Martin Scorsese

10. Januar 2013 bis 12. Mai 2013

Martin Scorsese, einer der bedeutendsten Regisseure unserer Zeit, ist ein großer Stilist und Archäologe des Kinos. In seinen Filmen erzählt er von den Menschen und den gesellschaftspolitischen Konflikten seines Landes. Die Ausstellung macht Scorseses Inspirationsquellen und seine spezifische Arbeitsweise nachvollziehbar; sie zeigt, wie sehr seine künstlerische Erzählweise das moderne amerikanische Kino geprägt hat.
In den Filmen von Martin Scorsese mögen die Schauplätze und Zeiten wechseln, den Lebensthemen seiner Protagonisten aber begegnen wir immer wieder. Das Verhältnis seiner filmischen Figuren untereinander ist geprägt von Misstrauen, Angst und Verrat einerseits und der Suche nach Sicherheit, Vertrauen und Nähe anderseits. Oft wirken die Beziehungsgeflechte eher schicksalhaft als selbst gewählt. Gewalt spielt eine zentrale Rolle, ebenso wie die Suche nach Spiritualität.
Schauplatz der Filme ist häufig New York, insbesondere Little Italy, eine früher überwiegend von italienischen Einwanderern bewohnte Gegend, in der Scorsese aufgewachsen ist. Aus diesem urbanen Mikrokosmos stammen die Figuren seiner New-York-Filme, hier, in den Straßen seiner Kindheit, entwickelten sich seine filmischen Obsessionen.
Das Spektrum von Scorseses Œuvre reicht von den experimentellen Anfängen über Dokumentar- und Musikfilme bis hin zum Psychothriller. Auch der Einfluss von Werken des europäischen Autorenkinos und des klassischen Hollywood-Repertoires ist in seinem Werk  erkennbar. Auf der Grundlage seines Interesses für die Motive menschlichen Handelns und für die Sprache des Kinos hat Martin Scorsese seine eigene filmische Handschrift entwickelt.
Die erste große Ausstellung über den Regisseur speist sich vornehmlich aus seiner privaten Sammlung aus New York sowie den Sammlungen von Robert De Niro und Paul Schrader aus dem Harry Ransom Center der Universität Texas in Austin. Neben seinem künstlerischen Werk würdigt die Ausstellung außerdem Martin Scorseses Engagement für den Erhalt des internationalen Filmerbes, mit dem er eine Brücke zwischen der Geschichte und der Zukunft des Kinos schlägt.

Zur Ausstellungsstation im Museo Nazionale del Cinema in Turin ist ein zweisprachiger Katalog (Italienisch/Englisch) erschienen.

 

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