Rolf Aurich, Wolfgang Jacobsen (Hg.)

Hans Siemsen. Kritiker und Essayist

Band 15 der Buchreihe Film & Schrift
Konzeption und Redaktion: Rolf Aurich, Brigitte Bruns und Wolfgang Jacobsen
Herausgegeben in Zusammenarbeit mit der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen
Edition Text + Kritik, München 2012
357 Seiten, 34 Euro
ISBN 978-3-86916-184-6

 

Hans Siemsen (1891–1969) machte sich als Chronist seiner Zeit und als streitbarer Theater- und Filmkritiker in der Weimarer Republik sehr bald einen Namen. Er war Mitarbeiter der Weltbühne, Redakteur des 8 Uhr- Abendblatts und anderer Zeitungen und Kulturzeitschriften. Als Erzähler beherrschte er die „kleine Prosaform“. Sein Interesse galt daneben auch der bildenden Kunst: Er beriet den Galeristen Alfred Flechtheim und war der Bildhauerin Renée Sintenis in enger Freundschaft verbunden. Als einer der Ersten machte er auf Charlie Chaplin aufmerksam. Besondere Wertschätzung brachte er der Schauspielerin Asta Nielsen entgegen. Selbst homosexuell, stritt er für die Abschaffung des § 175. Sein politischer Realismus machte ihn zu einem Diagnostiker der Gefahren politischen Machtmissbrauchs und des Nationalsozialismus, gegen den er im Exil weiterhin engagiert Stellung bezog.

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