Filmreihen

DAS ZWEITE GLEIS<br>DDR 1962, Regie: Joachim Kunert<br>Copyright: DEFA-Stiftung / Max Teschner

DEFA-Filmschätze neu entdeckt

Auch nach dem 70. DEFA-Geburtstag möchte der DEFA-Filmverleih monatlich auf ausgewählte, selten gezeigte Filme aus der DEFA-Produktion aufmerksam machen. Informationen zu den vorgestellten Filmen können den Filmblättern entnommen werden, die jeweils als pdf heruntergeladen werden können.
 

- DIE HEXEN VON SALEM, F/DDR 1957, Regie: Raymond Rouleau (pdf)

- HEXEN, DDR 1954, Regie: Helmut Spieß (pdf)

- WENGLER & SÖHNE – EINE LEGENDE, DDR 1987, Regie: Rainer Simon (pdf)

- EINE PYRAMIDE FÜR MICH, DDR 1975, Regie: Ralf Kirsten (pdf)

- ROMANZE MIT AMÉLIE, DDR 1982, Regie: Ulrich Thein (pdf)

- DIE BESTEN JAHRE, DDR 1965, Regie: Günther Rücker (pdf)

- BETROGEN BIS ZUM JÜNGSTEN TAG, DDR 1956, Regie: Joachim Kunert (pdf)

- DAS ZWEITE GLEIS, DDR 1962, Regie: Joachim Kunert (pdf)

 


100 Jahre Oktoberrevolution

Zehn Tage, die die Welt erschütterten nannte der amerikanische Journalist John Reed seinen autobiografischen Roman, in dem er seine Erlebnisse an der Seite führender Revolutionäre während der Oktoberrevolution im Jahr 1917 schilderte. Ein epochales Ereignis, das nicht nur die Welt tiefgreifend und dauerhaft verändern sollte, sondern das in der Folge auch in vielgestaltiger Form filmischen Ausdruck fand.

Anlässlich des 100. Jahrestages der Oktoberrevolution präsentiert der DEFA-Filmverleih ein aus sechs sowjetischen Filmen der 1950er- bis 1980er-Jahre bestehendes Verleihangebot. Ausgewählt wurden Werke, in denen die welterschütternden Geschehnisse des Oktobers 1917 jedoch nicht das offensichtliche Zentrum bilden, sondern als weiterreichender Bezugsrahmen dienen. Die Filmreihe „100 Jahre Oktoberrevolution“ möchte demnach keine Lieder über Lenin singen, sondern ein vielfarbiges Kaleidoskop an Filmen bieten, in denen auf herausragende Weise von individuellen Schicksalen vor dem Hintergrund der Oktoberrevolution erzählt wird.

Nähere Informationen zu diesem Angebot finden Sie hier (pdf).

 


Dokumentarfilme von Andres Veiel

Der 1959 geborene Regisseur Andres Veiel hat sich vor allem durch Dokumentarfilme einen Namen gemacht, die sich mit politischen und gesellschaftlichen „Traumata“ befassen: In BALAGAN (D/F 1993) geht es um das Verhältnis von Israelis und Palästinensern und deren Bezug zum Holocaust, in BLACK BOX BRD (D 2001) um die Auseinandersetzung mit der RAF in Deutschland, und in DER KICK (D 2006) um den Gewaltexzess rechtsgerichteter Jugendlicher in der perspektivlosen Einöde Brandenburgs. Andres Veiel wählt für seine Filme stets ungewöhnliche Erzählperspektiven; er setzt nicht auf Belehrung, sondern auf Empathie. Seine Arbeiten sind geprägt von seinem Wunsch, Hass, Barbarei und Mord zu verstehen und Worte zur Überwindung der Sprachlosigkeit zu finden. Das Theater und die deutsche Geschichte sind thematische Konstanten, die bereits in Veiels erstem Langfilm WINTERNACHTSTRAUM (D 1991) angelegt sind. Im Zentrum von DIE ÜBERLEBENDEN (D 1996) und DIE SPIELWÜTIGEN (D 2004) stehen auf den ersten Blick die Motive, aus denen heraus die Protagonisten handeln. Beide Filme sind aber auch Zeugnisse der Wünsche und Ängste junger Menschen in Deutschland und reflektieren die Stimmung im Land.

Anlässlich des Kinostarts von Andres Veiels neuem Film BEUYS (D 2017) bietet der Verleih der Deutschen Kinemathek ein Paket mit diesen sechs Dokumentarfilmen an, die ab Mai auch als DCP verfügbar sind.

 


Werkschau
Thomas Mauch, Kameramann und Filmemacher. Filme von 1963–2014

Thomas Mauchs Kameraarbeit hat den Neuen Deutschen Film stark geprägt und zu dessen Erfolg wesentlich beigetragen. In den letzten fünfzig Jahren arbeitete er mit Regisseuren wie Werner Herzog, Werner Schroeter, Alexander Kluge und Edgar Reitz zusammen. Nicht zuletzt führte er auch die Kamera für Filmemacherinnen einer Generation, die in den 1970er- und 1980er-Jahren eine neuartige und ganz eigene Perspektive auf das Leben filmisch umsetzten, darunter Helma Sanders-Brahms und Ula Stöckl. Viele Filme, die Mauch als Kameramann gestaltete, gewannen internationale Preise; er selbst erhielt Bundesfilmpreise für seine Arbeit an AGUIRRE, DER ZORN GOTTES (BRD 1972), NEAPOLITANISCHE GESCHWISTER (BRD/I 1978) und WALLERS LETZTER GANG (BRD 1988).

Aus Anlass von Thomas Mauchs 80. Geburtstag am 4. April 2017 zeigt die Deutsche Kinemathek vom 2. bis zum 8. Februar 2017 einen Ausschnitt aus seinem breiten Œuvre im Kino Arsenal. Die Werkschau kann im Anschluss von interessierten Kinos ausgeliehen werden. Weitere Filme, an denen Thomas Mauch als Kameramann beteiligt war, sind im Filmverleih der Deutschen Kinemathek verfügbar und können für ein individuelles Kinoprogramm ebenfalls gebucht werden.

 


Glaubenskrieg und Zeitenwende: 500 Jahre Reformation

Am 31. Oktober 2017 jährt sich zum 500. Mal der Thesenanschlag Martin Luthers an der Schlosskirche zu Wittenberg – ein Ereignis, das tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen nach sich zog. Der DEFA-Filmverleih präsentiert aus diesem Anlass eine Filmreihe mit drei Kurzfilmprogrammen und drei Spielfilmen, die zwischen 1956 und 1988 von der DEFA produziert wurden.

Das Wirken Luthers und der Glaubenskrieg bilden in diesen Filmen thematisch nur einen Teilaspekt; als bedeutsamer erweisen sich die Analyse und Verortung gesamtgesellschaftlicher Umbrüche. So rücken viele der Filme das revolutionäre Element in den Vordergrund und beleuchten zum Beispiel die frühbürgerliche Revolution, die Bauernbefreiung sowie den Deutschen Bauernkrieg von 1525. In diesem Zusammenhang wurde Thomas Müntzer zur zentralen Figur der Zeitenwende zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Nicht zuletzt ist die Frage nach der Verantwortung des Künstlers in Epochen sozialer Umwälzung ein wiederkehrendes Sujet von Filmen der DEFA-Produktion rund um den Themenkreis Reformation.

Nähere Informationen zu diesem Angebot finden Sie hier (pdf).

 


Zwei Dokumentaristen auf einen Blick: Jürgen Böttcher und Peter Nestler

Zwischen Arbeitsalltag und Produktionszwängen, künstlerischem Schaffen und politischer Stellungnahme: Die Filmemacher Jürgen Böttcher und Peter Nestler, der eine in der DDR lebend, der andere in der BRD und später in Schweden, interessieren sich für dieselben Themen, nähern sich ihnen aber auf zunehmend unterschiedliche Weise. Während beide in den 1960er-Jahren die Wirklichkeit noch mit poetischen Bildern dokumentieren, entwickelt sich ihr Blick auf das zentrale Thema „Arbeit“ in den Folgejahren ganz unterschiedlich: bei Böttcher in Richtung abstrahierender Beobachtung, bei Nestler hin zum politischem Appell. Der Verleih der Deutschen Kinemathek und die DEFA-Stiftung widmen den beiden Dokumentarfilmern nun eine Programmreihe, in der ihr außergewöhnliches Schaffen im direkten Vergleich zueinander neu zu entdecken ist, aber auch individuell betrachtet werden kann.

Nähere Informationen zu diesem Angebot finden Sie hier (pdf).

 


70 Jahre CCC Filmkunst

Hans Albers und Artur Brauner feiern den Erfolg von <br> VOR SONNENUNTERGANG auf der Berlinale 1956Vor 70 Jahren, am 16. September 1946, gründete Artur Brauner in Berlin die „Central Cinema Company Film Gesellschaft mbH“, kurz: CCC Filmkunst. Zum Firmenjubiläum präsentieren die Deutsche Kinemathek, Berlin, und das Deutsche Filminstitut, Frankfurt am Main, gemeinsam eine Reihe mit 15 Filmen der CCC. Die Filmauswahl verdeutlicht die thematische Vielfalt, mit der Artur Brauner sich einen unverwechselbaren Ruf erworben hat: Neben Filmen, die sich etwa mit Zeitproblemen wie Jugendkriminalität (AM TAG, ALS DER REGEN KAM, 1959) auseinandersetzen, verantwortete der Produzent eine enorme Bandbreite von Genres, darunter Western (OLD SHATTERHAND, 1964), Schlagerfilme (LIEBE, TANZ UND 1000 SCHLAGER, 1955), mehrere Edgar-Wallace-Adaptionen und hochkarätige Literaturverfilmungen (VOR SONNENUNTERGANG, 1956) ebenso wie den Kulttrash eines Jess Franco (VAMPYROS LESBOS, 1971). Daneben produzierte er kontinuierlich solche Werke, die den Nationalsozialismus, den Widerstand dagegen und die Shoah thematisieren – ein persönlich motiviertes Anliegen des vor dem NS-Regime geflohenen Brauner, das er bereits in seiner frühen Produktion MORITURI (1948) darlegt. Zwei neuere Filme, die von seiner Tochter Alice Brauner produziert wurden, bilden den Abschluss der Filmreihe und zeigen, dass die CCC Filmkunst ganz im Sinne des Gründers ihren Themen treu geblieben ist (WUNDERKINDER, 2011, AUF DAS LEBEN!, 2014).

Begleitend zur Filmreihe erscheint eine Broschüre (pdf).

 


 

70 Jahre DEFA – Filmschätze neu entdeckt

Die DEFA hätte 2016 ihr siebzigjähriges Bestehen gefeiert. Dies nimmt der Filmverleih der Deutschen Kinemathek zum Anlass, um bis zum Ende des Jahres einmal monatlich auf ausgewählte, selten gezeigte Filme aus der DEFA-Produktion aufmerksam zu machen. Informationen zu den vorgestellten Filmen können den Filmblättern entnommen werden, die jeweils als pdf heruntergeladen werden können.

 

- DAS LUFTSCHIFF (DDR 1983, Regie: Rainer Simon) (pdf)

- UNBÄNDIGES SPANIEN (DDR 1962, Regie: Kurt Stern, Jeanne Stern) (pdf)

- WOZZECK (Deutschland (Sowjetische Zone) 1947, Regie: Georg C. Klaren) (pdf)

- VORSPIEL (DDR 1987, Regie: Peter Kahahne) (pdf)

- DER FLIEGENDE HOLLÄNDER (DDR 1964, Regie: Joachim Herz) (pdf)

- STIELKE, HEINZ, FÜNFZEHN … (DDR 1986, Regie: Michael Kann) (pdf)

- GEJAGT BIS ZUM MORGEN (DDR 1957, Regie: Joachim Hasler) (pdf)

- TREFFEN IN TRAVERS (DDR 1988, Regier: Michael Gwisdek) (pdf)

- DIE RUSSEN KOMMEN (DDR 1968, Regie: Heiner Carow) (pdf)

- SPIELBANK-AFFÄRE (DDR 1957, Regie: Arthur Pohl) (pdf)

 


„Ich. Weibliche Selbstreflexion im ost- und westdeutschen Film“

Neunzehn Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme aus den Jahren 1966 bis 1988 von Filmemacherinnen aus der BRD und der DDR geben Aufschluss über den filmischen und politischen Aufbruch von Frauen im geteilten Deutschland. Unter den jeweils unterschiedlichen gesellschaftlichen Bedingungen in Ost und West machten die Nachkriegsregisseurinnen hier wie dort erstmals die eigene Lebenswelt und alltägliche Erfahrungen zum Thema ihrer Filme. Neuartige Erzählweisen wurden ausprobiert, und plötzlich erschienen Protagonistinnen auf der Leinwand, die ganz anders waren als die Frauenfiguren, die man bis dahin kannte. Die in der Filmreihe versammelten Filme dokumentieren auf vielfältige Weise die Suche nach einem selbstbestimmten filmischen Ausdruck, die viele Regisseurinnen der Nachkriegsgeneration eint und die ihre Werke bis heute interessant macht. Gemeinsam ist den Filmen vor allem eins: der Wille zu Selbstreflexion und Subjektivität, zu einem neuen filmischen Ich.

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Filmstill ALLES ANDERE ZEIGT DIE ZEIT, D 2015, Regie: Andreas Voigt. Quelle: Andreas Voigt

Filme von Andreas Voigt

Mit seinen Leipzig-Filmen wurde der Filmemacher Andreas Voigt zu einem der wichtigsten Chronisten des Untergangs der DDR und des Umbruchs nach der Wende. Über mehrere Jahre hinweg begleitete und interviewte er seine Protagonisten: Vier Filme entstanden auf diese Weise zwischen 1989 und 1996. Ein Vierteljahrhundert nach der Wende und achtzehn Jahre nach dem letzten Film hat Andreas Voigt einige der Porträtierten erneut aufgesucht, um festzustellen, was aus ihnen geworden ist. ALLES ANDERE ZEIGT DIE ZEIT (D 2015) eröffnete das Dokumentar- und Aminationsfilmfestival Leipzig im Oktober 2015 und kam im Januar 2016 in die Kinos. Anlässlich dieses Kinostarts hat die Deutsche Kinemathek auch die vier Leipzig-Filme des Regisseurs – LEIPZIG IM HERBST, LETZTES JAHR TITANIC, GLAUBE, LIEBE, HOFFNUNG und GROSSE WEITE WELT – zum Teil als neu hergestellte DCPs in den Verleih genommen. Die Andreas-Voigt-Werkschau wird komplettiert durch seinen Film INVISIBLE, mit dem der Filmemacher sich bereits 2004 einem brandaktuellen Thema widmete: dem Überleben von nach Europa Geflüchteten, die sich als sogenannte „Illegale“ in den Grauzonen der Ballungsgebiete durchschlagen. Wie in all seinen Filmen ist es auch hier Voigts anteilnehmende Zuwendung, mit der er das Vertrauen der Protagonisten gewinnt und dem Zuschauer Einblicke in ganz persönliche und zugleich mit den politischen Verhältnissen verstrickte Lebenswelten ermöglicht.

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Filmstill DIE BRÜCKE, D/Ost 1949, Regie Arthur Pohl. Foto: DEFA-Stiftung, Fotograf: Hermann Gehlen

„Kino im Transit. 1945: Der deutsche Spielfilm zwischen gestern und morgen“

Die Filmreihe vereint vierzehn Filme, die den Mythos „Stunde Null“ nach der Kapitulation Deutschlands und dem Ende der NS-Herrschaft im Mai 1945 in Frage stellen. Ästhetisch und thematisch weisen die Filme, die in der Zeit zwischen dem Zusammenbruch des „Dritten Reichs“ und der Gründung der beiden deutschen Staaten gedreht wurden, eine – teils unbeholfene, teils innovative – Vermischung von Stil- und Genreelementen auf, die im Widerspruch zu der verbreiteten Vorstellung von einem Bruch oder Neuanfang nach 1945 steht. Vielmehr scheint dieser Eklektizismus für eine Periode des Suchens, der Unsicherheit, der zaghaften Neuorientierung bezeichnend zu sein. Das Transitäre dieses Kinos spiegelt sich auch in den Produktionsbedingungen und in den Biografien der Beteiligten wieder: Es finden sich sowohl Kontinuitäten aus der NS-Zeit als auch Anknüpfungen an die Weimarer Republik; manche Regisseure und Schauspieler/-innen arbeiteten an DEFA- und an Westprojekten gleichermaßen. Noch waren die Fronten fließend, noch war man auf der Suche nach Themen und Ausdrucksformen. Auf den Trümmern schwankten und entstanden Existenzen.

Die vierzehn Filme bilden exemplarisch die Mannigfaltigkeit der filmischen Ansätze zwischen Realismus, Unterhaltung und Erziehung ab und lassen unterschiedliche Strategien erkennen, Bilder und Worte für die unmittelbare, in Scherben liegende Gegenwart zu finden, für die Gleichzeitigkeit von monströser Vergangenheit und optimistischer Aufbruchstimmung.

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Filmstill DAS LIED DER MATROSEN, DDR 1958, Regie: Kurt Maetzig. Quelle: DEFA-Stiftung, Fotografen: Herbert Kroiss, Heinz Wenzel

„Brave Soldaten, rote Matrosen. Der Erste Weltkrieg im deutschen Spielfilm von 1914 bis 1990“

Die Reihe mit fünfzehn Filmen aus den Beständen der Deutschen Kinemathek und der DEFA-Stiftung widmet sich dem Wandel filmischer Darstellungen des Ersten Weltkriegs über fast hundert Jahre deutscher Geschichte und über verschiedene politische Systeme hinweg. Beispielhaft zeigen die aus einem umfangreichen Bestand ausgewählten Filme, wie der Erste Weltkrieg zum Stoff immer neuer Kinoerzählungen wird und als Folie für gesellschaftliche und existenzielle Fragestellungen diente. Als einschneidendes, traumatisches Ereignis wird der Krieg mit diesen Erzählungen im kollektiven Gedächtnis bewahrt, aber je nach gesellschaftlicher Verfasstheit neu interpretiert. So liegt der Fokus mal auf den persönlichkeitszerrüttenden Erfahrungen an der Front, mal auf der Idealisierung oder auf der Infragestellung soldatischer Tugenden, wohingegen im Mittelpunkt anderer Filme die Soldaten- und Matrosenaufstände als revolutionäres Initialereignis stehen. Am Ende des 20. Jahrhunderts erscheint der „Große Krieg“ als Geburtsstunde der Moderne, dem Zeitalter widerstreitender Ideologien, der Selbstbehauptung des Individuums und nicht zuletzt des Kinos.

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Filmstill FLÜSTERN & SCHREIEN, DDR 1988, Regie: Dieter Schumann. Quelle: DEFA-Stiftung, Fotografin: Tina Bara

„No future? – Realität und Lebensgefühl von Jugendlichen im Deutschland der 1980er-Jahre“

Zum Auftakt der Kooperation von DEFA-Stiftung und Deutscher Kinemathek, in deren Rahmen die Bestände der beiden Institutionen inhaltlich und filmhistorisch verknüpft werden sollen, entstand 2014 eine erste gemeinsame Filmreihe. Unter dem Titel „No future? - Realität und Lebensgefühl von Jugendlichen im Deutschland der 1980er-Jahre“ widmet sich die Reihe filmischen (Selbst-)Darstellungen junger Menschen in West- und Ostdeutschland. Die nach dem Mauerbau Geborenen lebten eingerichtet in zwei getrennten deutschen Welten, und doch gab es Überschneidungen im Lebensgefühl: Zukunft wurde diesseits und jenseits der Mauer ganz unterschiedlich definiert – aber das Gefühl, keine zu haben, war in beiden Welten vorhanden. Verweigerung und Regelverletzungen waren jugendliche No-Future-Strategien in Ost und West gleichermaßen. Verbunden waren die jungen Menschen durch das Gefühl, an Grenzen zu stoßen. Den eigenen Platz suchte man in alternativen Freiräumen. Wie gestaltet man seine Freizeit, wie sehen die jeweils aktuellen Lebensräume aus, welche Zukunftsperspektiven gibt es? Diese und andere Fragen stellen die Filme der gemeinsamen Filmreihe. Mit Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilmen für sechs abendfüllende Programme bildet sie ein kleines Kaleidoskop des Lebensgefühls zwischen Apokalypse, Depression, Protest und Befreiung, das bezeichnend für die 1980er-Jahre war.

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Filmstill KARLA, DDR 1965/1990, Regie: Herrmann Zschoche. Quelle. DEFA-Stiftung, Fotograf: Eberhard Dassdorf

DEFA-Verbotsfilme 1965–1990–2015

Im Dezember 2015 jährt sich zum 50. Mal das umfassendste Filmverbot der DDR-Kinogeschichte: Nach dem 11. Plenum des Zentralkomitees der SED wurden 1965/66 zwölf neue DEFA-Filme verboten. Damit wurde nahezu die gesamte Jahresproduktion der DEFA in verschiedenen Produktionsstadien gestoppt.

Die Filmreihe präsentiert diese zwölf abendfüllenden Verbotsfilme – die später mit Bezug auf den zuerst verbotenen Film DAS KANINCHEN BIN ICH auch  „Kaninchen-Filme“ genannt wurden – sowie zwei Kurzfilme. Mit ihrer kritischen Haltung gegenüber dem Staat und der Gesellschaft der DDR sowie ihrer vergleichsweise freien künstlerischen Gestaltung stießen diese Filme bei den kulturpolitischen Funktionären auf Widerstand. Nach dem Verbot fanden die betroffenen Filmemacher und Autoren/-innen – wenn überhaupt – nur noch schwer Arbeit, einige von ihnen drehten nie wieder einen Spielfilm. In der Folge dieser Zäsur wurde die Verarbeitung gesellschaftlich brisanter Themen im DDR-Spielfilm jahrelang systematisch verhindert, und es entstanden nur noch wenige mutige Filme. Bis zum Mauerfall 1989 wurden die Verbotsfilme nicht öffentlich vorgeführt.

Neun der Langspielfilme und die beiden Kurzfilme sind auch als DCP verfügbar.

>> Flyer (pdf)

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