Rolf Aurich, Wolfgang Jacobsen (Hg.)

Karena Niehoff. Feuilletonistin und Kritikerin

Band 4 der Buchreihe FILM & SCHRIFT
Konzeption und Redaktion: Rolf Aurich, Jörg Becker und Wolfgang Jacobsen
Herausgegeben in Zusammenarbeit mit der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen
edition text + kritik, München 2006
242 Seiten inkl. DVD, 19,80 Euro
ISBN 3-88377-839-7

 

Karena Niehoff überlebte als Jüdin in der Illegalität die Verfolgung durch die Nazis in Berlin. Sie wurde verhaftet und für einige Zeit ins KZ-Lager Fehrbellin eingewiesen. Ein Vorwurf lautete „Verdacht auf Hochverrat“. In der NS-Terminologie galt sie als so genannte Halbjüdin. Zeitweise war sie Assistentin des Drehbuchautors Ludwig Metzger, der am Drehbuch für Veit Harlans antisemitischen Film JUD SÜSS (1940) mitgeschrieben hatte. Als Karena Niehoff 1950 im Prozess gegen den NS-Regisseur Harlan aussagte, stand sie ungewollt im Rampenlicht und sah sich massiven Anfeindungen ausgesetzt. Geboren 1920 in Berlin und dort 1992 gestorben, wurde Karena Niehoff in den 1950er Jahren als brillante Film- und Theaterkritikerin für den Tagesspiegel zu einer Westberliner Institution. Sie schrieb aber auch Texte für die Süddeutsche Zeitung, für Christ und Welt und die Basler Nationalzeitung

Ihren Gegenständen näherte sie sich auf Umwegen mit großer Fantasie und souveräner Metaphorik. Sie liebte sprachliche Arabesken und pflegte einen ironisch-assoziativen Stil. Ein Spezialgebiet waren literarische Miniaturen, Beschreibungen am Rande von Pressekonferenzen und Porträts.

Eine repräsentative Auswahl der Feuilletons und Kritiken von Karena Niehoff wird ergänzt durch einen umfangreichen werkbiografischen Aufsatz von Jörg Becker, der unbekanntes Archivmaterial erschlossen hat.

Dem Buch ist eine DVD beigegeben mit einem Beitrag von Alexander Kluge, der Karena Niehoff 1991 für seine Fernsehreihe 10 vor 11 interviewte.

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