Deutschland 1966. Filmische Perspektiven in Ost und West

Veranstaltungen

Samstag, 13.2.2016, 18 Uhr
Retrospektive
Deutschland 1966. Aufbruch/Umbruch

Die Retrospektive widmete sich dem Jahr 1966 und damit einem Wendepunkt im deutschen Kino. Damals herrschte Aufbruchstimmung: Im Westen stellten sich Autorenfilmer den Widersprüchen der Wirtschaftswunderzeit, im Osten hinterfragten junge Regisseure den sozialistischen Alltag. Doch während dem Jungen deutschen Film der internationale Durchbruch gelang, wurden in der DDR infolge des 11. Plenums des Zentralkomitees der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) im Dezember 1965 rund die Hälfte aller DEFA-Spielfilme verboten, die 1966 in die Kinos hätten kommen sollen. Der parallele Aufbruch zu Neuem erfuhr ein abruptes Ende. Vier Autoren des anlässlich der Retrospektive erschienenen Buches diskutierten über diese wechselvolle Zeit der deutschen Filmgeschichte und die filmischen Perspektiven in Ost und West: Claudia Lenssen, Klaudia Wick, Bert Rebhandl und Ralf Schenk. Moderation: Connie Betz.

Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen,
Veranstaltungsraum, 4. Etage
In deutscher Sprache, Eintritt frei

 

Sonntag, 14.2.2016, 16 Uhr
Retrospektive
Volker Schlöndorff und Wolfgang Kohlhaase im Gespräch

Der junge Törless (1965/66) von Volker Schlöndorff erhielt drei Filmbänder in Gold und den FIPRESCI-Kritikerpreis, er wurde in Cannes gezeigt – und er gilt heute als einer der Initialfilme des Jungen deutschen Films. Nach dem Drehbuch von Wolfgang Kohlhaase entstand in der DDR zur gleichen Zeit Berlin um die Ecke von Gerhard Klein. Statt Erfolge zu feiern, wurde dieser Film jedoch infolge des 11. Plenums des ZK der SED verboten. Dr. Rainer Rother, Künstlerischer Direktor der Deutschen Kinemathek, sprach mit Volker Schlöndorff und Wolfgang Kohlhaase über ihre persönlichen Erfahrungen im ereignisreichen Filmjahr 1966. Wie haben sie die Produktionsbedingungen in Ost und West damals erlebt? Welche (inter-)nationalen Einflüsse haben ihre Arbeiten geprägt? Eine Veranstaltung in Kooperation mit der OSRAM GmbH.

Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen,
Veranstaltungsraum, 4. Etage
In deutscher Sprache, Eintritt frei
 

 

Montag, 15.2.2016, 18 Uhr
Retrospektive
Deutschland 4:3 – Das Fernsehjahr 1966

Seit die Geräteindustrie Anfang der 1960er-Jahre das „In die Röhre“-Schauen erschwinglicher gemacht hatte, kamen die TV-Zuschauer aus allen Gesellschaftsschichten. Das Fernsehen sendete regelmäßig und abendfüllend. Und es entwickelte eine eigene, vielfältige Formensprache. Mit seinen verlässlich wiederkehrenden Reihen und Serien veränderte es maßgeblich das Freizeitverhalten der Deutschen. Ein „Niedersitz der Massen“ sei das Fernsehen, schrieb Egon Netenjakob 1966. „Wir waren beim Fernsehen, nicht beim Film“, erinnert sich der Kameramann Michael Ballhaus an seine Zeit beim Südwestfunk, „hier wurde künstlerische Freiheit nicht nur geduldet – sie war geradezu erwünscht und gefordert.“ Über die Möglichkeiten und Grenzen des westdeutschen Fernsehens der 1960er-Jahre sprachen die Produzentin Regina Ziegler, der Dokumentarfilmer Hans-Dieter Grabe, der Produzent Günter Rohrbach und der TV-Essayist Georg Stefan Troller. Moderation: Klaudia Wick.

Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen,
Veranstaltungsraum, 4. Etage
In deutscher Sprache, Eintritt frei

 

Mittwoch, 17.2.2016, 17 Uhr
Hommage
Michael Ballhaus meets Jim Rakete

The 66th Berlin International Film Festival awarded an Honorary Golden Bear for lifetime achievement to German cinematographer Michael Ballhaus, to whom the festival also dedicated this year’s Homage. Ballhaus is one of the world’s most important cinematographers. Before spending 25 years working primarily in the USA, Ballhaus established his reputation in Germany where he worked with auteur Rainer Werner Fassbinder, among others, helping “Young German Film” achieve new artistic freedom. At the lens alongside great American directors such as Martin Scorsese, he had a decisive effect on the lighting and look of US moviemaking. The list of directors with whom he has worked includes such luminaries as Peter Lilienthal, Wolfgang Petersen, Volker Schlöndorff, John Sayles, Robert Redford, James L. Brooks, Paul Newman, Mike Nichols and Francis Ford Coppola. Ballhaus created unforgettable images like the 360-degree dolly shot around singer Susie Diamond alias Michelle Pfeiffer in The Fabulous Baker Boys (USA 1989, Steve Kloves), or the legendary Steadicam trip through a nightclub kitchen in Goodfellas (USA 1990, Martin Scorsese).
Speaking with German photographer Jim Rakete, whose pictures can be found in major collections such as the Deutsches Filmmuseum in Frankfurt and the Museum Folkwang in Essen, Michael Ballhaus retraced key steps in his career, discussed the close collaboration between director and DP, and reflected on the art of using light, framing, focus and – above all – creativity to shape the perfect image. A joint presentation of Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen and Berlinale Talents.

HAU Hebbel am Ufer (HAU1), Stresemannstr. 29
In englischer Sprache, Einlass mit Ticket

 

Donnerstag, 18.2.2016, 18 Uhr
Retrospektive
Ein anderer Blick – ein anderes Bild

1966 war das Filmemachen bis auf Ausnahmen eine reine Männerdomäne. Sowohl im Umkreis der Unterzeichner des Oberhausener Manifests als auch bei der DEFA waren es de facto männliche Regisseure, die das Ende von „Papas Kino“ proklamierten. Nur wenigen Frauen wie Jeanine Meerapfel, Helke Sander, Helga Schütz, Ula Stöckl oder Christa Wolf gelang es, als Regisseurinnen oder Drehbuchautorinnen eine weibliche Perspektive in den deutschen Film in Ost und West einzubringen. Eine Tatsache, die sich auch auf die porträtierten Frauen und die Geschlechterrollen in den Filmen niederschlug. Über die Situation der jungen Filmmacherinnen aus Ost und West in den 1960er-Jahren, fehlende Vorbilder und die Unterschiede in den Rollenbildern wie auch über die Situation der Frauen in der Filmbranche heute sprach Claudia Lenssen mit den Regisseurinnen Jeanine Meerapfel und Helke Sander sowie mit der Schauspielerin Jutta Hoffmann.

Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen,
Veranstaltungsraum, 4. Etage
In deutscher Sprache, Eintritt frei

Nach oben