Forgotten City – Deir Ezzor

12. April 2016 bis 1. Mai 2016

Die Ausstellung präsentiert Fotografien und Filmaufnahmen von Hayyan Al-Yousouf, die in Deir Ezzor, der größten Stadt im Osten Syriens, entstanden sind. Al-Yousouf, 1980 geboren und studierter Agrartechniker, dokumentierte zwischen 2011 und 2014 den Alltag in seiner Heimatstadt, in der Milizen der „Freien Syrischen Armee“ gegen Regierungstruppen kämpften. Auslöser dieser Kämpfe waren friedliche Proteste, mit denen die Bevölkerung von Deir Ezzor sich 2011 gegen das Regime des syrischen Staatspräsidenten Baschar al-Assad gewandt hatte. Inzwischen sind Teile der Stadt vom sogenannten „Islamischen Staat“ besetzt. Die kriegerischen Auseinandersetzungen haben eine Vielzahl von Opfern auch in der Zivilbevölkerung gefordert, Deir Ezzor ist zu großen Teilen zerstört und von jeglichen Ressourcen weitgehend abgeschnitten. Viele ehemalige Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt befinden sich auf der Flucht.

Hayyan Al-Yousouf zeigt mit seinen Bildern in Europa überwiegend unbekannte Seiten des Krieges in Syrien. Bereits 2011 hatte er gemeinsam mit einigen Fotojournalisten das Netzwerk „Deir Ezzor Coordination“ gegründet, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Gewalt und Menschenrechtsverletzungen zu dokumentieren, denen die syrische Bevölkerung ausgesetzt war und ist. Dafür wurde Hayyan Al-Yousouf verhaftet. 2014 floh er gemeinsam mit drei Freunden über die „Balkanroute“ nach Deutschland.
Einen zusätzlichen Aspekt der Ausstellung bilden Aufnahmen der Fotojournalistin Ann-Christine Jansson, die unter dem Titel Hayyan Waiting Al-Yousoufs Erfahrungen als Asylbewerber in Deutschland dokumentiert hat.

Der Eintritt ist frei.

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