Aktuell im Verleih

E. A. Duponts DAS ALTE GESETZ (D 1923) digital restauriert

Nach der glänzenden Premiere der Restaurierung von DAS ALTE GESETZ (D 1923, Regie: E. A. Dupont) im Rahmen der diesjährigen „Berlinale Classics“ steht dieses beeindruckende Dokument jüdischen Filmschaffens in Deutschland nun für Kinovorführungen zur Verfügung.

Galizien, Mitte des 19. Jahrhunderts: Baruch, Sohn eines orthodoxen Rabbiners, will Schauspieler werden. Gegen den Willen seines Vaters verlässt er das Schtetl, in dem er aufgewachsen ist, und schließt sich einem Wandertheater an. Die österreichische Erzherzogin Elisabeth Theresia findet Gefallen an dem jungen Mann und verschafft ihm aus heimlicher Liebe ein Engagement am Wiener Burgtheater. Dort steigt Baruch zum umjubelten Bühnenstar auf. Sein Vater jedoch verweigert ihm die Anerkennung. Erst als der alte Rabbiner seinen Sohn im Don Carlos erlebt, ändert er seine Meinung. Der von Ernst Deutsch dargestellte „Romeo mit Schläfenlocken" gewinnt das Herz der Herzogin (Henny Porten). Damit eröffnet sich ihm der Weg in die Assimilation.

Mit seiner komplexen Darstellung von Orthodoxie und Emanzipation ist E. A. Duponts Historienfilm ein – heute wieder aktuelles –  Lehrstück über Toleranz und kulturelle Offenheit. Die digitale Restaurierung ist auf DCP mit zwei alternativen Musikeinspielungen versehen: einer von Philippe Schoeller komponierten Kammermusik und einer Klavierbegleitung von Donald Sosin.

Weitere Filme von Ewald André Dupont sind – auf 35mm – im Verleih der Deutschen Kinemathek verfügbar und können zu einer Werkschau kombiniert werden.

 


DEFA-Filmschätze neu entdeckt: HEUTE STERBEN IMMER NUR DIE ANDERN

Im März präsentieren wir Siegfried Kühns vorletzten Spielfilm HEUTE STERBEN IMMER NUR DIE ANDERN (D 1991) als DEFA-Filmschatz. Das Werk, inszeniert nach der gleichnamigen Erzählung von Charlotte Worgitzky, stellt die einzige Produktion des DEFA-Filmschaffens dar, die sich nicht nur dezidiert mit Sterben und Tod auseinandersetzt, sondern darüber hinaus das Themenfeld Sterbehilfe diskutiert.

Der in der Wendezeit produzierte und im Februar 1991 auf den Internationalen Filmfestspielen Berlin vorgestellte Film HEUTE STERBEN IMMER NUR DIE ANDERN besticht durch die Darstellerleistungen von Katrin Sass, Ulrike Krumbiegel und vor allem von Gudrun Ritter, die mit der Rolle der Maria ihren herausragenden Frauenporträts im DEFA-Film der 1980er-Jahre einen weiteren Höhepunkt hinzufügt.

Nähere Informationen zu diesem Angebot finden Sie hier (pdf).

Kontakt: Mirko Wiermann, defa-filmverleih@deutsche-kinemathek.de, Tel.: 030-300 903-634

 


Kinder-Spiele, Kinder-Blicke. Neue Perspektiven im deutschen Film, 1946–1989

Kinderfiguren sind im deutschen Kino – wie im europäischen Kino der Moderne – häufig Protagonisten mit einem anderen Blick auf die Welt: Über ihren Alltag, ihr Spiel und ihre Wahrnehmung vermitteln sie ungewohnte Zugänge zu Geschichte und zeitgenössischer Lebensrealität. Kinderfiguren verkörpern Utopien oder gesellschaftliche Defizite, und sie fordern zu einem Spiel mit ästhetischen Formen heraus. Mit der Reihe „Kinder-Spiele, Kinder-Blicke“ können bekannte wie auch selten zu sehende Werke entdeckt werden, in denen Kinderfiguren neue Perspektiven auf Film und Geschichte eröffnen.

Nähere Informationen zu dieser Filmreihe finden Sie hier (pdf).

Kontakt: Anke Hahn, filmverleih@deutsche-kinemathek.de, Tel.: 030-300 903-31

Ausführliche Informationen zu Kinderfiguren im Film und zu einzelnen Filmtiteln finden Sie hier: www.filmundkindheit.de/vermittlung/fuer-kinogaenger/.

 

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