Rolf Aurich, Wolfgang Jacobsen

Ernest Borneman

Film. Fernsehen. Fremde

Edition Text + Kritik, München 2015
In Zusammenarbeit mit der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen
128 Seiten, 20 Euro
ISBN 978-3-86916-406-9

Diese Monografie würdigt mit dem gebürtigen Berliner Ernest Borneman (1915–1995) einen linken Intellektuellen, der mit seinem Einfallsreichtum die Film- und Fernsehgeschichte weltumspannend begleitet und mitgeprägt hat. Bekannt ist Borneman heute allenfalls als Sexualwissenschaftler und Jazzkenner. Dass er Romancier und Autor von Kriminalromanen war: vergessen. 1933 ging er ins englische Exil, 1940 wurde er nach Kanada deportiert und drehte dort für John Grierson Propagandafilme gegen NS-Deutschland. Nach dem Krieg leitete er die Filmabteilung der UNESCO in Paris. Wesentliche Züge der privaten Fernsehsender in England waren auch sein Werk. Borneman entwickelte 1960/61 das Freie Fernsehen in der Bundesrepublik, Vorläufer des ZDF – das „Adenauerfernsehen“, ein Fiasko, das seinem Ruf schadete. Der legendäre Beat-Club von Radio Bremen: seine Idee, doch nicht mit ihm verbunden. Stets wurde er misstrauisch beäugt. Die Autoren legen Fährten durch ein schier unüberschaubares Reservoir an Bildern und Tönen und entwerfen ein faszinierendes Bild einer beeindruckenden Persönlichkeit.

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