Neuerscheinungen

Cover Hans Wollenberg
Rolf Aurich, Wolfgang Jacobsen (Hg.)

Hans Wollenberg

Filmpublizist

Band 16 der Buchreihe Film & Schrift
Konzeption und Redaktion: Rolf Aurich, Ulrich Döge und Wolfgang Jacobsen
Herausgegeben in Zusammenarbeit mit der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen
Edition Text + Kritik, München 2013
267 Seiten, 20 Euro
ISBN 978-3-86916-210-2

Als promovierter Jurist war Hans Wollenberg (1893–1952) ein journalistischer Quereinsteiger in der Filmbranche. 1920 wurde er Redakteur und juristischer Berater der von Karl Wolffsohn verlegten Lichtbild-Bühne. Er deckte dabei ein weites publizistisches Spektrum ab und schrieb Kritiken ebenso wie Wirtschaftsanalysen, juristische Stellungnahmen oder Texte zu allgemeineren Aspekten des internationalen Films als Ware und Kunst. 1923 wechselte er als Produzent ins Filmgeschäft (Nju mit Elisabeth Bergner), 1926 kehrte er zu Wolffsohn zurück und begann eine verstärkte Vermittlungs- und Publikationstätigkeit. Nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten wurde er 1933 aus dem Verlag entlassen. Als Chefredakteur der Wochenzeitschrift des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten wurde ihm Redeverbot erteilt. 1938 reiste er in die Tschechoslowakei aus und versuchte ab 1939, sich in England eine neue Existenz aufzubauen. Erst 1944 gelang ihm in der Emigration der Wiedereinstieg ins Filmgeschäft, neuerlich als Autor und Editor. Aus der zaghaften Annäherung des filmhistorisch kundigen Wollenberg an Deutschland entwickelte sich ein zunehmend stärkeres Engagement für die Demokratie in Westdeutschland und für einen freien deutschen Film.

Wolfgang Jacobsen und Heike Klapdor (Hg.)

In der Ferne das Glück

Geschichten für Hollywood von Vicki Baum, Ralph Benatzky, Fritz Kortner, Joseph Roth sowie Heinrich und Klaus Mann u. a.

Herausgeben im Auftrag der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen
Aufbau Verlag, Berlin 2013
503 Seiten, 26,99 Euro
ISBN 978-3-351-03527-3

Wer vor den Nazis floh, stand im Exil zumeist vor dem Nichts. Vor allem für Schriftsteller war der Verlust ihrer Sprache ein Desaster. Populäre Autoren wie Vicki Baum, Heinrich und Klaus Mann oder Joseph Roth entwarfen Stoffe für das große Kino, versierte Regisseure, Drehbuchschreiber und Produzenten wie Fritz Kortner, Luis Trenker und Willi Wolff bemühten sich um Verträge mit den Hollywood-Studios, und erfolgreiche Komponisten wie Ralph Benatzky schlugen sich mit Auftragsarbeiten durch. Der berühmte, in Hollywood erfolgreiche Agent Paul Kohner half ihnen dabei. Aus seinem Nachlass stammen die hier erstmals publizierten Filmerzählungen. Sie verknüpfen individuelle Konflikte und zeitgeschichtliche Katastrophen mit klassischen Genremotiven: Träume von Liebe und Glück, der Kampf ums Überleben, heroische Abenteuer werden in tragische, komische, satirische, anrührende, mitunter auch triviale Geschichten, Agenten- und Crimestorys gefasst.
Ediert und kommentiert von Wolfgang Jacobsen und Heike Klapdor, vermitteln sie Lese- und Entdeckungsfreude, dazu noch einen ungewöhnlichen Einblick in Emigrantenschicksale und das Business der Traumfabrik Hollywood.

Cover: DVD Gerhard Lamprecht - Die Verrufenen (Der fünfte Stand) & Die Unehelichen
Gerhard Lamprecht

Die Verrufenen (Der fünfte Stand) & Die Unehelichen

Herausgegeben von der Deutschen Kinemathek
DVD-Authoring: Ralph Schermbach
DVD-Supervision: Annette Groschke
Musikbegleitung: Donald Sosin
inklusive Booklet (16 Seiten, dreisprachig)
Berlin 2012, 29,95 Euro

Die Doppel-DVD präsentiert zwei Filme von Gerhard Lamprecht, die Heinrich Zilles Blick auf das Berliner „Milljöh" filmisch nachvollziehen. In Die Verrufenen findet der Ingenieur Robert Kramer, aus dem Zuchthaus entlassen, nicht in die bürgerliche Welt zurück. Er will seinem Leben ein Ende machen, wird aber vom Straßenmädchen Emma zurückgehalten. In Die Unehelichen leiden drei Arbeiterkinder unter ihren gewalttätigen Pflegeeltern, bis ein dramatischer Vorfall ihr Leben verändert.
Weitere Informationen unter Edition Filmmuseum

Rolf Aurich

Mosaikarbeit

Gerhard Lamprecht und die Welt der Filmarchive

Herausgegeben in Zusammenarbeit mit der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen
Edition Text + Kritik, München 2013
212 Seiten, 29,80 Euro
ISBN 978-3-86916-226-3
Gesamtpaket Edition Gerhard Lamprecht: 568 Seiten, 78 Euro
ISBN 978-3-86916-229-4

Bereits als Zehnjähriger begann Gerhard Lamprecht (1897–1974) mit der Anlage eines Filmarchivs, das er später seine „Kinemathek“ nannte. Mit ihrer Erschließung und Konservierung leistete er eine wissenschaftliche Arbeit zu einer Zeit, als Hilfsmittel einer Filmwissenschaft nicht existierten und die Zeitzeugen den Diskurs bestimmten. 1962 wurde das Material vom Land Berlin erworben, die Geschichte der einst privaten Sammlung setzt sich bis heute als gemeinnütziges Angebot fort: die Deutsche Kinemathek. Rolf Aurich beschreibt die Entwicklung von Lamprechts privater Kollektion, den Weg ihres Schöpfers und den zahlreicher anderer wichtiger Filmsammler und -archivare von den Anfängen bis in die späten 1970er-Jahre, als endgültig der Versuch scheiterte, in Deutschland ein zentrales Filmarchiv zu schaffen.

Wolfgang Jacobsen

Zeit und Welt

Gerhard Lamprecht und seine Filme

Herausgegeben in Zusammenarbeit mit der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen
Edition Text + Kritik, München 2013
151 Seiten, 26 Euro
ISBN 978-3-86916-227-0
Gesamtpaket Edition Gerhard Lamprecht: 568 Seiten, 78 Euro
ISBN 978-3-86916-229-4

Gerhard Lamprecht war an knapp 70 Filmen als Schauspieler, Autor und Regisseur beteiligt. Er bediente viele Genres, doch ragen dabei seine Berlin-Filme heraus. Einen Bruch in der Kontinuität seines Arbeitens gab es trotz der politischen Wandlungen in Deutschland nicht. Seine Filme standen immer in der Zeit – bis in die späten 1950er-Jahre. Einen Namen machte er sich mit der ersten Verfilmung von Thomas Manns Roman Buddenbrooks und mit Filmen, die Heinrich Zilles Blick aufs Berliner „Milljöh“ nachvollziehen. Seine Adaption von Erich Kästners Kinderbuch Emil und die Detektive gehört heute zum filmhistorischen Kanon. Wolfgang Jacobsen entdeckt in seiner beschreibenden Annäherung an die Welt dieses Regisseurs eine Dramaturgie, die sich den Regeln des Spannungskinos entzieht und auf szenische Beobachtungen setzt, die vom Zuschauer Muße und Konzentration einfordern.

Eva Orbanz

Miteinander und gegenüber

Gerhard Lamprecht und seine Zeitzeugengespräche

Herausgegeben in Zusammenarbeit mit der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen
Edition Text + Kritik, München 2013
205 Seiten, 29,80 Euro
ISBN 978-3-86916-228-7
Gesamtpaket Edition Gerhard Lamprecht: 568 Seiten, 78 Euro
ISBN 978-3-86916-229-4

Als Herr und Historiker seiner eigenen Sammlung führte Gerhard Lamprecht zwischen 1954 und 1960 insgesamt 20 Interviews mit Filmschaffenden. Seine Gesprächspartner waren ehemalige Mitarbeiter seiner Filme und Praktiker jedweder Profession, darunter Regisseure, Autoren, Produzenten, Kameramänner und Filmarchitekten. Sie kamen aus filmfremden Berufen und lernten ihr Metier von der Pike auf beim Film, als dieser noch in den Anfängen steckte. Das Handwerkliche hatte in ihrem Selbstverständnis einen hohen Stellenwert. Acht dieser Gespräche, die einer subjektiv angeordneten Versammlung von möglichst vielen filmgeschichtlichen Fakten ähneln, wurden von Eva Orbanz nun erstmals ediert und kommentiert.

Buchtitel Hans Siemsen
Rolf Aurich, Wolfgang Jacobsen (Hg.)

Hans Siemsen. Kritiker und Essayist

Band 15 der Buchreihe Film & Schrift
Konzeption und Redaktion: Rolf Aurich, Brigitte Bruns und Wolfgang Jacobsen
Herausgegeben in Zusammenarbeit mit der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen
Edition Text + Kritik, München 2012
357 Seiten, 34 Euro
ISBN 978-3-86916-184-6

 

Hans Siemsen (1891-1969) machte sich als Chronist seiner Zeit und als streitbarer Theater- und Filmkritiker in der Weimarer Republik sehr bald einen Namen. Er war Mitarbeiter der Weltbühne, Redakteur des 8 Uhr- Abendblatts und anderer Zeitungen und Kulturzeitschriften. Als Erzähler beherrschte er die „kleine Prosaform“. Sein Interesse galt daneben auch der bildenden Kunst: Er beriet den Galeristen Alfred Flechtheim und war der Bildhauerin Renée Sintenis in enger Freundschaft verbunden. Als einer der Ersten machte er auf Charlie Chaplin aufmerksam. Besondere Wertschätzung brachte er der Schauspielerin Asta Nielsen entgegen. Selbst homosexuell, stritt er für die Abschaffung des § 175. Sein politischer Realismus machte ihn zu einem Diagnostiker der Gefahren politischen Machtmissbrauchs und des Nationalsozialismus, gegen den er im Exil weiterhin engagiert Stellung bezog.

Horst Claus

Filmen für Hitler. Die Karriere des NS-Starregisseurs Hans Steinhoff

Herausgegeben von Georg Tscholl
Redaktion: Rolf Aurich, Wolfgang Jacobsen, Peter Spiegel
Verlag Filmarchiv Austria in Kooperation mit der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen und Bundesarchiv-Filmarchiv
639 Seiten, 28,90 Euro
ISBN 978-3-902781-27-7

 

Hans Steinhoff (1882–1945) gehörte zu den Starregisseuren des „Dritten Reichs“. Seine Propagandafilme HITLERJUNGE QUEX (1933) und OHM KRÜGER (1941) sind auch heute noch für öffentliche Vorführungen gesperrt. Biografische Informationen über ihren Regisseur basierten bislang auf wenigen und meist anekdotisch geprägten Quellen. Weitgehend unbekannt sind Steinhoffs Entwicklung als Schauspieler, Sänger und Bühnenregisseur sowie seine Laufbahn als viel beschäftigter Regisseur von Unterhaltungsfilmen vor 1933.
Horst Claus ist den komplexen Produktionsgeschichten nachgegangen, den Wegen und Umwegen der Filme minutiös gefolgt, um ein Panorama der Praktiken kleinerer und mittlerer Filmunternehmen der Zeit zu entfalten, um Kontinuitäten zwischen populärem Theater der Kaiserzeit, dem Kino der Weimarer Repbulik und dem staatlich kontrollierten Filmbetrieb im NS-Staat freizulegen.

Ulrich Mannes

Alpenglühn 2011. Ein Dialog zum Deutschen Erotikkino

Filit 9. Herausgegeben von Rolf Aurich und Wolfgang Jacobsen
Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen, Verbrecher Verlag, Berlin 2012
80 Seiten, 12 Euro
ISBN 978-3-943167-15-3

 

„Ich möchte gar nicht in den Cineasten-Elfenbeinturm“, war sich der Regisseur Siegfried Rothemund 1974 sicher. Sein Wunsch ging in Erfüllung. Bis heute dreht er Film um Film, er hat sich in allen Formen und Formaten ausprobiert, bediente das Kino ebenso wie das Fernsehen, er inszenierte Kinderfilme, Historiendramen, Literaturadaptionen und vor allem Krimi- und Actionserien. Seine Arbeiten hatten stets Erfolg, doch kaum ein Nachschlagewerk kennt seinen Namen. Stattliche Besucherzahlen erreichten vor allem jene Kinofilme, für die er sich ein Pseudonym zugelegt hatte: Siggi Götz. Als solcher drehte er Filme nur des Geldes wegen. So war er in den 1970er-Jahren verantwortlich für einige kassenträchtige Schlager- und Sexfilme, die ebenso in die Blütezeit des Neuen Deutschen Films wie in die Zeit der Freigabe der Pornografie fielen. Wie sich Götz zwischen ALPENGLÜHN IM DIRNDLROCK und PIRATENSENDER POWERPLAY immer wieder den Prinzipien der Lederhosen-Komödie verschrieb, sie dutzendfach abwandelte, zugleich aber auch „richtiges Kino“ machen wollte und mit ES WAR NICHT DIE NACHTIGALL doch wieder nicht verstanden wurde, darüber unterhalten sich in diesem Dialog von Ulrich Mannes der Autor Erich Lusmann und seine Nachbarin Roswita Neumann im Sommer 2011.

Vier Filme mit Asta Nielsen

Herausgegeben von der Deutschen Kinemathek, in Zusammenarbeit mit Det Danske Filminstitut
DVD-Authoring: Ralph Schermbach
DVD-Supervision: Annette Groschke
Musikbegleitung: Maud Nelissen
inklusive Booklet (12 Seiten, dreisprachig)
Berlin 2012, 29,95 Euro

 

Die Doppel-DVD präsentiert vier Filme mit Asta Nielsen, die die Wandlungsfähigkeit des großen Stummfilmstars der 1910er Jahre zeigen: Als engagierte Frauenrechtlerin und erfolgreiche Börsenspekulantin in den Dramen DIE SUFFRAGETTE (D 1913, Regie: Urban Gad) und DIE BÖRSENKÖNIGIN (D 1916, Regie: Edmund Edel) sowie als Backfisch in Männerkleidung und als Eskimofrau in den Komödien DAS LIEBES-ABC (D 1916, Regie: Magnus Stifter) und DAS ESKIMOBABY (D 1916, Regie: Heinz Schall).
Die Filme DAS LIEBES-ABC und DIE SUFFRAGETTE wurden digital rekonstruiert.
Weitere Informationen unter Edition Filmmuseum

Rolf Aurich, Wolfgang Jacobsen (Hg.)

Hans Sahl. Filmkritiker

Band 14 der Buchreihe Film & Schrift
Konzeption und Redaktion: Rolf Aurich, Wolfgang Jacobsen, Ruth Oelze
Herausgegeben in Zusammenarbeit mit der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen
Edition Text + Kritik, München 2012
333 Seiten, 29 Euro
ISBN 978-3-86916-138-9

 

Obwohl sich Hans Sahl selbst als Schriftsteller verstand und in seinen Arbeiten zum „Zeugen eines Jahrhunderts“ wurde, schrieb er ab 1925 auch zahlreiche Filmkritiken für Berliner Tageszeitungen. Seine Texte, über die er Namen und Reputation erlangte, waren selbstbewusst, stilsicher und über den bloßen Filminhalt hinaus informativ. Darin versuchte er, ironische Zuspitzung nicht scheuend, ein deutliches Urteil zu fällen und seine Leser an dessen Entstehung teilhaben zu lassen. Das Exil ab 1933 markierte einen entscheidenden biografischen Bruch. Als Schriftsteller anerkannt wurde er erst im Alter, als jüdischer Exilliterat – ein Etikett, das er nicht ohne Widerstand akzeptierte und immer wieder problematisierte.

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