Wolfgang Jacobsen, Anton Kaes, Hans Helmut Prinzler (Hg.)

Geschichte des deutschen Films

Zweite, aktualisierte und erweiterte Auflage
Metzler Verlag, Stuttgart 2004
666 Seiten, 330 Abbildungen, 49,95 Euro

 

Seit ihrem Erscheinen 1993 gilt diese Geschichte des deutschen Films als ein internationales Standardwerk der Filmgeschichtsschreibung, das nun – überarbeitet und um ein Kapitel zum deutschen Film der neunziger Jahre ergänzt – neu vorgelegt wird.

Der Film hat nicht nur die Künste revolutioniert, er steht auch am Beginn einer vollkommen neuen Wahrnehmung. Noch immer gilt er als eine besonders junge Kunst, nicht nur im Hinblick auf seine mediale Präsenz seit 1895, sondern auch wegen seiner Wandelbarkeit in einer Zeit stetiger technischer Innovationen. Der Film ist – auch aufgrund seiner industrialisierten Produktion – weit stärker internationalisiert als jede andere künstlerische Form. Dennoch gibt es seit den zehner und besonders zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts – seit dem Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit – einen spezifisch deutschen Film, dessen politische Prägungen ihn über künstlerische Stile hinaus endgültig mit deutscher Geschichte verbinden und in Beziehung setzen.

Der erste Teil des Buches orientiert sich an der Chronologie. Hier findet der Leser die konzentrierte Erzählung filmgeschichtlicher Epochen. Die Zeitgeschichte liefert den Hintergrund, vor dem anhand exemplarischer Filme und ihrer Regisseure die Produktions- und Rezeptionsgeschichte des Mediums verständlich wird. Die Schwerpunkte liegen auf den durch ihre filmische Ästhetik avancierten zwanziger Jahren, als der deutsche Film erstmals Weltgeltung errang, sowie auf der Zeit seit 1945 mit den mehrfachen Schüben einer Emanzipation von konventionellen filmpolitischen Vorstellungen, die schließlich zum „Autorenfilm“ führten. Eigene Kapitel gelten der NS-Zeit, dem Exil-Film und dem Film in der DDR – historischen Abschnitten, die besonders stark von gesellschaftlich-ideologischen Vorgaben geprägt waren.

Der zweite Teil orientiert sich an thematischen Querschnitten. Hier geht es um Genres, Ideen, Motive, um die politische Dimension des Films, nicht zuletzt um das Publikum. Eine Chronik ermöglicht den Zugang zu den wichtigsten Daten des deutschen Films, bibliografische Daten erschließen wichtige weiterführende Literatur. Zahlreiche Abbildungen vermitteln darüber hinaus eine Anschauung von über einhundert Jahren deutscher Filmgeschichte.

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