Hommage Arthur Penn

Dem renommierten US-amerikanischen Filmregisseur Arthur Penn ist die Hommage der 57. Internationalen Filmfestspiele Berlin 2007 gewidmet. Arthur Penn gilt als einer der Wegbereiter des New Hollywood und hat mit Filmen wie BONNIE AND CLYDE (1967) und NIGHT MOVES (1975, DIE HEISSE SPUR) Filmgeschichte geschrieben. Anlässlich der Hommage wird Arthur Penn am 15. Februar 2007 mit dem Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

„Arthur Penns Filme der sechziger und frühen siebziger Jahre haben das damals krisengeschüttelte amerikanische Kino revitalisiert. Er ist ein großer Regisseur, der das amerikanische Autorenkino nachhaltig geprägt hat“, kommentiert Festival-Direktor Dieter Kosslick die Hommage.

Arthur Penn gehört zu jener Generation amerikanischer Regisseure, die zunächst reichhaltige Erfahrungen beim Fernsehen gesammelt haben und geprägt sind von der Experimentierfreudigkeit des Golden Age of Live Television. Er hat mit Hollywood-Stars wie Anne Bancroft, Warren Beatty, Marlon Brando, Faye Dunaway, Jane Fonda, Gene Hackman, Dustin Hoffman, Paul Newman und Jack Nicholson gearbeitet. Unter Penns Regie wurden acht seiner Darsteller für den Oscar nominiert. Die Hommage wird eine Auswahl von zehn Filmen präsentieren, die einen Überblick über sein Gesamtwerk gibt.

Seinem ersten Spielfilm THE LEFT-HANDED GUN (1958, EINER MUSS DRAN GLAUBEN) mit Paul Newman in der Hauptrolle, mit dem er den Mythos des Western entzauberte, folgte 1962 mit THE MIRACLE WORKER (LICHT IM DUNKEL) die Adaptation eines Stoffes, den er zuvor sowohl am Theater wie auch beim Fernsehen inszeniert hatte. Für diesen Film wurde er für den Oscar nominiert, Anne Bancroft und Patty Duke wurden für ihre darstellerische Leistung ausgezeichnet.

Nach MICKEY ONE (1965) und THE CHASE (1966, EIN MANN WIRD GEJAGT) gelang Arthur Penn 1967 sein großer Durchbruch mit BONNIE AND CLYDE, der Faye Dunaway und Warren Beatty zu Weltstars machte und ihm selbst eine weitere Oscar-Nominierung einbrachte. Mit brüchig gezeichneten Figuren und seiner ungewöhnlichen Entstehungsgeschichte fernab der großen Hollywood-Studios stand der Film am Anfang der New-Hollywood-Ära. Weitere Erfolge dieser kreativen Phase waren ALICE'S RESTAURANT (1969, dritte Oscar-Nominierung), ein Film über den populären Country-Sänger Arlo Guthrie, und der Western LITTLE BIG MAN (1970) mit Dustin Hoffman in der Hauptrolle. Es folgten der Detektivfilm NIGHT MOVES mit Gene Hackman, ein lakonischer Neo-Noir-Abgesang auf die Aufbruchstimmung der Sechziger, und der Western THE MISSOURI BREAKS (1976, DUELL AM MISSOURI) mit Jack Nicholson und Marlon Brando in den Hauptrollen.

Mit FOUR FRIENDS entstand 1981 ein weiteres Meisterwerk, das die Ideale, Stimmungen und Hoffnungen der sechziger Jahre glaubwürdig wiedergibt.

In den neunziger Jahren widmete sich Arthur Penn verstärkt der Arbeit am Actors Studio, dessen Präsident er von 1992 bis 2000 war.

„Faszinierend an Arthur Penns Filmen ist, wie sie – oft in Genre-Traditionen stehend – sowohl inhaltlich wie formal zu ganz freien Lösungen gelangen“, betont Dr. Rainer Rother, Künstlerischer Direktor der Deutschen Kinemathek und Leiter der Retrospektive.

Das amerikanische Kino verdankt Arthur Penn zahlreiche Impulse. Seine Filme zeugen von einer Spontaneität und Freiheit, die sie mit den unkonventionellen Inszenierungsmustern der Nouvelle Vague verbinden. Nicht zufällig hatte er seinen größten Erfolg mit BONNIE AND CLYDE, jener mythischen Umschrift einer Liebes- und Gangstergeschichte, deren Stoff auch Truffaut und Godard angeboten worden war. Der Regisseur Arthur Penn ist ein aufmerksamer Beobachter, der sich kritisch mit der amerikanischen Gesellschaft auseinandersetzt und außerhalb der üblichen Studio-Konventionen agiert. Er gilt als einer der innovativsten amerikanischen Filmemacher seiner Zeit.

Nach oben