Loriot.

Vicco von Bülow zum 85. Geburtstag

6. November 2008 bis 13. April 2009

Seit einem halben Jahrhundert beeinflusst Vicco von Bülow mit seinem Humor wie kein anderer den Alltag und das kulturelle Leben in Deutschland. Mit seinen Zeichnungen, seiner Prosa und seiner Lyrik, mit seinen dramatischen Werken und seinen Reden, vor allem aber mit seinen Fernseh-Sketchen (1967 bis 2003) schrieb er sich unter dem Künstlernamen Loriot in die Biografien und die Herzen vieler Menschen.

Drei Themen nahm er in diesem Zusammenhang immer wieder unter die Lupe: Die mangelnden kommunikativen Fähigkeiten in der Gesellschaft, vor allem die zwischen Frauen und Männern; das Verhältnis von Mensch und Tier; und die Frage, was unser Leben mit den Errungenschaften der so genannten Hochkultur, den schönen Künsten, insbesondere mit der Musik, der Literatur und der Malerei zu tun hat – zu tun haben könnte.

Die Ausstellung griff über drei Stockwerke hinweg alle diese Themen auf. Sie ließ anschaulich werden, worin das Besondere des Loriot'schen Humors besteht. Deshalb blickte sie dem Künstler auch beim Entstehen seiner Werke gleichsam über die Schulter. Sie zeigte, mit welcher Präzision und Perfektion Loriot arbeitet. Sie erzählte davon, wie sich die außergewöhnliche Vita und die besondere Weltanschauung des Künstlers mit dem scheinbar ganz und gar unspektakulären Leben seiner Mitmenschen verbindet – niemals schadenfroh, doch mit scharfem Blick für die tragikomischen Seiten des Lebens und das Chaos, das hinter jedem Versuch lauert, die Welt zu ordnen. Und sie begleitete den Künstler bei seinen wiederholten Ausflügen in die Welt des Kinos, der Oper und der klassischen Musik.

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