Casting a Shadow. Alfred Hitchcock und seine Werkstatt

29. Januar 2009 bis 14. Juni 2009

Alfred Hitchcock präsentierte sich stets als alleiniger Autor seiner Filme, und das Publikum konnte den Eindruck gewinnen, dass jedes noch so kleine gestalterische Detail darin seiner visionären Kreativität entstammte. Tatsächlich jedoch war Hitchcock ein sehr teamorientierter Künstler, der intensiv mit Schauspielern, Produzenten, Kameraleuten, Drehbuchautoren, Kostümbildnern, Production Designern und Komponisten zusammenarbeitete, um den Erwartungen des Publikums an einen „Alfred-Hitchcock-Film“ gerecht zu werden. Er selbst beschrieb die Entstehung seiner Filme als einen längeren Prozess, der aus „Gesprächen, Auseinandersetzungen, spontanen Vorschlägen, zufällig sich ergebendem Austausch und heftigen intellektuellen Debatten“ bestand.
Alfred Hitchcock, der nur wenige Jahre nach der Erfindung des Films am 13. August 1899 in der Nähe von London geboren wurde, drehte im Verlauf von sechs Jahrzehnten 53 Filme. Mühelos vollzog er den Übergang vom Stummfilm zum Tonfilm. Sein Œuvre schöpft die gesamte Spanne der Möglichkeiten aus, die das Medium Film über die Jahre bot. Indem er immer aufs Neue technische und künstlerische Wagnisse einging, blieb er bis ins hohe Alter innovativ und wirkte stilbildend für Generationen von Filmemachern. Hitchcocks Filme sind Ausdruck seiner persönlichen Vision; diese Vision war jedoch zugleich eine kollektive – eine Vision, die der Regisseur und seine Mitarbeiter gemeinsam entwickelten. In diesem Arbeitsprozess entstand eine individuell künstlerische Handschrift – der „Hitchcock-Stil“.
Nach einem Exkurs über Hitchcocks Verhältnis zu Berlin widmet sich die Ausstellung den verschiedenen Arbeitsbereichen, die an einer Filmproduktion beteiligt sind. Dokumente unterschiedlichster Art veranschaulichen die einzelnen Entwicklungsschritte der Filmrealisierung: von der inhaltlichen und ästhetischen Konzeption bis hin zur konkreten szenischen Umsetzung.

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