Aktuell im Verleih

DEFA-Filmschätze neu entdeckt: EINE PYRAMIDE FÜR MICH

Im Juni präsentieren wir als DEFA-Filmschatz EINE PYRAMIDE FÜR MICH (DDR 1975) von Ralf Kirsten. Gedreht nach dem gleichnamigen Roman von Karl-Heinz Jakobs, stellt der Film eine kritische Bestandsaufnahme von zwanzig Jahren Leben und Arbeiten in der damaligen DDR dar; im Zentrum steht dabei die Entwicklung von ungestümer Aufbruchsstimmung hin zu Erschöpfung und Ernüchterung, die die Protagonisten durchmachen.

Bereits 1962 verfilmte Ralf Kirsten mit BESCHREIBUNG EINES SOMMERS einen Roman von Karl-Heinz Jakobs und schuf damit einen der poetischsten DEFA-Filme der 1960er-Jahre. Mit EINE PYRAMIDE FÜR MICH, der in stetem Wechsel von Rückblenden in die Vergangenheit und in der Erzählgegenwart spielenden Passagen erzählt ist, entstand aus der Zusammenarbeit zwischen Regisseur und Autor erneut ein vielschichtiger Film, der subtil Lebensentwürfe beleuchtet und die Möglichkeiten persönlichen wie beruflichen Handelns ergründet.

Nähere Informationen zu diesem Angebot finden Sie hier (pdf).

Kontakt: Mirko Wiermann, defa-filmverleih@deutsche-kinemathek.de, Tel.: 030-300 903-634

 


Dokumentarfilme von Andres Veiel

Der 1959 geborene Regisseur Andres Veiel hat sich vor allem durch Dokumentarfilme einen Namen gemacht, die sich mit politischen und gesellschaftlichen „Traumata“ befassen: In BALAGAN (D/F 1993) geht es um das Verhältnis von Israelis und Palästinensern und deren Bezug zum Holocaust, in BLACK BOX BRD (D 2001) um die Auseinandersetzung mit der RAF in Deutschland, und in DER KICK (D 2006) um den Gewaltexzess rechtsgerichteter Jugendlicher in der perspektivlosen Einöde Brandenburgs. Andres Veiel wählt für seine Filme stets ungewöhnliche Erzählperspektiven; er setzt nicht auf Belehrung, sondern auf Empathie. Seine Arbeiten sind geprägt von seinem Wunsch, Hass, Barbarei und Mord zu verstehen und Worte zur Überwindung der Sprachlosigkeit zu finden. Das Theater und die deutsche Geschichte sind thematische Konstanten, die bereits in Veiels erstem Langfilm WINTERNACHTSTRAUM (D 1991) angelegt sind. Im Zentrum von DIE ÜBERLEBENDEN (D 1996) und DIE SPIELWÜTIGEN (D 2004) stehen auf den ersten Blick die Motive, aus denen heraus die Protagonisten handeln. Beide Filme sind aber auch Zeugnisse der Wünsche und Ängste junger Menschen in Deutschland und reflektieren die Stimmung im Land.

Anlässlich des Kinostarts von Andres Veiels neuem Film BEUYS (D 2017) bietet der Verleih der Deutschen Kinemathek ein Paket mit diesen sechs Dokumentarfilmen an, die ab Mai auch als DCP verfügbar sind.

Für nähere Informationen kontaktieren Sie bitte filmverleih@deutsche-kinemathek.de

 


Werkschau
Thomas Mauch, Kameramann und Filmemacher. Filme von 1963–2014

Thomas Mauchs Kameraarbeit hat den Neuen Deutschen Film stark geprägt und zu dessen Erfolg wesentlich beigetragen. In den letzten fünfzig Jahren arbeitete er mit Regisseuren wie Werner Herzog, Werner Schroeter, Alexander Kluge und Edgar Reitz zusammen. Nicht zuletzt führte er auch die Kamera für Filmemacherinnen einer Generation, die in den 1970er- und 1980er-Jahren eine neuartige und ganz eigene Perspektive auf das Leben filmisch umsetzten, darunter Helma Sanders-Brahms und Ula Stöckl. Viele Filme, die Mauch als Kameramann gestaltete, gewannen internationale Preise; er selbst erhielt Bundesfilmpreise für seine Arbeit an AGUIRRE, DER ZORN GOTTES (BRD 1972), NEAPOLITANISCHE GESCHWISTER (BRD/I 1978) und WALLERS LETZTER GANG (BRD 1988).

Aus Anlass von Thomas Mauchs 80. Geburtstag am 4. April 2017 zeigt die Deutsche Kinemathek vom 2. bis zum 8. Februar 2017 einen Ausschnitt aus seinem breiten Œuvre im Kino Arsenal. Die Werkschau kann im Anschluss von interessierten Kinos ausgeliehen werden. Weitere Filme, an denen Thomas Mauch als Kameramann beteiligt war, sind im Filmverleih der Deutschen Kinemathek verfügbar und können für ein individuelles Kinoprogramm ebenfalls gebucht werden.

Für Programmberatung, Informationen zu Filmformaten und Leihkonditionen kontaktieren Sie bitte filmverleih@deutsche-kinemathek.de

 


Glaubenskrieg und Zeitenwende: 500 Jahre Reformation

Am 31. Oktober 2017 jährt sich zum 500. Mal der Thesenanschlag Martin Luthers an der Schlosskirche zu Wittenberg – ein Ereignis, das tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen nach sich zog. Der DEFA-Filmverleih präsentiert aus diesem Anlass eine Filmreihe mit drei Kurzfilmprogrammen und drei Spielfilmen, die zwischen 1956 und 1988 von der DEFA produziert wurden.

Das Wirken Luthers und der Glaubenskrieg bilden in diesen Filmen thematisch nur einen Teilaspekt; als bedeutsamer erweisen sich die Analyse und Verortung gesamtgesellschaftlicher Umbrüche. So rücken viele der Filme das revolutionäre Element in den Vordergrund und beleuchten zum Beispiel die frühbürgerliche Revolution, die Bauernbefreiung sowie den Deutschen Bauernkrieg von 1525. In diesem Zusammenhang wurde Thomas Müntzer zur zentralen Figur der Zeitenwende zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Nicht zuletzt ist die Frage nach der Verantwortung des Künstlers in Epochen sozialer Umwälzung ein wiederkehrendes Sujet von Filmen der DEFA-Produktion rund um den Themenkreis Reformation.

Nähere Informationen zu diesem Angebot finden Sie hier (pdf).

Kontakt: Mirko Wiermann, defa-filmverleih@deutsche-kinemathek.de, Tel.: 030-300 903-634

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