der Projektion vergrößert – die Welt rückte im heimischen Kinosaal näher. Erste Tricktechniken wurden dazu verwendet, futuristische Visionen zu entwerfen und zu bebildern. Eine lehrreiche und erheiternde Reise in die Frühzeit des Films, mit Einführung und Musikbegleitung.

Im Rahmen der Ausstellung „Weltwissen. 300 Jahre Wissenschaften in Berlin"  präsentiert sich die Deutsche Kinemathek an vier Abenden mit einer Auswahl von Filmen aus ihrem Bestand als eine Berliner Institution, in der geforscht und wissenschaftlich gearbeitet wird und die Wissenschaftlern aus der ganzen Welt offensteht.

 


Kinderfilmprogramm zur Ausstellung „Im Dschungel":

KIRIKU UND DIE WILDEN TIERE (F 2006, Regie: Michel Ocelot, Bénédicte Galup)

28. November 2010, 16 Uhr
Kino Arsenal
 

Der Zeichentrickfilm, dessen Bilder an den magischen Realismus von Henri Rousseau erinnern, basiert auf einem afrikanischen Märchen: In einem kleinen Dorf in der afrikanischen Savanne wird Kiriku geboren, ein winziger und in jeder Hinsicht ungewöhnlicher Junge, der äußerst intelligent ist und so schnell läuft wie ein Wiesel. Auf einer abenteuerlichen Reise durch die Wüste und den Regenwald entdeckt er die Schönheit seiner Heimat und begegnet vielen wilden Tieren, bevor er auf die böse Zauberin Karaba trifft.

 

Vorfilm
LOTTA UND DER ZAUBERER IN DER NACHT (D 2008, Regie: Martina Hoffmann)
Ein kleines Mädchen zieht mit den seinen Eltern nach Berlin-Lichtenberg und ist dort sehr traurig. Irgendwann fallen ihr die Zauberbohnen in die Hände, und plötzlich wird die Großstadt schön. (Animationsfilm)

 


Fernsehen macht schlau. Wissenssendungen für Kinder

Ein Symposium der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen
11. November 2010, 10 bis 18 Uhr
Veranstaltungsraum (4. OG)
 

Im Mittelpunkt des Symposiums stand die Frage, wie das Fernsehen Kindern Wissen vermittelt, wie Kindernachrichten funktionieren und in welcher Form über die Vernichtung des Regenwaldes und den Klimawandel berichtet wird.
>> Programm

In Zusammenarbeit mit dem Altonaer Museum in Hamburg, der Medienwissenschaft der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, den Film- und Fernsehwissenschaften der Universität Utrecht und der Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) „Konrad Wolf“ Potsdam-Babelsberg

 


Kinderakademie:

Vorträge von Experten für Kinder

5. November 2010, 10 bis 16 Uhr
Veranstaltungsraum (4. OG)
 

10 Uhr: Wipfelforschung – was ist das? Berichte aus schwindelerregenden Höhen. (Dr. Andreas Floren, Biologe)
11.30 Uhr: Urwaldschutz ist Klimaschutz – die Greenteams decken auf.
Kinder informieren Kinder (die Greenteams von Greenpeace)
13.30 Uhr: Hinter den Kulissen 1: Wie bekommt man scheue Tiere für einen Naturfilm vor die Kamera? Die Tricks der Tierfilmer. (Felix Heidinger, Tierfilmer und Regisseur u. a. von FELIX UND DIE WILDEN TIERE)
15 Uhr: Hinter den Kulissen 2: Wie dreht man einen Spielfilm mit wilden Tieren? (Astrid Harsch, Leiterin einer Filmtierschule)

 


Kinderfilmprogramm zur Ausstellung „Im Dschungel":

Aufbruch ins Unbekannte. Eine filmische Reise in den Dschungel

31. Oktober 2010, 16 Uhr
Kino Arsenal
 

David Landolf öffnete die Schatztruhe des Lichtspiel / Kinemathek Bern und präsentierte ein spannendes Überraschungsprogramm rund um den Dschungel für Kinder und Erwachsene. Unter den Raritäten waren kurze Dokumentarfilme, Werbungen, Trick- und Musikfilme von den 1920er Jahren bis heute

 


Filmprogramm zum Tag des audiovisuellen Erbes:

Scopitone Night – musikalische Filmüberraschungen aus den 1960er Jahren

27. Oktober 2010, 19 Uhr
Kino Arsenal
 

Lange vor den ersten Musikvideos auf MTV wurden ähnliche Clips auf 16-mm-Material für Film-Jukeboxen produziert, die in Kneipen und Bars standen. Zum ersten Mal konnte man damals seine Lieblingsgruppe nicht nur im Radio oder von der Schallplatte hören, sondern auch sehen, und das sogar in Farbe. Die französische Firma Cameca nannte diese Geräte „Scopitone“ – von „scope a tone“: einen Ton sichtbar machen – und realisierte mit einfachsten Mitteln rund 500 Filme.

David Landolf vom Lichtspiel / Kinemathek Bern präsentierte die schönsten, skurrilsten und fulminantesten Scopitone-Musikclips. Die fast vergessenen Raritäten aus dem Nachtleben der 1960er Jahre wurden im Rahmen des „Tages des audiovisuellen Erbes“ gezeigt, den die UNESCO seit 2005 dem Schutz und der Erhaltung bewegter Bilder widmet.
In Zusammenarbeit mit dem Lichtspiel / Kinemathek Bern

 


Filmische Darstellungen des Wissenschaftlers

Filme aus der Sammlung des Lichtspiel Berns zu Besuch in Berlin
28. Oktober 2010, 18 Uhr
Kinosaal im Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstraße 7 / Ecke Stresemannstraße 110, 10963 Berlin

 

Wie funktioniert ein Gehirn, welche wahnwitzigen Ideen haben verrückte Wissenschaftler, wie verändern Drogen unsere Wahrnehmung, wie hilft uns die Wissenschaft im Alltag, sind Elektronenhirne bessere Denker? Auf all diese Fragen liefert das nicht ganz seriöse Filmprogramm aus den Katakomben der Kinemathek Lichtspiel in Bern möglicherweise ein
paar erhellende und unterhaltende Antworten.

Im Rahmen der Ausstellung „Weltwissen. 300 Jahre Wissenschaften in Berlin"  präsentiert sich die Deutsche Kinemathek an vier Abenden mit einer Auswahl von Filmen aus ihrem Bestand als eine Berliner Institution, in der geforscht und wissenschaftlich gearbeitet wird und die Wissenschaftlern aus der ganzen Welt offensteht.

Einführung von David Landolf, Leiter der Kinemathek Lichtspiel Bern

 


Lesung:

Das Dschungelbuch

20. Oktober 2010, 11 Uhr
Veranstaltungsraum (4. OG)
 

Wolfgang Völz, die Stimme von Käpt’n Blaubär, las gemeinsam mit seiner Frau Roswitha Völz die Geschichte Rikki-Tikki-Tavi aus dem berühmten Dschungelbuch von Rudyard Kipling, das als Vorlage vieler internationaler Filmproduktionen diente. Rikki-Tikki-Tavi ist ein kleiner Mungo, der eine weiße Familie in Indien mehrmals vor gefährlichen Schlangenangriffen rettet.

 


Internationaler Home Movie Day

16. Oktober 2010, ab 10 Uhr
Veranstaltungsraum (4. OG)
Kino Arsenal, 19 Uhr

 

Auch in diesem Jahr beteiligte sich die Deutsche Kinemathek am weltweit stattfindenden Home Movie Day (www.homemovieday.com). An diesem Tag steht die private Schmalfilmproduktion – ein ungeschriebenes Kapitel der Filmgeschichte – im Mittelpunkt. Neben Kuriositäten und Abseitigem finden sich auf Dachböden und in Abstellkammern mitunter bedeutende Zeugnisse der Alltagsgeschichte des 20. Jahrhunderts.

Ab 10 Uhr wurden 8-mm-, Super-8- und 16-mm-Filme aus jedermanns privater Sammlung fachmännisch begutachtet, ab 15 Uhr gab es einige davon, kommentiert von den Machern, öffentlich zu sehen.

Ab 19 Uhr ging es im Kino Arsenal um die politische Dimension der Schmalfilmerei: „Alle Macht der Super-8“ war um 1980 der Schlachtruf unabhängiger Filmer, die die Hausbesetzerszene und die Umwelt- und Anti-AKW-Bewegung dokumentierten. Das Programm wurde von Gerhard Schuhmacher kommentiert, der selbst filmte und 1979 den Gegenlicht Verleih gründete.
Mit freundlicher Unterstützung von Screenshot Projektmanagement Film

 


Die Lust am Genre

Thriller aus Deutschland – Tradition und Erneuerung

Ein Symposium der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen
7. bis 10. Oktober 2010
Veranstaltungsraum (4. OG) und Kino Arsenal
 

Gangster, kriminelle Banden, Polizisten, Detektive – lange Zeit waren diese Figuren nur selten im deutschen Kino zu sehen, Krimi und Thriller hatten sich ins Fernsehen zurückgezogen. Doch seit einigen Jahren lässt sich ein neuer Trend beobachten: Junge Regisseure eignen sich klassische Motive des Genres an und setzen diese in ungewöhnlichen Produktionen um. Auch im Fernsehen werden neben den gängigen Krimi- und Polizeiserien neue, innovative Formate entwickelt. Genre-Regeln legen hier nicht konventionalisierte Narration oder schematisierte Figuren fest – sie bieten vielmehr den Ausgangspunkt für kreative Auseinandersetzung mit filmischen Mustern und Mythen. Das Symposium untersuchte die Geschichte des deutschen Thrillers und setzte sich mit aktuellen Entwicklungen und Tendenzen in Film und Fernsehen auseinander.

>> Programm als pdf 

 


Archäologie des Films

WAS GESCHAH WIRKLICH ZWISCHEN DEN BILDERN?

Regie: Werner Nekes, BRD 1985, 85 Min.

30. September 2010, 18 Uhr
Kinosaal im Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstraße 7 / Ecke Stresemannstraße 110, 10963 Berlin

Der Film von Werner Nekes ist eine ebenso faszinierende wie informative Entdeckungsreise in das Zauberreich der bewegten Bilder in der vor-filmischen Zeit. Indem er zeigt, wie einfallsreich schon damals „mit dem Licht geschrieben“ wurde und wie die Möglichkeiten der Filmsprache in ihrer Vielfalt vorweggenommen wurden, öffnet er die Augen für den Bildzauber von heute.

Im Rahmen der Ausstellung „Weltwissen. 300 Jahre Wissenschaften in Berlin"  präsentiert sich die Deutsche Kinemathek an vier Abenden mit einer Auswahl von Filmen aus ihrem Bestand als eine Berliner Institution, in der geforscht und wissenschaftlich gearbeitet wird und die Wissenschaftlern aus der ganzen Welt offensteht.

Einführung: Martin Koerber, Leiter der Abteilung Film der Deutschen Kinemathek   

 


Kinderfilmprogramm zur Ausstellung „Im Dschungel":

JOSÉ – RETTER DES REGENWALDES

(D 1991, Regie: Karl Schedereit)

26. September 2010, 16 Uhr
Kino Arsenal

José, der elfjährige Sohn eines Landarbeiters, wohnt in Zentralamerika am Rande des Regenwaldes, von dessen Schönheit er fasziniert ist. Er beobachtet, wie riesige LKWs die schönen, alten Bäume abtransportieren. In der Schule erfährt José, dass das Holz im Ausland zu Möbelstücken verarbeitet wird. Eines Tages sieht er mit Entsetzen, dass sein eigener Vater als Holzfäller arbeitet und mithilft, den Regenwald zu vernichten.

 

Vorprogramm
Kinopremiere von DETEKTIVIN CHARLY ERMITTELT IM DSCHUNGEL
Präsentiert wurde der kurze Trickfilm, den Kinder in einem viertägigen Workshop zusammen mit der Medienpädagogin Regina Voss im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung entwickelt und realisiert haben.

 

Einführung: Gerlinde Waz
Ab 8 Jahren

 


Gespräch und Film

Karin Baal zum 70. Geburtstag

19. September 2010
17 Uhr, Veranstaltungsraum (4. OG)
19 Uhr, Kino Arsenal (2. UG)
 

Gespräch mit Karin Baal:

Selten kam eine unbekannte fünfzehnjährige Schülerin ohne Schauspielambitionen so schnell und so dauerhaft zu Ruhm wie Karin Baal. Mehr aus Zufall als Partnerin für Horst Buchholz in Georg Tresslers Film DIE HALBSTARKEN (D 1956) ausgewählt, blieb sie für Jahre die Inkarnation des frechen, selbstbewussten und respektlosen Mädchens. Nachdem sie 1981 in Rainer Werner Fassbinders LILI MARLEEN die Rolle der Widerstandskämpferin Anna Lederer verkörperte, wurde sie von den Regisseuren des Jungen Deutschen Films wiederentdeckt. Selbst kleinen Nebenrollen – wie etwa in den Filmen von Reinhard Hauff oder Thomas Brasch – gab sie Kontur und Charakter.
 

Film:

IM KREISE DER LIEBEN, Deutschland 1991
Regie: Hermine Huntgeburth. Mit Karin Baal, Barbara Auer, Ruth Hellberg, Burghart Klaußner, Edgar Selge
In Hermine Huntgeburths Drei-Generationen-Film IM KREISE DER LIEBEN verkörpert Karin Baal die mittlere Generation. Großmutter, Mutter und Enkelin pflegen ein sehr spezielles Verhältnis zum anderen Geschlecht.

 


Verbotene Filme

Ein Symposium der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen in Zusammenarbeit mit iRights.info

9. und 10. September 2010
Veranstaltungsraum (4. OG) und Kino Arsenal
 

Ein Spielfilm verschwindet im Giftschrank, weil er – vermeintlich oder tatsächlich – gegen Gesetze verstößt. Eine Dokumentation wird erst gar nicht gedreht, weil das Justiziariat sagt, man könne die zu erwartenden Klagen nicht durchstehen. Zugleich können Filme, die nach geltendem Recht verboten sind, weltweit angesehen werden. Das sind drei Aspekte desselben Themas. Das Symposium „Verbotene Filme“ setzte sich damit auseinander, welche rechtlichen Beschränkungen für Filme gelten und wie sie sich auf die Produktion, Distribution und Rezeption auswirken.

>> Programm als PDF

 


Lesung

Sophie Rois liest Leontine Sagan

5. September 2010, 11 Uhr
Centrum Judaicum Berlin
Oranienburger Str. 28/30, 10117 Berlin
 

Sie war Schauspielerin und Regisseurin, Jüdin und Emigrantin: Leontine Sagan. Ihre Memoiren Licht und Schatten liegen nun im Hentrich & Hentrich Verlag Berlin erstmals auf Deutsch vor und werden von der Schauspielerin Sophie Rois gelesen, die selbst in „Mädchen in Uniform" auf der Bühne steht – dem Stück, mit dem Sagan einst bekannt wurde.
1889 in Budapest geboren und im südafrikanischen Johannesburg aufgewachsen, erlangte Sagan weltweite Beachtung als Regisseurin mit ihrem ersten Kinofilm MÄDCHEN IN UNIFORM. Nach dessen erfolgreicher Premiere 1931 ging sie mit der Bühnenversion auf Tournee. Vom Ausland aus beobachtete sie die Verbreitung des Faschismus in Europa. Nach Stationen in Großbritannien, Südafrika, den USA und Australien kehrte sie nach Südafrika zurück. Sagan starb 1974 in Pretoria, wo sie bis heute als Wegbereiterin moderner Bühnenkultur und Schauspielkunst verehrt wird. Ihre Lebenserinnerungen zeigen nicht nur das Bild einer erfolgreichen Künstlerin und selbstbewussten Frau, sondern auch einen „weiblichen Odysseus" – als den sie sich selbst bezeichnet hat – auf der Suche nach der eigenen, der jüdischen Identität.
Eine Veranstaltung im Rahmen der Jüdischen Kulturtage Berlin 2010
In Zusammenarbeit mit der Deutschen Kinemathek

 


27. Lange Nacht der Museen

28. August 2010, 18 bis 2 Uhr
Museum für Film und Fernsehen
 

Im Rahmen der 27. Langen Nacht der Museen öffnete das Museum für Film und Fernsehen seine Türen. Zu besichtigen waren neben den Ständigen Ausstellungen zu den Themen Film und Fernsehen auch die Sonderausstellungen  „Romy Schneider. Wien – Berlin – Paris" und  „Im Dschungel. Eine Ausstellung für Kinder".

Ab 21.30 Uhr luden Wolfgang Jacobsen und Rolf Aurich zu einer Lesung mit Anna Thalbach ein. Präsentiert wurden Filme und Texte von Robert Gernhardt, dem Meister des tiefsinnigen Nonsens. Er schrieb und zeichnete für alle Medien, Film und Fernsehen inklusive. Mindestens ein Motiv zieht sich durch seine Schaffenszeit: die Ironie in der Begegnung mit den Massenmedien.

 


Kinderfilmprogramm zur Ausstellung „Im Dschungel“:

TARZAN UND SEIN SOHN (USA 1939, Regie: Richard Thorpe)

29. August 2010, 16 Uhr
Kino Arsenal
 

Über 30 Millionen Mal wurden Edgar Rice Burroughs' Tarzan-Romane verkauft, mehr als 100 Mal wurden seine Geschichten über den „Herrscher des Dschungels" verfilmt. Viele Schauspieler haben Tarzan verkörpert, die bekanntesten unter ihnen sind Christopher Lambert, Lex Barker und besonders Johnny Weissmüller, der den unvergesslichen Tarzanschrei erfunden hat. In TARZAN UND SEIN SOHN, seinem vierten Film in dieser Rolle, geht es um einen kleinen Jungen, der als einziger einen Flugzeugabsturz mitten im afrikanischen Dschungel überlebt und von Tarzan und Jane „adoptiert" wird. Johnny Sheffield in der Rolle des „Boy" trat später noch in sieben weiteren TARZAN-Filmen auf. Für die Schwimmszenen wurde er von Johnny Weissmüller unterrichtet, der mehrfacher Olympiasieger im Freistil war.

Einführung: Gerlinde Waz

Ab 6 Jahren

 


Begleitprogramm zur Ausstellung „Im Dschungel“:

Lesung

Hexe Lilli auf der Jagd nach dem verlorenen Schatz

30. Juli 2010, 14 Uhr
Deutsche Kinemathek, Veranstaltungsraum (4. OG)
 

Die bekannte Fernsehmoderatorin Enie van de Meiklokjes las aus dem Buch Hexe Lilli auf der Jagd nach dem  verlorenen Schatz von Knister (Arena Verlag, Würzburg 2003): Das kleine Mädchen Lilli schlägt in ihrem Zauberbuch das Stichwort  „verschollene Schätze" auf, liest den Zauberspruch laut vor und landet im abenteuerlichen Dschungel. Dort wird sie für die seit Langem erwartete Krokodilkönigin gehalten, die die Urwaldeinwohner zu einem Schatz führen soll. Eine spannende Reise beginnt.

Eine Veranstaltung der Deutschen Kinemathek in Kooperation mit dem WWF (World Wide Fund for Nature)

 


Kinderfilmprogramm zur Ausstellung „Im Dschungel“:

ZWEI BRÜDER (F/GB 2004, Regie: Jean-Jacques Annaud) 

25. Juli 2010, 16 Uhr
Kino Arsenal

 

In einem fernen, fremden Land wachsen die beiden Tigerbabys Kumal und Sangha auf. Die beiden werden gefangen und getrennt voneinander von Menschen aufgezogen. Als die Tiger erwachsen sind, begegnen sie sich überraschend wieder.

Der Film wurde in den Tempeln von Angkor und im Dschungel von Kambodscha gedreht. Acht Monate lang hat das Team vor Ort gearbeitet und 593 Stunden Filmmaterial belichtet. Jeden Tag wurden 20 Einstellungen mit jeweils drei bis fünf Kameras realisiert. Für die Filmaufnahmen hat das Team 30 Tiger eingesetzt, die mit ihren Trainern nach Kambodscha eingeflogen wurden.

Einführung: Gerlinde Waz

Ab 6 Jahren

 


Preview:

HAUCH DES TODES

Der 50. TATORT mit Ulrike Folkerts

1. Juli 2010, 19.30 Uhr
Kino Arsenal
 

Anlässlich des 50. TATORTS mit Ulrike Folkerts präsentiert die Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen gemeinsam mit dem SWR und der Maran Film GmbH den Jubiläums-TATORT HAUCH DES TODES im Kino Arsenal. In ihrem 50. Fall ist die Hauptkommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) einem Serienmörder auf der Spur und gerät dabei selbst in größte Lebensgefahr.
Ulrike Folkerts war 1989 nach Nicole Heesters und Karin Anselm die dritte und zugleich jüngste TATORT-Kommissarin. Für das damals von Männern dominierte Krimiformat suchte man damals eine junge Frau französischen Typs; aus über 900 Bewerberinnen wurde Ulrike Folkerts ausgewählt. Nach 21 Jahren spielt sie noch immer mit großem Erfolg die Hauptkommissarin Lena Odenthal. Damit ist sie die dienstälteste Kommissarin der ARD und hat schon jetzt Fernsehgeschichte geschrieben.
Anschließend Diskussion mit den Schauspielern Ulrike Folkerts, Andreas Hoppe, Lars Eidinger, dem Regisseur Lars Montag und anderen Gästen

 


Kinderfilmprogramm:

DAS DSCHUNGELBUCH (USA 1942, Regie: Zoltan Korda)

27. Juni 2010, 16 Uhr
Kino Arsenal
 

Begleitend zur Kinderausstellung „Im Dschungel“ zeigt das Museum für Film und Fernsehen eine Filmreihe im Kino Arsenal. Die Reihe begann mit der ersten Verfilmung von Rudyard Kiplings Roman Das Dschungelbuch. Das Findelkind Mowgli wächst unter Wölfen auf und lernt von seinen Freunden, dem Bären Baloo und dem Panther Bagheera, wie man im Dschungel überlebt. Der Regisseur Zoltan Korda inszenierte die Geschichte als Realfilm und ließ ein großes Areal als „Dschungel“ mit exotischen Pflanzen und Tieren errichten. Die Hauptrolle in DAS DSCHUNGELBUCH spielt der indische Schauspieler Sabu, der zum Zeitpunkt der Produktion des Films bereits durch Robert Flahertys ELEPHANT BOY (USA 1937) und DER DIEB VON BAGDAD (USA/GB 1940, Regie: Ludwig Berger, Michael Powell und Tim Whelan) bekannt war.
Einführung: Christa Donner

 


Gespräch:

Wolfdietrich Schnurre und der Film

Mit Jörg Becker und Jörg Sundermeier

23. Juni 2010, 20.30 Uhr

Buchhändlerkeller, Carmerstraße 1, Parterre links, 10623 Berlin-Charlottenburg

 

Wolfdietrich Schnurre zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Schriftstellern. Dass er in den ersten Nachkriegsjahren über den zeitgenössischen Film kontinuierlich Kritiken und Aufsätze verfasst hat, blieb im Werkkontext bislang wenig beachtet. Als Verfechter eines kunstvollen Filmrealismus, einer überzeugend vorgetragenen ethischen Haltung und einer Abneigung gegenüber jedwedem Illusionismus lieferte Schnurre 1950 mit der „Streitschrift“ zur „Rettung des deutschen Films“ einen Schlüsseltext zur deutschen Nachkriegsfilmgeschichte.
Ein Gespräch zwischen dem Essayisten Jörg Becker und dem Journalisten und Verleger Jörg Sundermeier
Eine Veranstaltung der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen und der Edition Text & Kritik

 

Informationen zu der Publikation Wolfdietrich Schnurre. Kiritiker finden Sie hier.

 


Fernsehgrößen

Hommage à Klaus Wildenhahn

23. Juni 2010, 19.30 Uhr
Kino Arsenal

 

Klaus Wildenhahn, einer der wichtigsten Dokumentarfilmer der Bundesrepublik, wurde am 19. Juni 80 Jahre alt. In seiner Anwesenheit präsentierten die Deutsche Kinemathek, absolut MEDIEN und CineGraph Hamburg den Film 489, THIRD AVENUE (BRD 1967) über den Choreografen Merce Cunningham und seine Tanztruppe. Wildenhahn zeigt Tanz als Arbeit: Anstrengung, Erschöpfung, aber auch Spaß und Fantasie. Eine Choreografie entsteht. Tagebuchartig vermittelt der Film einen Eindruck von der Besessenheit und der strengen Disziplin der Truppe. Präsentiert wurde ebenfalls die 14 Filme umfassende DVD-Box „Klaus Wildenhahn – Dokumentarist im Fernsehen. 1965-1991“, die bei absolut MEDIEN erschienen ist; Herausgeber: Hans-Michael Bock (CineGraph Hamburg), Christa Donner und Peter Paul Kubitz (Deutsche Kinemathek).
Gespräch: Klaus Wildenhahn und Martin Koerber (Leiter des Filmarchivs)

 


film.dialoge

Andreas Dresen: SOMMER VORM BALKON

17. Juni 2010, 19 Uhr
Kino Arsenal
 

Bei der fünften Veranstaltung der „film.dialoge" der Deutschen Kinemathek wurde Andreas Dresens SOMMER VORM BALKON (D 2005) gezeigt. Im Anschluss traf der Regisseur mit seinem Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase zusammen. Andreas Dresen, in der DDR geboren, absolvierte seine Ausbildung bei der DEFA. Mit seinem Film NACHTGESTALTEN (D 1999) gelang ihm der Durchbruch. Wolfgang Kohlhaases Œuvre umfasst so herausragende Filme wie SOLO SUNNY (DDR 1980, Regie: Konrad Wolf) oder Volker Schlöndorffs DIE STILLE NACH DEM SCHUSS (D 2000). Mit SOMMER VORM BALKON erzählen Dresen und Kohlhaase die Geschichte zweier junger Frauen im Prenzlauer Berg in Berlin. Dresen zeichnet sich auch hier als genauer Beobachter des deutschen Alltags aus, und Kohlhaase setzte seine Bestandsaufnahme des Bezirks fort, die mit BERLIN – ECKE SCHÖNHAUSER (DDR 1957, Regie: Gerhard Klein) begonnen hatte.
Gespräch: Andreas Dresen und Wolfgang Kohlhaase
Moderation: Nils Warnecke (Kurator)

 


Gefährliches Kino? Filme im Konflikt mit Gesetz, Geld und Gesellschaft

Ein Kolloquium der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen

11. und 12. Juni 2010
Kino Arsenal

Sind Filme gefährlich? Restriktive Maßnahmen wie Zensur und Altersbeschränkungen begleiten den Film seit seiner Geburtsstunde und belegen sein – tatsächliches oder fiktives – Gefahrenpotenzial. Beispiele aus mehr als 100 Jahren Filmgeschichte geben Aufschluss über Wandelbarkeit und Kontinuität von Zensurentscheidungen mit ihren nicht zu unterschätzenden Auswirkungen auf Filmgeschichtsschreibung sowie Produktions- und Distributionspraktiken. Strafrechtliche Verbote, Jugendschutzgesetze  und Zugangsbeschränkungen erweisen sich bis heute häufig genug als juristischer Ausdruck gesellschaftlicher Tabus. So legen die immer wieder aufflammenden Diskussionen darüber, was mit welchen Mitteln zu welchem Zweck dargestellt werden darf, vor allem die sich wandelnden Normen einer Gesellschaft offen. Umgekehrt ist die visuelle Provokation und Tabuverletzung ein wesentlicher Bestandteil filmischer Produktion und stellt für bestimmte Genres geradezu eine Existenzberechtigung dar. Welche Funktion erfüllen diese Filme, die sich am Rande des Erlaubten und Erträglichen bewegen, und wie finden sie ihr Publikum? Wie gehen Archive mit den unliebsamen Beständen fragwürdiger und umstrittener Filme um? Wie kann der Herausforderung  begegnet werden, die das Internet als neues Verbreitungsmedium von strafrechtlich und urheberrechtlich problematischen Bewegtbildern darstellt? Das Kolloquium widmete sich diesen und weiteren Fragen zu verbotenen, beschnittenen und skandalisierten Filmen.

>> Programm als pdf

 


Verleihung des Kinopreises des Kinematheksverbunds

11. Juni 2010, 19 Uhr
Deutsche Kinemathek, Veranstaltungsraum (4. OG)

 

Zum elften Mal vergibt der Kinematheksverbund den Kinopreis an Kommunale Kinos. Mit dem Kinopreis werden jährlich Kommunale Kinos für herausragende Programme ausgezeichnet und ihr kontinuierliches Engagement für eine anspruchsvolle und vielfältige Kinokultur in Deutschland gewürdigt.

 


Im Gedenken an Werner Schroeter

* 7. April 1945

† 12. April 2010

Matinee
DER ROSENKÖNIG
BRD 1986, Regie: Werner Schroeter

Sonntag, 25. April 2010, 11 Uhr
Kino Arsenal

 

Am 12. April 2010 ist nach langer Krankheit, aber dennoch unvorhergesehen der Filmemacher, Theater- und Opernregisseur Werner Schroeter gestorben. Die Welt verliert mit ihm einen außergewöhnlichen Künstler und einen Filmemacher aus Leidenschaft. Seine radikale Gegenposition zum Konventionellen erlaubte es ihm, auf der Leinwand eine imaginäre Welt zu schaffen, die neue Wahrnehmungs- und Erfahrungsräume eröffnet. Mit opernhafter Theatralität und exzessiver Fülle der Ausdrucksmittel brachte Schroeter ausufernde Visionen seiner zentralen Motive auf die Leinwand: die großen, die totalen Gefühle, das Leben, die Liebe und den Tod. Seine filmischen Arbeiten beeinflussten eine ganze Generation von Filmschaffenden. Am Sonntag, den 25. April um 11 Uhr wurde Werner Schroeters Film DER ROSENKÖNIG aus dem Jahr 1986 als Matinee im Kino Arsenal gezeigt. Rosa von Praunheim, Elfi Mikesch und Ulrike Ottinger erinnerten an den Freund und Kollegen.

 

DER ROSENKÖNIG, BRD 1986, Regie: Werner Schroeter

Auf einem einsamen portugiesischen Landgut widmen sich Anna (Magdalena Montezuma in ihrem letzten Film kurz vor ihrem Tod) und ihr 20-jähriger Sohn Albert der Rosenzucht. Dessen fanatische Suche nach der idealen Rose verschmilzt mit der Liebe zu einem jungen Dieb und wird allmählich zur tödlichen Obsession.
Der Eintritt ist frei.

Akademie der Künste, Arsenal – Institut für Film- und Videokunst e. V., Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen, Schwules Museum

 


Mann – Frau – Maschine. Fritz Langs METROPOLIS

Symposium der Deutschen Kinemathek und des Einstein Forums, Potsdam

24. April 2010, 14 Uhr bis 18.30 Uhr
Deutsche Kinemathek, Veranstaltungsraum (4. OG)
 

Der Film METROPOLIS steht im Mittelpunkt eines scheinbar unendlichen Systems von Referenzen. Zum einen ist er mit kunst- und kulturhistorischen Zitaten aufgeladen, zum anderen ist er selbst bis heute Vorbild und Vorlage für zahlreiche Filme und Videoclips. Die bisherigen filmwissenschaftlichen Analysen beschäftigten sich mehrheitlich mit der futuristischen Filmarchitektur, dem Bild der modernen Großstadt. Das Symposium „Mann – Frau – Maschine“ wird aus künstlerischer und wissenschaftlicher Perspektive neue Schlaglichter auf den Filmkorpus METROPOLIS werfen. Es stellt das Beziehungsgeflecht der Protagonisten in den Vordergrund, das in der neuen, 25 Minuten längeren restaurierten Fassung an Dynamik gewonnen hat. Das Symposium bildete den Abschluss der Sonderausstellung The Complete METROPOLIS.

Werner Sudendorf (Leiter der Sammlungen der Deutschen Kinemathek und Mitherausgeber der Publikation Fritz Langs METROPOLIS, Belleville Verlag 2010) referierte in seiner Einführung den aktuellen Forschungsstand. Anschließend sprach der Videokünstler Bjørn Melhus anhand einer Filmclip-Montage über Cyborgs, Roboter und Doppelgänger. Die Schriftstellerin Sabine Scholl betrachtete die Frauenrollen als Mütter, Huren und Heilige und spürte dem Exotismus in METROPOLIS nach. Abschließend untersuchte der Theologe und Religionsphilosoph Philipp Stoellger die biblischen Reminiszenzen des Films zwischen Babel, Sintflut und imaginärer Versöhnung.

Konzeption und Moderation: Kristina Jaspers, Peter Mänz (Museum für Film und Fernsehen) und Rüdiger Zill (Einstein Forum)

Das vollständige Programm steht hier und unter www.einsteinforum.de zur Verfügung.

 


Lesung: „Waren die Filme wirklich besser?“

Der Kritiker und Feuilletonist Paul Marcus (Pem)
Ein Hörbild mit Pem, Wolfgang Unterzaucher und Jens Brüning

26. März 2010, 19 Uhr
Galerie 1er Étage, Savignyplatz 1, 10623 Berlin
(S-Bahn Savignyplatz)

 

Paul Marcus, Jahrgang 1901, schrieb seit 1924 für Zeitungen in Berlin. Ab 1929 verfasste er als ständiger Mitarbeiter der Neuen Berliner Zeitung – Das 12 Uhr Blatt Feuilletons, Theater- und Kabarettkritiken sowie regelmäßige Beiträge über Film. Sein Kürzel „Pem“ wurde zum Markenzeichen für engagierte Filmpublizistik. Im März 1933 floh er vor den Nationalsozialisten zunächst nach Prag und Wien, 1936 dann nach London. Bis zu seinem Tod im April 1972 arbeitete er als freier Autor. Sein Lebensthema blieb der Film.
Eine Veranstaltung der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen, der Galerie 1er Étage und der Edition Text + Kritik

 


film.dialoge

Caroline Link: IM WINTER EIN JAHR

25. März 2010, 19 Uhr
Kino Arsenal
 

In der Reihe „film.dialoge” stellt die Deutsche Kinemathek Filme aus den beiden neuen Räumen ihrer Ständigen Ausstellung vor – im Gespräch mit den Regisseuren. Caroline Links Film IM WINTER EIN JAHR (Deutschland 2008) erzählt die Geschichte einer nach außen intakten Familie, deren Leben nach dem Selbstmord des 19-jährigen Sohnes aus den Fugen gerät. Die Mutter (Corinna Harfouch) beauftragt den bekannten Maler Max Hollander (Josef Bierbichler) mit einem Porträt ihres verstorbenen Sohnes und ihrer Tochter (Karoline Herfurth). Zwischen dem Maler und der Tochter kommt es bei den Porträtsitzungen zu einer vorsichtigen Annäherung. Der Film erhielt beim Deutschen Filmpreis 2009 eine Silberne Lola in der Kategorie „Bester Spielfilm", auch der Komponist Niki Reiser wurde für die Musik mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet.
Gespräch: Caroline Link (Drehbuch, Regie) im Gespräch mit Peter Mänz (Leiter Ausstellungen)

 


Tag der Archive:

Ein Blick hinter die Kulissen des Museums für Film und Fernsehen

6. und 7. März 2010
Museum für Film und Fernsehen
 

Die Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen beteiligte sich am „Tag der Archive“, der auf Initiative des Verbandes deutscher Archivarinnen und Archivare e. V. bereits zum fünften Mal stattfand. An zwei Tagen, dem 6. und 7. März, bot das Museum für Film und Fernsehen die seltene Gelegenheit, die zentralen Archive im Filmhaus am Potsdamer Platz und die Außenstelle der Sammlungen in Moabit zu besuchen, um dort verborgene Schätze der Film- und Fernsehgeschichte zu entdecken.

 


Vortrag und Lesung:

Anna Gmeyner: Manja. Ein Roman um fünf Kinder. Eine Hommage

19. Februar 2010, 20 Uhr Mendelssohn-Remise, Jägerstraße 51, 10117 Berlin
(U-Bahnhof Hausvogteiplatz)
 

Anna Gmeyner, 1902 in Wien geboren, 1991 in York gestorben, gehörte um 1930 zur literarischen Avantgarde in Deutschland. Das Exil führte sie über Paris nach England. Sie schrieb Filmdrehbücher und Romane. Manja erschien 1938 unter dem Pseudonym Anna Reiner bei Querido in Amsterdam, 1984 zum ersten Mal in Deutschland beim Persona Verlag.
Der Roman spielt zwischen 1920 und 1934. Manja und ihre Freunde Karl, Heini, Franz und Harry entstammen verschiedenen gesellschaftlichen Milieus. Ihre Freundschaft wird 1933 auf eine harte Probe gestellt. Manja und Harry sind plötzlich nicht mehr „rasserein“, und die Probleme der Erwachsenen, die sich für oder gegen Hitler entscheiden, drohen die Welt der Kinder zu zerstören. Iris Berben las aus dem Roman. Heike Klapdor porträtierte die Autorin.
Eine Veranstaltung der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen, der Mendelssohn-Gesellschaft e. V. und des Persona Verlags

Eintritt: 5 Euro

 


26. Lange Nacht der Museen

im Themenjahr „Wissenschaft 2010“

30. Januar 2010, 18 bis 2 Uhr
Museum für Film und Fernsehen
 

Im Rahmen der 26. Langen Nacht der Museen öffnete auch das Museum für Film und Fernsehen seine Türen. Zu besichtigen waren neben den Ständigen Ausstellungen zu den Themen Film und Fernsehen auch die Sonderausstellungen „Romy Schneider. Wien – Berlin – Paris“ und „The Complete METROPOLIS“. Um 21 Uhr ist im Kino Arsenal L'ENFER D’HENRI-GEORGES CLOUZOT (F 2009, R: Serge Bromberg, Ruxandra Medrea, OmeU, 94 Min.) zu sehen, ein Dokumentarfilm über die spannende Geschichte des nie vollendeten Films L’ENFER von Henri-Georges Clouzot mit der jungen, verführerischen Romy Schneider. Zwei Filmhistoriker spürten das verschollene Filmmaterial auf und montierten es zu einem fesselnden Dokument.   
Der Regisseur und Filmhistoriker Serge Bromberg berichtete nach der Filmvorführung über das unvollendete Werk und seine Spurensuche.

Nach oben