Rolf Aurich und Wolfgang Jacobsen (Hg)

Libertas Schulze-Boysen. Filmpublizistin

Band 7 der Buchreihe Film & Schrift

Konzeption und Redaktion: Rolf Aurich, Wolfgang Jacobsen, Wenke Wegner

Herausgegeben in Zusammenarbeit mit der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen

edition text + kritik, München 2008
170 Seiten, 16 Euro
ISBN 978-3-88377-925-6

 

Wöchentliche Filmkritiken und -berichte schrieb die junge Publizistin Libertas Schulze-Boysen  in den Jahren 1940 und 1941 für die nationalsozialistische Essener „National-Zeitung“. 1913 geboren, wuchs sie bei Berlin auf und lebte später in Zürich, Irland und England. 1933 trat sie als Pressereferentin in das Berliner Büro der Metro-Goldwyn-Mayer ein. Obwohl politisch kaum engagiert, sympathisierte sie zu dieser Zeit mit den Nazis. Durch die Bekanntschaft mit dem Publizisten und Referenten im Luftfahrtministerium Harro Schulze-Boysen, den sie 1936 heiratete, schloss sie sich dem Widerstand gegen die Nazi-Diktatur im Umfeld der „Roten Kapelle“ an. Sie war befreundet mit den Schriftstellern Günther Weisenborn, Adam Kuckhoff und Alexander Spoerl. Ab Ende 1941 war sie Mitarbeiterin in der Kulturfilmzentrale im Propagandaministerium. Im September 1942 wurde sie verhaftet, wegen „Hochverrats“ angeklagt, zum Tode verurteilt und im Dezember in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Obwohl in den Widerstand gegen die Nazis integriert und aktiv daran beteiligt, zeigen ihre filmpublizistischen Arbeiten sie als eine Autorin unter Einfluss, in Urteilen durchaus infiltriert von NS-Ideologie und gleichsam einem individuellen Drang zur Selbstverwirklichung als Frau und Autorin folgend, der sie – zumindest zeit- und teilweise – blind sein lässt gegenüber dem mörderischen Antisemitismus der Nazis.

Der Band versammelt alle ihre filmpublizistischen Texte, ergänzt um einen werkbiografischen Essay von Wenke Wegner.

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