Gabriele Jatho (Red.)

FilmHeft 12: PLAY IT AGAIN ...! 60 Jahre Berlinale

Herausgegeben von der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen
Bertz + Fischer Verlag, Berlin 2010
Zweisprachige Ausgabe (Deutsch/Englisch)
96 Seiten, 45 Abbildungen, 9 Euro

 

Das Buch zur Berlinale-Retro 2010 in der Reihe „FilmHeft“: Alle Filme der Retrospektive, dokumentiert mit detaillierten filmografischen Angaben und zeitgenössischen Kritiken, in einem Band. Von A BOUT DE SOUFFLE, Jean-Luc Godards Nouvelle-Vague-Klassiker, der 1960 auf den Internationalen Filmfestspielen Berlin als Sensation und mit dem Silbernen Berliner Bären gefeiert wurde, bis YELLA, Christian Petzolds poetisch-präziser Aus- und Aufbruchsgeschichte einer Frau, die alles hinter sich läßt und für deren Darstellung Nina Hoss 2007 den Silbernen Berliner Bären gewann. Von AI NO CORRIDA, Nagisa Oshimas Film aus dem „Reich der Sinne“, der 1976 für moralische Entrüstung sorgte und von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt wurde, bis WOSCHOSHDENIE (AUFSTIEG), einem sowjetischen Film von Larissa Schepitko, der 1977 mit dem Goldenen Berliner Bären ausgezeichnet wurde.

 

PLAY IT AGAIN …! – ein filmhistorischer Streifzug durch sechs Jahrzehnte Festivalgeschichte, in denen cineastische Glanzpunkte der Weltproduktionen wie Michelangelo Antonionis LA NOTTE (1960/61) und Wong Kar-wais DUOLUO TIANSHI (FALLEN ANGELS, 1995) oder Spielfilmdebüts wie Werner Herzogs LEBENSZEICHEN (1967/68) zur Aufführung gelangten, Regiearbeiten bejubelt oder abgelehnt, Juryentscheidungen begrüßt oder gescholten wurden. Filme, die zu politischen Eklats führten wie Michael Ciminos THE DEER HUNTER, dessen Vorführung bei der Berlinale 1979 zur Abreise der sowjetischen, osteuropäischen und kubanischen Delegationen führte, treffen auf Höhepunkte des europäischen Autorenkinos wie Alain Tanners melancholisch-subtiler Film DANS LA VILLE BLANCHE (1982/83) oder Niels Arden Oplevs Vater-und-Sohn-Geschichte DRØMMEN (DER TRAUM, 2005/2006). Mit einem einleitenden Essay von David Thomson, der das Filmprogramm zusammengestellt hat. Ein unverzichtbarer Begleiter während der Berlinale und ein zuverlässiges Nachschlagewerk über den Tag hinaus.

Nach oben