Wolfgang Jacobsen, Rolf Aurich

Der Sonnensucher. Konrad Wolf

Biographie
Aufbau-Verlag, Berlin 2005
589 Seiten, ca. 40 Abbildungen
24,90 Euro

 

Konrad Wolf, der Sohn des Schriftstellers und Arztes Friedrich Wolf, wurde mit Filmen wie DER GETEILTE HIMMEL (1964), ICH WAR NEUNZEHN (1968) und SOLO SUNNY (1980) international bekannt. Seine ungewöhnliche Biographie, die hier erstmals auf der Grundlage intensiver Archivrecherchen sowie Gesprächen u.a. mit Günter Grass, Eberhard Esche, Christa Wolf, Günter Kunert und Markus Wolf vorgelegt wird, ist ein Spiegel deutsch-deutscher Geschichte. Kindheit im Württembergischen, Jugend im Moskauer Exil, Rückkehr als Soldat der Roten Armee, Aufstieg zu einem der bedeutendsten deutschen Filmregisseure – wahrlich kein gewöhnlicher Weg.

Als langjähriger Präsident der Akademie der Künste (1965–1982) prägte Konrad Wolf das Kulturgeschehen der DDR und pflegte Freundschaften u.a. zu Christa Wolf, Peter Weiss, Luigi Nono und Jorge Semprún. Seine Filme erregten nicht nur wegen ihrer formalen Qualität, sondern auch aufgrund ihrer politischen Fragestellungen international Aufmerksamkeit. So thematisierte er sowohl in seinem GOYA-Film als auch in seinem größten Publikumserfolg in Ost- und Westdeutschland SOLO SUNNY das schwierige Verhältnis von Künstler und Gesellschaft, das auch sein eigener Lebenszwiespalt war. Er starb 1982, bevor er seinen Film DIE TROIKA realisieren konnte – sein Bruder, Stasigeneral Markus Wolf, trat 1989 mit seinem Buch über die Geschichte dieses nichtgedrehten Films erstmals an die Öffentlichkeit.

Nach oben