Film:ReStored_02. Das Filmerbe-Festival

Vom 26. bis 29. Oktober 2017 fand die zweite Ausgabe des Filmerbe-Festivals „Film:ReStored“ im Filmhaus am Potsdamer Platz statt, das von der Deutschen Kinemathek im Auftrag des Kinematheksverbundes veranstaltet wurde. Der Termin stellte das Festival in den Kontext des UNESCO-Welttages des audiovisuellen Erbes am 27. Oktober, an dem in diesem Jahr der Kinopreis des Kinematheksverbundes verliehen wurde.

Das viertägige Festival „Film:ReStored_02“ zeigte digital restaurierte Filme als Premieren Vorträge und Werkstattberichte widmeten sich Fragestellungen rund um die Digitalisierung des Filmerbes. In diesem Jahr standen die Rechteinhaber und Urheber als Partner und Akteure der Digitalisierungsprojekte im Fokus der Debatten. Ohne die Kooperation mit den Lizenzinhabern können Archive die Digitalisierung des Filmerbes nur eingeschränkt voranbringen. Die Berührungspunkte zwischen Archiven und aktiven Rechteinhabern sind vielfältig: In den Archiven lagern die Ausgangsmaterialien und findet sich die technische Expertise im Umgang mit historischem Filmmaterial. Ohne die Zustimmung und Unterstützung der Rechteinhaber können diese wiederum nur bedingt für die archivierten Werke eingesetzt werden.

Wo überschneiden sich Ziele und Wege von Archiven und Lizenzinhabern bei der Digitalisierung des Filmerbes? Die Einbindung noch lebender Urheber, z. B. Regisseure und Kameraleute, in die Digitalisierungsarbeiten kann überaus wertvoll für eine werkgetreue Bearbeitung sein, erzeugt aber auch Reibungsflächen: Der Wunsch nach kreativer Neubearbeitung kann wissenschaftlichen oder archivarischen Standards entgegenstehen. Auch die Anfertigung unterschiedlicher Versionen könnte ein Weg sein, divergierenden Anforderungen gerecht zu werden. Können hier gemeinsame Richtlinien gefunden werden?

Die Filmauswahl für das Festival stand in Zusammenhang mit diesen Fragestellungen und der Kooperation mit den Rechteinhabern und Urhebern. Insgesamt wurden dreizehn Filme aufgeführt, überwiegend als digitale Premieren.

 

Filmprogramm „Film:ReStored_02“, 26. bis 29.10.2017

ALICE IN DEN STÄDTEN (BRD 1974, Regie: Wim Wenders)
AUF WIEDERSEHN, FRANZISKA! (D 1941, Regie: Helmut Käutner)
BALAGAN (D/F 1993, Regie: Andres Veiel)
BILDER DER WELT UND INSCHRIFT DES KRIEGES (BRD 1988, Regie: Harun Farocki)
DEFA 70 (DDR 1967, Regie: Werner Bergmann)
ETWAS WIRD SICHTBAR (BRD 1982, Regie: Harun Farocki)
MAMA, ICH LEBE (DDR 1977, Regie: Konrad Wolf)
MARTHA (BRD 1974, Regie: Rainer Werner Fassbinder)
MIR KUMEN ON (PL 1936, Regie: Aleksander Ford)
OSTKREUZ (D 1991, Regie: Michael Klier)
TOBBY (BRD 1961, Regie: Hansjürgen Pohland)
DAS UNHEIL (BRD/F 1972, Regie: Peter Fleischmann)
ZWEI UNTER MILLIONEN (BRD 1961, Regie: Victor Vicas, Wieland Liebske)

 

Auch die Vorträge und Werkstattberichte, die Einblicke in die praktische Digitalisierungsarbeit und ihr Fragestellungen boten, widmeten sich in diesem Jahr der Zusammenarbeit von Rechteinhabern, Filmemachern, Archiven und Dienstleistern. So führte Wim Wenders Beispiele der Bearbeitung seiner Filme vor. In einem weiteren Block wurde außerdem die Digitalisierung von Harun Farockis Filmen präsentiert.

 

Vorträge, Werkstattberichte und Einführungen von:

Michal Bregant (Národní filmový archiv, Prag)
Serge Bromberg (Lobster Films, Paris)
Stefanie Eckert (DEFA-Stiftung, Berlin)
Michael Klier (Filmemacher)
Martin Koerber (Deutsche Kinemathek, Berlin)
Juliane Lorenz (Rainer Werner Fassbinder Foundation, Berlin)
Ralf Schenk (DEFA-Stiftung, Berlin)
Laura Schmidt (Wim Wenders Stiftung, Düsseldorf)
Ernst Szebedits (Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, Wiesbaden)
Andres Veiel (Filmemacher)
Julia Wallmüller (Deutsche Kinemathek, Berlin)
Wim Wenders (Filmemacher)
Anke Wilkening (Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, Wiesbaden)
Thomas Worschech (Deutsches Filminstitut, Frankfurt a. M.)
Elżbieta Wysocka (Filmoteka Narodowa, Warschau)

 

Eine Veranstaltung der Deutschen Kinemathek für den Kinematheksverbund

In Kooperation mit Fédération Internationale des Archives du Film (FIAF)

Informationen und Anmeldung: filmrestored@deutsche-kinemathek.de

 


Kinopreis des Kinematheksverbundes

Am Freitag, den 27. Oktober, fand die Vergabe des Kinopreises des Kinematheksverbundes mit anschließendem Empfang statt. Mit diesem Preis werden Institutionen, Initiativen und Akteure ausgezeichnet, die sich um das filmische Erbe und eine vielfältige Kinokultur verdient gemacht haben.

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