Retrospektive 2004: New Hollywood 1967–1976. Trouble in Wonderland

Die Retrospektive der 54. Berlinale widmete sich einer einzigartigen Epoche der amerikanischen Filmgeschichte: Mit „New Hollywood 1967–1976. Trouble in Wonderland" rief das Festival ein aufregendes Jahrzehnt Filmkunst in Erinnerung. Nie zuvor und danach ist Amerika realer und verstörender ins Kino gekommen, nie persönlicher und berührender. Es ist ein Kino der Außenseiter und „Wunderkinder", der Egomanen und Erneuerer, der „Easy Riders" und „Raging Bulls". Dazu gehören Regisseure, deren Werk heute als „klassisch" gilt – Altman, Cassavetes, Coppola, Spielberg, Scorsese.

Die Retrospektive präsentierte die vielfältigen Experimente eines Kinos, das sich um traditionelle Erzählmuster wenig schert und das das gesellschaftspolitische Geschehen in den USA mit einer beispiellosen Radikalität spiegelt.

Aufruhr, Gewalt und Konfrontation überlagerten den Alltag in den USA und andernorts. Der Krieg in Vietnam spaltete die amerikanische Nation. Die Afroamerikaner forderten militant ihre Rechte ein. Studenten begehrten auf. In der Popkultur manifestierte sich ein kultureller Paradigmenwechsel. Zu den etablierten Medien entwickelte sich eine Gegenöffentlichkeit.

66 Filme des „New Hollywood" umfasste die Retrospektive, die von der Deutschen Kinemathek verantwortet wurde. Kooperationspartner war das Österreichische Filmmuseum. Eine Reihe begleitender Veranstaltungen ergänzte das Filmprogramm thematisch. Das Buch zur Retrospektive ist im Bertz-Verlag erschienen.

Ergänzend zu den im Veranstaltungsraum des Filmmuseums (1. Stock) ausgestellten Filmplakaten zeigte die „Galerie Filmposter.net" vom 5. Februar bis zum 19. März 2004 zahlreiche Plakate des „New Hollywood".

  

  

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