Retrospektive 2003: Friedrich Wilhelm Murnau

Übersicht

Zur Berlinale im Februar 2003 präsentiert das Filmmuseum eine Retrospektive der zwölf erhaltenen Filme in restaurierten Kopien, begleitet von verschiedenen Rahmenveranstaltungen. Ein Höhepunkt wird die Vorführung des Films DER LETZTE MANN in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz mit einer neu komponierten Musik von Detlev Glanert sein. ZDF/ARTE und die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung sind an diesem Ereignis partnerschaftlich beteiligt.

Friedrich Wilhelm Murnau war einer der Großen des Stummfilms, beeinflusst von Malerei, Literatur und Schauspiel. Sein Beitrag zur Entwicklung einer spezifischen Filmsprache ist früh erkannt worden. Er arbeitete mit den besten Kameraleuten seiner Zeit zusammen: Fritz Arno Wagner, Karl Freund, Carl Hoffmann, Charles Rosher, Floyd Crosby. Die prominentesten Schauspieler drängte es in seine Filme. Und für viele Nachgeborene in Europa, zum Beispiel für François Truffaut, Eric Rohmer, Jacques Rivette und Jean-Luc Godard, für Werner Herzog, Volker Schlöndorff und Wim Wenders, war er die Inkarnation deutscher Filmgeschichte.

Das Filmmuseum Berlin zeigt ab Januar 2003 eine Ausstellung zu Leben und Werk von Friedrich Wilhelm Murnau. Erstmals werden in diesem Zusammenhang verschiedene Exponate aus dem Nachlass des Regisseurs zu sehen sein.

Das Filmmuseum Berlin publiziert zur Ausstellung und Retrospektive ein Murnau-Buch mit Beiträgen heutiger deutscher Filmemacher – u. a. Dominik Graf, Ulrike Ottinger, Helma Sanders-Brahms, Tom Tykwer, Wim Wenders –, Essays (von Thomas Koebner, Daniela Sannwald, Janet Bergstrom), Dokumenten und Daten sowie einem Ausstellungsteil.

Murnau ist immer wieder neu zu entdecken. Siebzig Jahre nach seinem Tod bietet das Filmmuseum Berlin dafür verschiedene Möglichkeiten.

Hans Helmut Prinzler

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