Aktuell im Verleih

DEFA-Filmschätze neu entdeckt: MEIN LIEBER ROBINSON

Im Juni präsentieren wir als DEFA-Filmschatz MEIN LIEBER ROBINSON (DDR 1971) von Roland Gräf, der mit diesem Werk sein Debüt als Filmregisseur gab, nachdem er bereits eine Dekade lang als Kameramann wesentliche Filme von Lothar Warneke, Herrmann Zschoche und Jürgen Böttcher gedreht hatte. MEIN LIEBER ROBINSON erfasst in atmosphärischen Schwarz-Weiß-Bildern den Alltag und das Lebensgefühl junger Leute zu Beginn der 1970er-Jahre.

Roland Gräf zeichnet auch in seinem Regiedebüt gleichzeitig als Kameramann für die kontrastreiche Schwarz-Weiß-Fotografie verantwortlich. Die Titelrolle besetzte er mit Jan Bereska, der in der Folge nur noch selten als Schauspieler in Erscheinung trat, sondern sich vielmehr als Regieassistent und Autor betätigte und nach der Wende als Regisseur arbeitete.

Nähere Informationen zu diesem Angebot finden Sie hier (pdf).

Kontakt: Mirko Wiermann, defa-filmverleih@deutsche-kinemathek.de, Tel.: 030-300 903-634

 


Weitere Filme von Regisseurinnen neu und digital im Verleih: Claudia von Alemanns REISE NACH LYON (BRD 1981) und BRIGITTA von Dagmar Knöpfel (D 1994)

In Claudia von Alemanns Film DIE REISE NACH LYON begibt sich eine junge Historikerin auf die Spuren der französischen Sozialistin und Feministin Flora Tristan und versucht, ihr Leben akustisch über aufgenommene Töne und Geräusche zu rekonstruieren – ein Echo der Geschichte, das zum Spiegel der eigenen Gegenwart wird. BRIGITTA von Dagmar Knöpfel ist die in betörenden Schwarz-Weiß-Bildern gedrehte Verfilmung einer Adalbert-Stifter-Novelle, in deren Mittelpunkt die Geschichte einer ungarischen Gutsbesitzerin steht. Die weite Landschaft der ungarischen Puszta, die Gesichter der Einheimischen und die ruhige Atmosphäre fangen die literarische Vorlage stimmig ein. Beide Filme sind  als DCP entleihbar.

 


E. A. Duponts DAS ALTE GESETZ (D 1923) digital restauriert

Nach der glänzenden Premiere der Restaurierung von DAS ALTE GESETZ (D 1923, Regie: E. A. Dupont) im Rahmen der diesjährigen „Berlinale Classics“ steht dieses beeindruckende Dokument jüdischen Filmschaffens in Deutschland nun für Kinovorführungen zur Verfügung.

Galizien, Mitte des 19. Jahrhunderts: Baruch, Sohn eines orthodoxen Rabbiners, will Schauspieler werden. Gegen den Willen seines Vaters verlässt er das Schtetl, in dem er aufgewachsen ist, und schließt sich einem Wandertheater an. Die österreichische Erzherzogin Elisabeth Theresia findet Gefallen an dem jungen Mann und verschafft ihm aus heimlicher Liebe ein Engagement am Wiener Burgtheater. Dort steigt Baruch zum umjubelten Bühnenstar auf. Sein Vater jedoch verweigert ihm die Anerkennung. Erst als der alte Rabbiner seinen Sohn im Don Carlos erlebt, ändert er seine Meinung. Der von Ernst Deutsch dargestellte „Romeo mit Schläfenlocken" gewinnt das Herz der Herzogin (Henny Porten). Damit eröffnet sich ihm der Weg in die Assimilation.

Mit seiner komplexen Darstellung von Orthodoxie und Emanzipation ist E. A. Duponts Historienfilm ein – heute wieder aktuelles –  Lehrstück über Toleranz und kulturelle Offenheit. Die digitale Restaurierung ist auf DCP mit zwei alternativen Musikeinspielungen versehen: einer von Philippe Schoeller komponierten Kammermusik und einer Klavierbegleitung von Donald Sosin.

Weitere Filme von Ewald André Dupont sind – auf 35mm – im Verleih der Deutschen Kinemathek verfügbar und können zu einer Werkschau kombiniert werden.

 


 

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