1000 Tatorte – Alle Filme. Alle Fälle

Sonderschau der Mediathek Fernsehen

1. November 2016 bis 29. Januar 2017

Mit seinen oft mehr als zehn Millionen Zuschauern ist der „Tatort“ das vielleicht letzte „Lagerfeuer“ des deutschen Fernsehens. In diesem Jahr strahlt die ARD die tausendste Folge aus. Aus Anlass des Jubiläums hat die Mediathek Fernsehen der Deutschen Kinemathek ihre „Tatort“-Sammlung komplettiert und kann nun sämtliche ausgestrahlten Episoden der Krimireihe vor Ort zum individuellen Abruf anbieten. Die Sonderschau „1000 Tatorte – Alle Filme. Alle Fälle“ präsentierte zudem in sechs Medienstationen Exemplarisches aus fünf Jahrzehnten „Tatort“ und reflektierte die Rezeptionsgeschichte dieses Ausnahmeformats mit ausgewählten Exponaten und den Ergebnissen der Zuschauerabstimmung #1000tatorte (beendet am 14.10.2016): Den fünf beliebtesten „Tatort“-Teams war in der Sonderschau eine eigene Station gewidmet.

 

Ein Bild von diesem Land
1. Station: Tatort Deutschland (1970–1979)

Die Idee war aus der Rivalität zum „Kommissar“ des ZDF geboren und hat diesen nun tatsächlich um Jahrzehnte überlebt. Der „Tatort“ bildet mit seinen vielen lokal verankerten Kommissaren gleichermaßen die föderale Struktur der Polizei und der ARD nach. Dabei ist gleich der erste Fall eine grenzüberschreitende Geschichte und damit ein Reflex auf die deutsch-deutsche Teilung.

 

Türen eintreten
2. Station: Neue Impulse (1980–1989)

„Postmoderne“ ist das Schlagwort der Achtziger, die Schimanski-Jacke das Symbol der Zeit. Mit Götz George als WDR-Kommissar Horst Schimanski betritt 1981 ein ganz neuer Ermittlertypus die Szene. Am Ende des Jahrzehnts meldet sich mit Ulrike Folkerts als Lena Odenthal eine emanzipierte Beamtin zum Dienst.

 

Schlimme Sache
3. Station: Die Aufklärer (1990–1999)

Geht es noch um Mord? Mehr und mehr nutzt der „Tatort“ seine enorme Reichweite, um der Gesamtgesellschaft vor dem Fernseher einen Spiegel vorzuhalten. Die Kommissare ermitteln nun nicht nur gegen Kinderschänder oder Immobilienhaie, sondern auch gegen das Wegschauen. Und schon kurz nach dem Mauerfall reisen wieder zwei Beamte nach „drüben“.

 

Es geht auch anders!
4. Station: Schemaerweiterung (2000–2009)

Der „Tatort“ ist inzwischen ein gern gesehenes Ritual mit einer Leiche am Anfang und der verlässlichen Aufklärung des Verbrechens am Ende. Das wirft neue Fragen auf: Kann man den Mörder auch mal laufen lassen? Darf man in der Pathologie über den Tod Witze machen oder einen

Ausländer zum deutschen Beamten erklären?

 

Das Sonntagsgefühl
5. Station: Lagerfeuer (2010 bis heute)

Das Fernsehen hat nicht mehr die Bindungskräfte von einst, doch wenn am Sonntag die „Tatort“-Fanfare erklingt, versammeln sich immer noch Millionen. Das gibt der Reihe die Möglichkeit, ästhetische und dramaturgische Wagnisse einzugehen, ohne allzu große Zuschauerverluste fürchten zu müssen.

 

Tatort Internet
6. Station: Fankultur in den sozialen Medien

Der „Tatort“ ist nicht mehr allein ein Fernsehphänomen. Manche Zuschauer schalten ihn nur ein, um über das Gesehene twittern zu können. An einer Social-Media-Umfrage der Deutschen Kinemathek zu den beliebtesten „Tatort“-Kommissaren haben sich binnen Kurzem Tausende Fans beteiligt. Die danach fünf beliebtesten Teams zeigt die Sonderschau an einer eigenen Station. 

 

In Zusammenarbeit mit ARD, DRA, ORF und SRF
Medienpartner: epd medien, Medienkorrespondenz, rbb Fernsehen und tatort-fundus.de

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