Pressehefte

Im Schriftgutarchiv der Deutschen Kinemathek gibt es derzeit Pressehefte zu 17.300 Filmen; unter ihnen befinden sich 5.400 Exemplare in englischer Sprache. Digitale Pressehefte gibt es zu 5.100 Filmen, darunter 1.750 in englischer Sprache (Stand 08/2013). Pressehefte sind im Schriftgutarchiv Teil der Werbematerial-Konvolute und jeweils dem Filmtitel zugeordnet.

Pressehefte oder Pressemappen wurden und werden von Verleihfirmen oder in deren Auftrag erstellt, um Journalisten über einen Film, die daran beteiligten Personen oder über Hintergründe der Dreharbeiten zu informieren. Früher wurden Pressehefte vor allem bei den Pressevorführungen der Filme an die Journalisten verteilt. Heute bieten die meisten Verleihfirmen auch bzw. ausschließlich digitale Fassungen zum Herunterladen an. Der Umfang eines Pressehefts kann von wenigen Seiten mit reinem Text bis zur umfangreichen Broschüre mit Bildern und Grafiken reichen. Zu vielen Filmen existieren auch unterschiedliche Formen von Presseheften.

Typische Bestandteile von Presseheften oder Pressemappen sind:

- Stab- und Besetzungslisten
- Inhaltsangaben in verschiedenen Längen
- biografische und filmografische Texte zum Regisseur und den Hauptdarstellern

Ausführliche Pressehefte enthalten außerdem:
- Texte zur literarischen Vorlage, zur Filmmusik
- Berichte von den Dreharbeiten
- Interviews mit beteiligten Personen

Speziell für die Verwendung durch die Presse konzipierte Publikationen erschienen in Deutschland vermutlich ab Mitte der 1920er-Jahre nach amerikanischem Vorbild.

Der von den Produktionsfirmen Paramount, Ufa und Metro-Goldwyn-Mayer gemeinsam gegründete und in Berlin ansässige Filmverleih Parufamet beispielsweise betitelte die von seiner Presse- und Propaganda-Abteilung herausgegebenen Broschüren jeweils als „Presse- und Propagandaheft”. Diese Broschüren richteten sich vor allem an Kinobesitzer und Theaterleiter und waren Bestandteil oder Ergänzung zum Werberatschlag. Ein spezieller Teil „Für die Presse” oder ein separates „Pressebuch” lieferte die Basis für die Pressearbeit des Kinobesitzers.

Die „Pressebücher” der Parufamet enthalten Hinweise für die Kinobetreiber zum Umgang mit dem Pressematerial. Die Textseiten sind perforiert, damit sie auch einzeln an die Zeitungsredaktionen weitergegeben werden konnten. Matern, Auszüge aus dem Drehbuch und viele druckfertige Texte – zu METROPOLIS beispielsweise von Fritz Lang, Thea von Harbou, Brigitte Helm, Otto Hunte und Karl Freund – boten Stoff für Veröffentlichungen.

Häufig enthalten Pressehefte auch Texte von oder Interviews mit an einem Film beteiligten Regisseuren oder Schauspielern, die der Presse die Arbeit erleichtern sollen. Auch Anekdoten von den Dreharbeiten werden in den Heften gerne präsentiert.

Obwohl Pressehefte und -mappen in der Regel vor allem Text enthalten, finden sich häufig auch aufwändiger ausgestattete Exemplare mit zahlreichen Abbildungen oder interessanter Grafik.

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