Die Ufa – Geschichte einer Marke

1990–2009

Die Einführung des privaten Rundfunks in Deutschland 1984 zahlte sich für die UFA erst zeitversetzt aus: Zehn Jahre nach ihrer Gründung hatten RTL und Sat.1 sich ein so großes Stammpublikum erarbeitet, dass die Werbeinseln endlich Geld in die Kassen spülten. Ein Teil davon wurde anschließend in Programminnovationen investiert, um die erreichte Marktposition abzusichern oder um mit prestigeträchtigen Programmimpulsen das Image des Privatfernsehens aufzupolieren.

Die UFA profitierte von beiden Strategien: Sie stellte in den 1990er-Jahren tägliche Serien für RTL her und entwarf zur Jahrtausendwende mit DER TUNNEL (2001, Regie: Roland Suso Richter) oder DER TANZ MIT DEM TEUFEL (2001, Regie: Peter Keglevic) für Sat.1 eine neue Form des spektakulären Event-Mehrteilers. Daneben blieb den diversen Tochterfirmen reichlich Gelegenheit für „Bread and butter“-Geschäfte mit ARD und ZDF sowie für eine nachhaltige Expansion in den europäischen Fernsehmarkt. Den Kinomarkt bediente die UFA in dieser Zeit bestenfalls nebenbei: Der Fernsehfilm DIE POLIZISTIN (WDR 2000, Regie: Andreas Dresen) wurde ein Jahr nach seiner TV-Ausstrahlung im Kino „zweitverwertet“.

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