Berlin und London

Klaus Hugo Adam wurde 1921 in Berlin in eine assimilierte, großbürgerliche jüdische Familie geboren. Er wuchs im Tiergartenviertel auf. Sein Vater, Fritz Adam, betrieb gemeinsam mit seinen Brüdern das exklusive Sport- und Modegeschäft „S. Adam“ in der Leipziger Straße. Werbewirksam ließ er in den 1920er-Jahren Stummfilmstars in seinen Sportmoden posieren. Auch Filme von F. W. Murnau und G. W. Pabst wurden von ihm ausgestattet.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 war die glückliche Kindheit schlagartig vorbei. Klaus‘ älterer Bruder Peter überredete den Vater zur Emigration. In London gelang der Familie ein zunächst bescheidener Neustart. Die Mutter Lilli betrieb eine Pension, die zum Treffpunkt für emigrierte Ärzte, Schauspieler und Musiker wurde. Fritz Adam, der als deutscher Offizier im Ersten Weltkrieg gekämpft hatte, verwand das Exil nicht, er starb 1936 im Alter von 56 Jahren.

Die Schulausbildung am Französischen Gymnasium in Berlin und an der St. Paul‘s School in London, das Studium an der Bartlett School of Architecture, der Einsatz als Kampfpilot, die „goldenen“ zwanziger Jahre in Berlin, das „Swinging London“ der sechziger Jahre: All dies sind biografische Stationen, die Ken Adams Œuvre beeinflusst haben. So bezog er sich immer wieder auf die Bauhaus-Architektur oder den expressionistischen deutschen Film und setzte mit seinem Production Design für die im London der 1960er-Jahre on location inszenierten Harry-Palmer-Filme seiner neuen Heimatstadt ein Denkmal. 2012 wurde Ken Adam Ehrenbürger Berlins. Bereits in den Jahren zuvor war seine Geburtsstadt zu einem Ort geworden, den die Adams gerne und regelmäßig besucht haben.

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