Neuerscheinungen

Cover-Motiv, Weimarer Kino – neu gesehen, Bertz + Fischer Verlag
Karin Herbst-Meßlinger, Rainer Rother, Annika Schaefer (Hg.)

Weimarer Kino – neu gesehen

Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen
Bertz + Fischer, Berlin 2018
252 Seiten, 225 Abbildungen
Hardcover, 21,5 x 22,5 cm, 29 Euro
978-3-86505-256-8

Im Fokus des reich illustrierten Bandes stehen die weniger bekannten Filme und Regisseure des Weimarer Kinos, jener Hochphase des deutschen Films, die dank ihrer außergewöhnlichen Künstler, ihrer thematischen Vielfalt und des Reichtums ihrer ästhetischen Mittel zu den legendären Epochen der Filmgeschichte gehört.

Sieben filmwissenschaftliche Essays beschäftigen sich mit unterschiedlichen Aspekten des Weimarer Kinos: mit dem Motiv des Kriegsheimkehrers, der Darstellung von Arbeitswelten, der Inszenierung von Kindheit und Jugend, der Verarbeitung historischer Stoffe und exotischer Elemente, mit experimentellen Ansätzen sowie mit Zensur und Skandal. In sechs Kurzessays widmen sich bekannte Filmemacher/-innen jeweils einem ausgewählten Film oder Regisseur jener Zeit.

Mit Beiträgen von Jutta Brückner, Dietrich Brüggemann, Ioana Crăciun, Tobias Nagl, Kai Nowak, Ulrike Ottinger, Annika Schaefer, Jörg Schöning, Philipp Stiasny, Philipp Stölzl, Thomas Tode, Andres Veiel und Wim Wenders

Die Ufa - Geschichte einer Marke, Kerber Verlag
Peter Mänz, Rainer Rother, Klaudia Wick (Hg.)

Die Ufa – Geschichte einer Marke

Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen
Kerber Verlag, Bielefeld/Berlin 2017
200 Seiten, zahlreiche Abbildungen (Farbe und Schwarzweiß)
Hardcover, 26 x 22,5 cm, 36 Euro, Museumsausgabe: 29 Euro
ISBN 978-3-7356-0421-7

Der Katalog zur Ausstellung „Die Ufa – Geschichte einer Marke“ der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen widmet sich den ökonomischen und ästhetischen Strategien des Medienkonzerns seit seiner Gründung im Jahr 1917. In drei Essays wird die Unternehmens- und Markengeschichte skizziert und zugleich die Entwicklung der audiovisuellen Medien in Deutschland reflektiert. Anhand einer Vielzahl von Exponaten, die von der Stummfilmzeit über das Aufkommen des Fernsehens bis hin zu aktuellen Innovationen der heutigen UFA reichen, lassen sich die Reaktionen des Unternehmens auf gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen sowie die Marktmechanismen der jeweiligen Epoche nachvollziehen.

Texte von Rolf Aurich, Karin Herbst-Meßlinger, Peter Mänz, Rainer Rother, Annika Schaefer, Jörg Schöning, Vera Thomas, Nils Warnecke, Maximilian Weinberg, Klaudia Wick

Buchcover: Hans Traub, Wörterbuch des Films
Hans Traub

Wörterbuch des Films

Herausgegeben von Rainer Rother und Rolf Aurich für die Deutsche Kinemathek
Neofelis Verlag, Berlin 2017
Hardcover, 245 Seiten mit sieben Abbildungen, 36 Euro
ISBN 978-3-95808-035-5

Der Film war zu Beginn der 1940er-Jahre noch zu jung, um bereits über ein größeres Schrifttum zu seiner Geschichte und den vielfältigen gesellschaftlichen, technischen oder ökonomischen Ausprägungen zu verfügen. An ein „Wörterbuch des Films“ machte sich während des Zweiten Weltkriegs indes der Zeitungs- und Filmwissenschaftler Hans Traub. Seit 1936 leitete er die Ufa-Lehrschau auf dem Ateliergelände in Babelsberg, im Folgejahr wurde ihm die universitäre Lehrbefugnis entzogen, er galt den Nationalsozialisten als „Mischling zweiten Grades“. Mit seinem „Wörterbuch“ verfolgte Traub ein ehrgeiziges Projekt, doch Bombenkrieg und sein früher Tod 1943 verhinderten die Veröffentlichung. Als Fragment ist das Werk in den Sammlungen der Deutschen Kinemathek überliefert und erlaubt es, den Stand der damaligen deutschen Filmwissenschaft, aber auch ihre Beeinflussung durch nationalsozialistische Ideologie genauer einzuschätzen.

Der kundige Text schlägt einen Bogen von den Stichworten „Abbau“ bis „Wochenschau“ und liefert zahlreiche heute vergessene Informationen etwa zu Film- und Kinotechnik, zu Personen, Bestimmungen oder Normen, angereichert durch umfassende Literaturangaben. Auch vor Anekdotischem scheut Traub nicht zurück, wenn er den Begriff der „Ateliermutter“ erläutert als „Anstandsdame“ in amerikanischen Filmateliers. Das Vorwort schrieb der Ufa-Regisseur Karl Ritter, langjähriges Parteimitglied der NSDAP.

Wo notwendig, wurde Traubs Arbeit korrigiert, kommentiert und kontextualisiert. Fehlende Stichworte wurden so weit wie möglich rekonstruiert. Begleitende Essays von Ulrich Döge und Rainer Rother gehen dem Schicksal des jahrzehntelang verschollenen Materials nach und bewerten die Leistungen Traubs, der inzwischen eine Wiederentdeckung erfährt.

Buchcover Linientreu und populär. Das Ufa-Imperium 1933-1945
Rainer Rother, Vera Thomas (Hg.)

Linientreu und populär. Das Ufa-Imperium 1933–1945

Bertz + Fischer, Berlin 2017
224 Seiten, 48 Abbildungen, 17,90 Euro
Paperback, 14,8 x 21 cm
Artikelnummer 978-3-86505-255-1

Ufa – mit den drei Buchstaben verbindet sich eine nunmehr hundertjährige Film- und Fernsehgeschichte. Dieses Buch widmet sich ihrem umstrittensten Kapitel: In der Zeit des Nationalsozialismus gingen bei dem expandierenden Konzern populäre Formen des Erzählens und politische Selbstunterwerfung Hand in Hand. Die Filmstadt Babelsberg mit ihrer Architekturgeschichte, der Ufa-Lehrschau und der Deutschen Filmakademie steht ebenso im Fokus der Untersuchungen wie die in den Studios beschäftigten Zwangsarbeiterinnen und -arbeiter. Wie sahen die Verbindungen der Ufa ins Ausland aus, und was waren die Vorlieben des Kinopublikums? Welche Männer- und Frauenbilder wurden in den Ufa-Produktionen entworfen, welche (unerfüllten) Sehnsüchte der Deutschen spiegelten sich in diesen Filmen? Ein Epilog widmet sich der bislang wenig beachteten Entflechtung und Neuausrichtung des Konzerns nach dem Zweiten Weltkrieg.

Mit Beiträgen von Rolf Aurich, Friedemann Beyer, Joseph Garncarz, Christophe Gauthier, Tobias Hochscherf, Kay Hoffmann, Brigitte Jacob, Elissa Mailänder, Almuth Püschel, Rainer Rother, Wolfgang Schäche, Annika Schaefer, Jörg Schöning, Roel Vande Winkel und Jens Westemeier.

 

Buchcover, Wolfgang Jacobsen: Erich Pommer
Wolfgang Jacobsen

Erich Pommer

Filmproduzent zwischen Kunst, Industrie und Unterhaltung

Jüdische Miniaturen, Band 208. Herausgegeben von Hermann Simon
Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen
Hentrich & Hentrich, Berlin 2017
Broschur, 82 Seiten mit 11 Abbildungen, 8,90 Euro
ISBN 978-3-95565-217-3

„Das Beste ist gerade gut genug für das Publikum“, schärfte Erich Pommer seinen Mitarbeitern gerne ein. Er produzierte 1920 den expressionistischen Film DAS CABINET DES DR. CALIGARI. Fest verbunden ist sein Name mit der Ufa, mit Klassikern von F. W. Murnau und Fritz Lang ebenso wie mit frühen Tonfilmen wie DER BLAUE ENGEL und DER KONGRESS TANZT. Er war ein Freund der Schauspieler, förderte Marlene Dietrich, Lilian Harvey, Maureen O'Hara und Hildegard Knef. Emil Jannings, Willy Fritsch, Hans Albers und Charles Laughton betraute er mit großen Rollen. 1889 in Hildesheim geboren, emigrierte er 1933 nach Frankreich, England und schließlich in die USA. Im Nachkriegsdeutschland engagierte er sich für den Wiederaufbau der Filmindustrie, 1966 starb er in Los Angeles.

Pommer besaß ein unvergleichliches Gespür für Stoffe und Talente, agierte als Geschäftsmann und war doch auch Künstler. Seine Leistungen als Produzent sind singulär in der deutschen Filmgeschichte. Seine Biografie ist zudem Zeugnis der tragischen Odyssee eines deutschen Juden im rechtsnationalen Sog der Medienpolitik – etwa der Hugenberg'schen Ufa bis 1933.  Für diese Jüdische Miniatur wurde erstmals die umfangreiche Korrespondenz Pommers von 1906 bis in die frühen 1950er-Jahre ausgewertet. Außerdem konnten bislang nicht erschlossene Akten der Ufa aus dem Historischen Archiv der Deutschen Bank herangezogen werden. Zwei Quellen, die es ermöglichten, der Darstellung von Leben und Werk Erich Pommers neue und wesentliche Facetten hinzuzufügen.

 

Gefördert von der UFA GmbH – „Ufa 100 Years“

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